So gemütlich wie am Wochenbeginn ist es schon lange nicht mehr in Deutschlands Börsensälen zugegangen. Die Händler setzten am Montag nur Aktien im Werte von 1,2 Milliarden Mark um, das ist knapp die Hälfte eines durchschnittlichen Tagesumsatzes. Einer der Gründe: In Großbritannien war Bankfeiertag, wodurch all die sonst über London abgewickelten Orders ausländischer Auftraggeber ausblieben.

Tags darauf jedoch ging es wieder hektischer zu. Und nahezu überall auf den Kurstafeln stiegen die Notierungen – bei Banken, Chemieunternehmen und Maschinenbaufirmen um zwei bis sechs Mark. Die Börsianer ließen sich von der Stimmung an der New Yorker Börse anstecken. Dort bewirkten nämlich steigende Rentenkurse und damit sinkende Renditen für festverzinsliche Wertpapiere eines auf dem Aktienmarkt: Dividendenwerte gewannen an Attraktivität, die Nachfrage, stieg.

Die bundesdeutsche Börse begünstigt obendrein das vergleichsweise stabile Kursverhältnis von rund 1,87 Mark für einen Dollar. Die deutsche Exportwirtschaft, so argumentieren Börsianer, bleibe bei diesem Niveau durchaus wettbewerbsfähig, was wiederum entscheidend ist für die Bewertung der Aktien.

Selbst die Diskontsatzerhöhung der Deutschen Bundesbank von der Vorwoche trübte nicht die Stimmung an der Börse, denn die Währungshüter hatten signalisiert, daß ihnen nichts darin liegt, die Zinsen über Gebühr steigen zu lassen. kah