In dem kleinen Ort Brettern Woods im amerikanischen New Hampshire berieten Mitte 1944 Vertreter aus 44 Staaten über eine Reform des Weltwährungssystems. Das Ergebnis dieser Konferenz war das sogenannte Bretton-Woods-System fester Wechselkurse, das 1973 durch die Einführung flexibler Wechselkurse abgelöst wurde. Auf dieser Tagung wurden auch zwei supranationale Finanzbehörden gegründet: der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank – genauer, die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung.

Beide Organisationen haben ihren Hauptsitz in der amerikanischen Hauptstadt Washington und halten stets gemeinsame Jahrestagungen ab. Hauptaufgabe des Fonds ist es, das Weltwährungssystem zu überwachen und geordnete Währungsbeziehungen zwischen den heute 151 Mitgliedsländern zu fördern. Er hilft Staaten mit Zahlungsbilanzproblemen, indem er kurz- bis mittelfristige Kredite in ausländischer Währung gewährt. Die Kreditvergabe wird in der Regel mit wirtschaftspolitischen Auflagen für das Empfängerland verbunden. Diese sogenannte Konditionalität der IWF-Kredite ist einer der meistdiskutierten Kritikpunkte der Politik des Fonds.

Aufgabe der Weltbank ist es, die wirtschaftliche Entwicklung in den Staaten der Dritten Welt zu fördern. Sie gewährt diesen Ländern langfristige Kredite – mit Laufzeiten bis zu vierzig Jahren – zur Finanzierung von Entwicklungsprogrammen. Kritiker werfen der Weltbank vor, daß sie in der Vergangenheit oftmals Projekte gefördert habe, die in den Entwicklungsländern mehr schadeten als nützten. bm