Hertha Isenbart war nicht nur schön, sie war auch stolz und verbissen. Nie hat sie die Schmach verwinden können, daß man ihr und ihrem Gemahl verwehrt hatte, unter den hohen Militärs eine führende Stellung einzunehmen. Sie engagierte einen namhaften Architekten, er hieß auch Wilhelm. Wilhelm Kreis hatte bereits das ganze Reich mit Bismarcktürmen verziert. Nun ersann er, den Plänen seiner Bauherrin gehorchend, ein dem Dresdner Barock wie auch dem Stil alter Ritterburgen verpflichtetes Gebäude mit dazugehörigen, im Park verstreuten Pavillons – eine „Gesamtschöpfung“, wie es der Architekt Curt Rüschenhoff nannte, einer aus dem Kreis um Kreis.

Anfang Juli 1912 wurde Frau General Isenbart von Seiner Majestät dem Kaiser zu einer Audienz mit anschließender Frühstückstafel vorgelassen, die Baupläne zu unterbreiten. Auch die Kaiserin war zugegen – und dagegen. Der Herr Kriegsminister brachte angesichts der Opulenz der Anlage zum Ausdruck, daß dem preußischen Offizier wohl ein einfaches Feldbett mit Tisch und Stuhl zum Wohnen genüge.

Der Kaiser kleidete seine Ablehnung in die Bitte um eine weitere Million: zur Deckung der Betriebskosten des Offiziersheims.

Hertha, schon ziemlich klamm, gab die Hoffnung dennoch nicht auf. Im September 1914 sollte die Übergabe sein. Sie hatte schon die Robe entworfen, in der sie Seiner Majestät beim ersten Empfang in der Rotunde den Ehrentrunk kredenzen wollte: Nelken-Ornamente auf rosafarbenem Seidendamast. Als die Schüsse von Sarajevo fielen und der Krieg ausbrach, stand Hertha Isenbart auf der Galerie über der Halle, neben einer Hobelbank, und klagte: „Hier stehe ich auf den Trümmern meiner Habe.“

Ein einziges Mal nur wollte sie ihr Schloß festlich erleuchtet sehen. Sie kauerte gegenüber auf dem Falkenfelsen vor der strohgedeckten „Hertha-Hütte“. Traurig betrachtete sie das Schauspiel. Mit der Illumination schwand auch ihre Illusion. Ehe Weile noch nahm sie Logis im Herrenhaus auf der Höh. 1918 nahm sie sich das Leben, im Hotel Stephanie in Baden-Baden. „Mit Veronal vermutlich“, sagt Spallek, davoneilend.

Es lebe die Gegenwart. „Die vorhandenen Schönheiten und Werte der Bühlerhöhe wurden mit der Technik und den Annehmlichkeiten von heute verbunden“, heißt es im Hotelprospekt. Ein nagelneues Conference-Centrum mit jeglichem Techno-Schick erwartet den Geschäftsmann.

Die Bühlerhöhe-Herren möchten heute auch gern „den jüngeren Menschen, so ab vierzig“ begrüßen dürfen, „den Manager in führender Position, der seinem arbeitsreichen Alltag entfliehen will“. Hier könne er, so Brühl, Gleichgesinnte treffen, fruchtbare Gespräche führen, Tennis Spieler, sich fit trimmen.