Einige Verlage reagieren besonders schnell. Obwohl die Vorabbesteuerung von Zinserträgen noch nicht eingeführt ist, sind schon Schriften zu haben, die den Steuerzahler detailliert über die Neuerungen informieren. Quellensteuer, Zinsen, Kapitalerträge heißt eines dieser Bücher. Es ist im Bonner Stollfuß Verlag erschienen und kann für 27,80 Mark im Handel erstanden werden. Steuerberater Lothar Jasper erklärt darin Bausparern, Kapitalanlegern und Versicherten, welche Anlageformen von der Quellensteuer erfaßt werden und was nicht. So gibt es beispielsweise eine Bagatellgrenze, wonach keine Quellensteuer erhoben wird, wenn Kapitalerträge bei den einzelnen Guthaben zehn Deutsche Mark nicht überschreiten. Für alle, die bisher ihre Zinseinnahmen dem Finanzamt nicht mitgeteilt haben, listet der Autor auf, was Kreditinstitute künftig der Steuerbehörde mitteilen müssen und wann die Steuerfahndung eingreift. Er weist überdies all jenen einen Weg, die ihre Zinserträge beim Finanzamt im nachhinein angeben wollen.

Neben den Abschnitten zur Quellensteuer wird dem Sparer ein ABC der Kapitalanlage geboten. Für Laien reicht es von A wie Aktie über K wie Kassenobligation bis Z wie Zero-Bonds. Aber auch dem versierten Geldanleger kann das kleine Nachschlagwerk dienen – ob es nun die Besteuerung niedrig verzinslicher Anleihen ist, die verdeckte Gewinnausschüttung oder die Berechnung von Stückzinsen.

Das Buch hat allerdings einen gravierenden Nachteil: Da alle Details zur Quellensteuer noch nicht geklärt waren, als Jasper das Buch schrieb, mußte er sich teilweise mit Vermutungen und unverbindlichen Aussagen behelfen, was dem Leser nichts nützt.

So heißt es in einer international vergleichenden Übersicht, in Österreich sei die Quellensteuer "ab 1989 geplant". Die entscheidende Information aber fehlt: Ausländer sind von der zehnprozentigen Steuer befreit. kah