Dies ist der Versuch, einen Vater zu finden in der Erinnerung. Aber der Vater ist 1888 geboren, die Tochter ist Jahrgang 1934, der Vater ist lange tot. Was wird sie finden?

Auswendig gelernt, die äussere Kruste des Gewesenen, in die Kette der Jahre gezwängt, die zurückrasselt in den Brunnen. Statt der Wahrheit Wünsche an sie, auch Gaben von der Katze Erinnerung, dem Gewesenen hinterher schon durch die Verspätung der Worte, nicht wie es war, bloss was ich davon finden konnte: 1888. 1938. 1968. Damals.

1888, am 10. Oktober, meldete ein Stellmacher Herrn von Bobzin die Geburt eines männlichen Kindes, auf einem Rittergut im Mecklenburgischen, zwischen Fleesensee und Müritz, auf dem Lande, gleich weit von Malchow und Röbel, næm S’ mi nich oevel, wo die germanisierten Slawen hausten, nach Meyers Wissenswertem vom nächsten Jahr. Der Tag wurde von der Herrschaft begangen, weil einmal am 10. Oktober in der Residenz ein Kind als Herzog Adolph Friedrich auf die Welt gekommen war. Wo sall de Jung denn heiten, näum’ S’ em Johann, hei kümmt ja doch bi de Pier. Auf Johann Heinrich Cresspahl wurde das Kind getauft, in Demut nach dem herrschaftlichen Befehl, in Trotz nach dem Vater. Der Junge wurde mit seinem zweiten Namen gerufen, er sollte nicht zu den Pferden. Den alten Cresspahl, seine Berta, geborene Niemann, habe ich versäumt. Von ihnen gibt es nur die Kalligraphie der Amtsschreiber, keinen Brief, keine Fotografie. Sie sind welche, die sprechen nicht mit mir. Hätte ich sie gesucht zur rechten Zeit. Ick nœm’t mi oevel. Nach Büchern, von Bildern habe ich Anblicke von Katen, die abseits von Park und Herrenhaus in lahmem Fachwerk hingen, den schiefen Fenstern, über den Brettertüren die Gitter, die das brennende Stroh auffangen sollten, aber vielleicht lebten die Cresspahls nicht mit Schwein und Ziege unter einem Dach, denn mochte der Rademacher die Mütze ziehen müssen vor der gutsherrlichen Familie, vor Inspektor und Volontär und Gutsförster und Statthalter und Gouvernante, er bezog mehr als die Pferdeknechte, Tagelöhner, Hofgänger, er mag eine Döns gehabt haben wie ein Bauer, mit einem Fussboden aus Holz statt blankem Lehm, auch Stühle zu den Bänken am langen Tisch, eine Standuhr und (nach dem Zitat) „ein hochaufgetürmtes Ehebette, bei Festlichkeiten mit farbigen Schleifen besteckt, öfters, besonders südlich, mit Gardinen...“ (so heisst es).

An der Wand die hölzernen Löffel, auch ein rot und blau gemaltes Gesimse für Bibel, Gesangbuch und den Grossherzoglich Mecklenburg-Schwerinschen und Mecklenburg-Strelitzschen Kalender auf das Jahr Christi 1888, welches ein Schaltjahr von 366 Tagen ist. Mit Bildern und dem Motto: Wenn Einer dauhn deiht, wat hei deiht, / Denn kann hei nich mihr dauhn, as hei deiht. Wenn die geborene Niemann oder der alte Cresspahl zu lesen verstanden, konnten sie dem Kind daraus vorsingen Wat för den Lüttsten: Bukauh von Halberstadt / Bring’ min lütten Jungen wat. / Watt sall ick em denn bringen / Poor goll’ne Schau mit Ringen / Dor kann hei recht mit springen. Der Sonnenkäfer von Halberstadt trug die goldenen Schuhe zu anderen Wiegen als dieser, grosse Sprünge waren nicht vorauszusehen unter dem ritterschaftlichen Polizeiamt und der Gnade Friedrich Franz III., Grossherzog von Mecklenburg, Fürst zu Wenden, Schwerin und Ratzeburg, auch Graf von Schwerin, der Lande Rostock und Stargard Herr.

Es war ein Land, daraus liefen die Arbeiter fort, an die Hunderttausend in fünfzig Jahren, ein Sechstel des Staatsvolkes, da hatte der Mecklenburgische Patriotische Verein schon 1855 vergeblich John Brinkmans „Fastelabendsprärig“ als Flugblatt verteilen lassen: Jehann, bliw hir, – bliw hir, Jehann! / Wat wisst du in

Amerika!... / Du seggst, dat du hir racken möhst / Un slawen möhst, Jor in Jor ut, – / Dat in dat Dorp kein Pird du weisst, / So lat noch ’ran, so tirig ’rut; / Wat du ok in dei Sälen liggst, / Di awmarachst un an di spannst, – / Wer weit, wennir du Hüsung kriggst, / Wer weit, wennir du frigen kannst.

Mecklenburger vom Gesinde durften nicht ohne Erlaubnis der Dienstherrschaft aus dem Haus, vom Hof. Überschreiten der gesetzten Zeit war ein Vergehen. Verweise ihrer Herren sollten sie bescheiden und ohne Widerrede hinnehmen. Wer ungeschickt arbeitete, gegen ein Verbot tanzen ging oder ins Wirtshaus, wer sich ungebührlich aufführte, die Arbeit hinschmiss, den Gehorsam verweigerte oder den Dienst verliess: sie alle bekamen vom Herrn ohne Gerichtsverhandlung Geldstrafen (Abzüge vom Lohn), auch Haft. Wer aus dem Dienst fortlief, den führte die Gendarmerie zurück. Anzeigen der Gutsbesitzer in den Mecklenburger Nachrichten warnten Kollegen, einen namentlich genannten Knecht oder ein ebenso beschriebenes Mädchen in Dienst zu nehmen, sintemalen die Beschuldigten des Kontraktbruches überführt. Riden un rowen dat wir kein Schand, dat ded de Adel in ’n ganzen Land.

Schlug die Herrschaft einem Paar das Recht zur Niederlassung ab, kam ein Kind unehelich zur Welt, dann liess ein Respekt vor der Religion nur noch den Weg über das weite Wasser; es konnten aus Brasilien kaum andere als günstige Nachrichten nach Mecklenburg kommen. Zwar die Cresspahls zogen nicht am 24. Oktober, auch wäre vielleicht ihr Dienstabgangszeugnis von der Art gewesen, ihnen eine neue Stelle zu verschaffen, aber ich nehme es zurück, das hochaufgetürmte, das bebänderte Bettgestelle; die Wiege wird als Korb vom Balken gehangen haben.

Bekannt ist 1888 als das Dreikaiserjahr. Im September wurde von Warnemünde nach Gjedser ein Telegraphenkabel gelegt, das kostete zweihunderttausend Mark. In Rostock liess die Aktiengesellschaft für Schiffs- und Maschinenbau, die spätere „Neptun“, ihr hundertstes Schiff vom Stapel laufen. Durch Malchow fuhr seit dreiviertel Jahren die Mecklenburgische Südbahn Ludwigslust–Neubrandenburg, im Besitz und betrieben von der Bachstein-Gesellschaft, Sitz Berlin. Im Februar hatte der Kanzler des Deutschen Reiches, Otto von Bismarck, im Reichstag dargetan: Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts auf der Welt. Wegen der kaiserlichen Wehrvorlage. Im Falle eines Weltunterganges plante von Bismarck nach Mecklenburg zu übersiedeln, weil dort alles dreihundert Jahre später eintreffe. Lenin war achtzehn Jahre alt, Stalin acht, Franklin Delano Roosevelt sechs, Churchill dreizehn, Einstein neun, Hitler war fällig im nächsten Jahr. Bukauh von Halberstadt / Bring min lütten Jungen wat.

1889 nimmt der Reichstag die Alters- und Invalidenversicherung an, Bismarcks „Staatssozialismus“, aber seinem Sozialistengesetz verweigert er 1890 die Verlängerung, erstmals erreicht die S.P.D. über eine Million Stimmen, die Arbeitervereine dürfen ungestraft von neuem ihr Bundeslied singen (in Mecklenburg erst am 1908): Mann der Arbeit, aufgewacht! / Und erkenne deine Macht! / Alle Räder stehen still, / Wenn dein starker Arm es will..., Bergarbeiterstreik in den Revieren von Ruhr, Saar und Waldenburg, auch wird Bismarck von Bord gewiesen. Nachfolger Caprivi verlängert den Rückversicherungsvertrag mit den Russen nun gerade nicht. Die mecklenburgschwerinsche Regierung kauft einige Eisenbahnen im eigenen Lande auf, 57 Millionen Mark, sie errichtet eine Grossherzogliche General-Eisenbahndirektion; auf der Strecke Neustrelitz–Warnemünde–Gjedser operiert weiterhin die Société Belge, Bruxelles. In den Reichstagswahlen 26,4% der mecklenburgischen Stimmen für die Sozialdemokraten. 1891 eröffnet imperialistisches Expansionsstreben die Sibirische Eisenbahn, alles wie wir es gelernt haben, im Oktober hält die S.P.D. ihren Erfurter Parteitag, dessen Vorzüge (gegenüber dem Gothaer) wir auswendig lernen mussten, mehr noch dessen „Schwächen und Fehler“: Die Diskussion über die Diktatur des Proletariats war mangelhaft. (Eine Abschaffung der Gesindeordnung kam korrekt zur Sprache.) 1891 weiss Einer, was kommt: Ich führe euch herrlichen Zeiten entgegen! 1892 rächt sich das russische Kabinett am deutschen und schliesst eine Militärkonvention mit der französischen Republik; der Zar hat ein Jahr zuvor im Hafen von Kronstadt die Marseillaise anhören müssen. Für 1893 fehlt mir alles, da war ich wohl am Schulbesuch verhindert...

Dazwischen ein meist barfüssiges Kind in sanft gewelltem, massig bewaldetem Gelände. Ein ritterschaftliches Amt südwestlich von Malchow. Sandwege, Schleichpfade in der Forst, ein Teich am Gut, der See im Dorf der Bauern. Die barften Beine darf ich annehmen; mehr wäre blosse Behauptung. 1894 setzt Willy Zwei den Grafen Caprivi aus dem Amt. Der hatte den Nachbarn des Reiches ein Angebot machen wollen, als er Bismarcks hohe Schutzzölle herabsetzte, da schränkt England seine Orders ein, die mecklenburgischen Grossgrundbesitzer bleiben sitzen auf ihren Kornernten und lassen ihre Geldsorgen wild aus am Gesinde, wiederum wandern Mecklenburger aus in Schwüngen in die Gegend westlich vom Hafen New York, abermals kann kein Poet sie halten. Denn sittst vilicht, wer weit wo bald / Du ok, verraden un verköfft / In son’n amerikanschen Wald.

1894. Zweibund Russland – Frankreich. Nikolaus II. wird Zar aller Reussen. Ein Kind in schwarzen, knielangen Hosen, einem zerschlissenen Hemd ohne Bund; das darf ich sehen. Uneben geschnittene weisse Haare, fest gegen den Boden gestemmte Beine; es wäre ja erfunden. Ein Kind, das die Tiere und Vögel belauscht, ihrer Sprache kund. Sau und Ferkel unterhalten sich: Ick wull, dat ’k nich geburen wier. Un ick un ick un ick. – Stargard sall afbrennen: forderte die Ente. – Potz dusend zackerloot: erstaunt sich der Hahn. – Wo sühst du ut? muss man den Kiebitz fragen, dann antwortet er: Kridt’witt, krid’witt! Kreideweiss; nämlich unten am Bauch.

Was mögen die Eltern ihm erzählt haben von der Welt? 1806 lieferten die Franzosen den Mittenwalder Jägern ein Gefecht in der Nossentiner Heide, dichte bei. Der Hexenbaum von Ulrichshusen, dichte bei. Das heilige Blut von Sternberg, dem zu Ehren 25 Juden und 2 Jüdinnen verbrannt wurden. Erzählungen aus der mecklenburgischen Geschichte für Schule und Haus von Adolf Pentz, Pastor zu Jabel an der Nossentiner Heide, 1880. Wie haben sie ihn zur Schule geschickt? Ene mene Dintenfatt, gah nar School, denn liehrst du wat. Oder: Lat se wat leren, lat se bookstaveren, lat se den Puckel blau verhören! Erst einmal kam Adebor, min Bester, un brächt em ne lütte Süster.

1894 kam er in die Schule, pünktlich, denn die ländlichen Winterschulen begannen erst Ende Oktober, der Kartoffelernte zuliebe. Das Hauptfach war die Furcht des Herrn und seines Stellvertreters von Bobzin, dem die Erziehung unterstand wie Obervormundschaft, Erbsachen, das Armenwesen, Wegebau und Entwässerung, Feuerwehr, Niederlassung, Hebammenfürsorge, Nachtwächter und Begräbnisse. Wenn der Herr nicht selber zuschlug mit der Peitsche, brauchte er bloss dem Lehrer einen Wink zu geben, beseihn’ S’ em mal dat Speigatt, dann rief der bei jedem Schlag: Ickwill-di-mo-rit-zen-liehrn, die Mores lehren. Die Höltentüffelschaul, einklassig. Auf ein Gemüt von Adel / Wirkt schon ein leichter Tadel, / Vergebens durchgebläut / Wird stumpfe Niedrigkeit. Aber die Kinder der Herrschaft bekamen ihren Unterricht im Schloss, von einer demütigen Gouvernante, bis sie auf die städtischen Gymnasien gegeben wurden. Genealogische Daten gehörten zum Lehrstoff, nicht aber die alljährlichen Reisen des Grossherzogs nach Cannes, Côte d’Azur, seiner ihm dortselbst erbauten „Villa Wenden“. Republique Française.

Wie Mecklenburg-Schwerin eingeteilt ist, wohl, Domanium, Ritterschaft, – Städte, durcheinander zersplittert, nicht jedoch, dass die Ritterschaft nur für die Hälfte ihres Besitzes Steuer zahlt, mit der Ausrede, die andere Hälfte sei ja Bauernland, wiewohl gelegtes. Das mecklenburgische Wappen in einfacher Gestalt ist ein Stierkopf; das vollständige Wappen besteht aus sechs Feldern und einem Mittelschilde. Es erinnert an die sieben Landesteile, aus denen im Laufe der Zeiten unser Vaterland erwachsen ist. Es wird von einem Stier und einem Greif gehalten und ist mit der Königskrone geschmückt. Auf goldenem Grunde ein schrägliegender Stierkopf mit silbernen Hörnern und goldener Lilienkrone, aber mit geschlossenem Maule, was ist das? Gott segne Friedrich Franz / Und seiner Krone Glanz / Trübe sich nie. Die Sprache des Unterrichts war eigens zu erlernen, eine fremde: Hochdeutsch.

1895 hatten die Bobzins eine Wahl. Entweder fehlten ihnen Tagelöhnermädchen auf den Feldern, oder ihnen ging im Haus Bedienung ab. Sie entschieden sich für den Verkauf und sollen dann in der Residenz gelebt haben wie die anderen Fetthammel, die Domänenpächter, die ihren Ruhestand in Schwerin verbrachten. Die neue Herrschaft waren die von Haases, allerjüngster Adel von der männlichen, tiefschwarzer, überdies mecklenburgischer von der weiblichen Seite her. Die dachten anfangs bloss Bargeld anzulegen, verbrachten die unfreundlichen Jahreszeiten in Berlin, im Tirolischen; oft stieg dem Inspektor das Wachstum seiner Macht ins Gehirn. Er konnte sich in solche Wut bölken, die Leute hatten weniger Angst vor ihm, als um ihn. Jedoch war von Haase ein Mann des Geschäftes, er half dem Leutemangel auf dem Gut ab mit Säe-, Mäh-, Häcksel-, Dreschmaschinen, mit Rübenschneider und am Ende sogar einem Dampflokomobil, so dass der Inspektor fortgelobt werden durfte und mein Vater die Welt auch buchstabieren lernte an Firmennamen aus LEEDS, aus SHEFFIELD.

Jedoch war von Haase seinem Kaiser dankbar ergeben und liess zwei Badezimmer ins Schloss bauen, denn Willy Zwo oblag obendrein einem englischen Tic, weswegen er nur in Häusern von sanitärem Luxus zu Gast kam, nun konnte es doch so sich fügen... Allerdings floss das Wasser im Haus nur an einer Stelle, aus der Pumpe in der Küche, dort musste es auch gewärmt werden; wenn die Hausmädchen die Treppen hinauf-, die Treppen herunterliefen mit den schweren Kannen, fehlten sie an anderen Ecken, und Enden des Hauses. In einer anderen sanitären Errungenschaft musste von Haase zurückstecken; weiterhin kam jeden Morgen ein Tagelöhner mit einer Schleppe und dem schlechtesten Pferd, das die beiden Kästen mit dem edlen Kot aus den Fächern der nordwestlichen Ecke des Hauses zog, es soll da einen Schnack gegeben haben wegen eines besonders ertragreichen Schlages. Ganz wie in einer fürstlichen Haushaltung führte der Inhaber dieses Amtes den Titel Porteur, dennoch stand er an der allerletzten Rangstelle des Hofes, noch unter den Feuerbötern, den Heizern. Die Haases führten Sonnendächer ein über dem westwärtigen Balkon und der Terrasse, buntstreifiges Segeltuch an den Gittern, und es war, als begehe das Schloss den ganzen arbeitsamen Sommer hindurch ein gelassenes Fest. Von den Haases weiss ich mehr als von Cresspahl zu dieser Zeit; die sind aufbewahrt in Memoiren und Biographie, komplett mit Portraits in Öl, Stuttgart, 1949 (Abbildungen schwarzweiss); Stuttgart, 1958 (Abbildungen farbig).

1895, am Sedanstag, nennt der deutsche Kaiser eine Gruppe seiner Untertanen, die sozialistisch gesinnten, „eine Rotte Menschen, nicht wert, den Namen Deutsche zu tragen“, statt Blumen und Karten offenbar, denn einen Verzicht auf ihre Dienste unterlässt er. Weniger als zwei Tage später, am 2. September um 6:06 Uhr morgens beginnt eine totale Mondfinsternis. Un süh, „Meteor“ is vorüt, un de Kaiser,! Dor steiht hei an’t Stüer, un ruhich / Holt hei den Kurs, un de Yacht geiht / Glatt as de irste dörch’t Ziel! Die Grossherzogl. Eisenbahn-Generaldirektion Schwerin begründet die Linie Rostock – Tribsees, 47 Kilometer, weiterhin die Strecke Gneez – Jerichow, 19 Kilometer, zum Schaden und zum Zorn der Stadt Wismar, ohnmächtig, denn sie besass weder Sitz noch Stimme im Mecklenburgischen Landtage.

Der Kranke auf dem deutschen Thron vertut sich abermals mit der Sinnesart der englischen Verwandtschaft, am 3. Januar 1896 schickt er dem Präsidenten der Burenrepubliken, Onkel Paulus Krüger, ein Glückwunschtelegramm und wünscht ihm Unabhängigkeit von den Briten, was Oma Victoria kränkt, verletzt und verstimmt; die Arbeiter in den Docks von London überfallen die Deutschen mit Knüppeln, Deutsche verlieren ihre Stellen in Comptoirs und in der Hotellerie, deutsche Clubs müssen schliessen, eine Masse Geschäfte bleibt in der Luft hängen, noch die Italiener sind böse auf die Deutschen, weil derentwegen der Mittelmeervertrag von England nicht erneuert wird.

Der Admiral und Staatssekretär im Reichsmarineamt, Tirpitz, aber ist es zufrieden, sei doch so „dem Volke die Notwendigkeit der Flotte gezeigt“, jener Flotte, ohne die das Deutsche Reich hätte gemeinsam mit England arbeiten können, mit der es nur noch gegen England gehen kann in jene Zukunft, die laut des Allerhöchsten Wahrsagers in der Nähe von Wasser befindlich ist.

1896 die deutsche Einladung an alle Kriegsmarinen der Welt, einschliesslich der U.S.A., zu was? zur Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals. Auch die „Gelbe Gefahr“ Völker Europas, wahret eure heiligsten Güter! und so fort, bis zur Abpachtung Kiautschous auf 99 Jahre, 1898, von einem sehr gelben Kaiser der Chinesen, der Verschwendung von 133 Millionen Mark auf die Marine im Jahr 1899, den abgelehnten britischen Bündnisangeboten, dem Beginn des Burenkrieges, dem Boxeraufstand in China 1900 und einem Beitrag der deutschen Kultur im selben Jahr, in dem das Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft tritt: Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht! Wer euch in die Hände fällt, sei euch verfallen! Wie vor tausend Jahren die Hunnen ... bis zum Tode der Queen Victoria 1901, bis zum abermals verweigerten Bündnis mit England, bis zu jenem 25. Januar 1902, an dem der Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Schwerin Sich nach Genua begibt, um von dort eine Orientreise anzutreten. Ete-Hete-Hans – Grete. Friedrich Franz – Friedrich Franz – Friedrich Franz – Richard.

Adolf Friedrich (Franz) begleitete Cresspahls Geburtstag Jahr für Jahr in jenem Kalender, auf dem vorn ein Hase und ein Fuchs abgebildet sind mit Sonnenschirm und Botanisiertrommel, in grünem Rock und an der Schulter das Schiessgewehr. Das Lichtbild auf der Rückseite des Kalenders für 1902 zeigt Adolf Friedrich mit anderen mecklenburgischen Fürstlichkeiten und der Königin der Niederlande beim Abnehmen der Parade des 17. Dragoner-Regimentes. Von Cresspahl habe ich so gut wie nichts.

Es gab mittlerweile Flugzeuge, Automobile, Lokomotiven, sogar elektrische, Telefone; er wird sie nicht zu Gesicht bekommen haben. Vor einem Abend mit Licht aus der Decke hätte er sich wohl eher erschrocken als bei fremdem Fusstritt nachts im Wald. Wenn die Herrschaft sich gab als liberal, durften die Kinder mit denen des Gesindes spielen; er mag die auch haben bedienen müssen: einen Apfel aus der Spitze des Baums holen, einen Ball aufheben, die Zügel halten. Einmal hat er der eigenen Tochter gezeigt, wie man aus einem Weidenzweig eine Pfeife macht, er führte das vor als der Handwerker der er war, unter seinen genauen Schlägen mit dem Messergriff löste der Bast sich ab mit einer Art Gehorsam, obwohl man ihn doch beschwören muss und singen: Maidach, Maidach / wenn de Rogg riep is, / wenn de Vagel piep is, / wenn de rode Rüste kümmt / mit’n scharfen Metz, / will den Jung dat Uhr afsniedn – wenn man ein Kind auf dem Lande ist in den letzten Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Singen habe ich ihn nie hören können. Die Müritz, ich wünschte sie ihm, zwanzig Kilometer Blick über Wasser, den im Dunst zum Himmel verwischten Horizont, die scharf heranspringenden Baumkanten des östlichen Ufers, Sonnenbahnen, abgelenktes Licht auf dem Wasser, das in der Ferne den Booten und Dampfern einen silbernen Strich unterzieht und sie schweben macht – es ist eine Sicht auf die Natur, ein Umgang mit ihr, die wären ihm ungenau erschienen.

Aus Seen holt man Fische. Die Müritz lag ab vom Wege, war ohne Boot kaum zu regieren; er wird Krebse in den Wasserlöchern gegriffen haben, auch Karauschen aus Bauernteichen, Krutschen mit Maibutter waren eine Tracht Prügel wert. Ein an allen Gliedern durchgehauenes Kind, vielmals gegerbt an Arsch und Rücken, ihm wird der Kopf von einer Ohrfeige nur zur Täuschung geflogen sein; mir fehlt nur, von wem er die Schläge bekam. Wer seine Mutter mit ihm gesehen hat, sagt noch dem Vierzigjährigen einen tröstenden Anschein von Gehorsam nach, auch Fürsorge als Bedürfnis statt Schicklichkeit. Für was in der Kindheit mochte er danken: für Zärtlichkeit? für Strenge? Er konnte auch vergessen haben, so dass das Vergeben ihm entging. (Meinem Vater vertraue ich, warum nicht dem seinen?)

An Wintersonntagen mit dem Peekschlitten aufs Eis, erschlichene Freizeit, ich sprech sie ihm zu; mit eigens erlaubtem Spiel war es nach dem fünften Geburtstag vorbei. Und die Kinderprozessionen sommersende, mit ausgehöhlten Kürbissen und Gurken, die durch die in ihre Wandungen geschnitzten Kreuze und Sterne Lichter in der Stadt spazieren führten: Ollsch mit de Lucht, juuch, / de de Lüd bedrückt, juuch, / de de Eier halt, juuch / de se nich betalt, juuch!, es war eher für Mädchen, er konnte der Schwester den Kürbis samt Tragestock herrichten, und was würde es wohl verschlagen gegen die Zwölftengottheit.

Längst inzwischen war die Mutter zurückgeholt in den Gutsdienst, ob sie nun im Haaseschen Haus Böden schrubben musste oder im Küchengarten dahinter zur Hand gehen; für den Jungen blieb das Schwein, das wollte Disteln gestochen haben, die Kuh, die musste weitergepflockt werden, die Gänse, über die er mit Peitschenknallen wachte – da war die Schwester, die er einst abgehalten hatte vom Hinfallen, Verkrabbeln, die er nun zu schützen hatte vor fremden Hunden und der alten Frau, die als Hexe verschrien war im Dorf. Was für ein Tier brachten sie durch als Hausgenossen? Verträge unterhielt er meist mit Katzen, als ich da war, jedoch hat einst bei uns ein Hund gelebt. Danach, als Schuljunge, stand er ausserhalb des Unterrichts der Herrschaft zu, begann seine Laufbahn mit „dem sinnigen Geschäfte des Hütejungen“. Die Haases müssen Schafe gehalten haben, denn vor Schafen hat er einmal mich gewarnt (nicht um von sich zu erzählen), weil sie so unvernünftig erschrecken können vor dem Klappern einer Hungerharke, die tiefsten Pflöcke aus dem Boden sprengen, ein Kind wohl an die zwanzig Meter durch die Stoppel hinter sich reissend in wilder Flucht, – die lass los, Gesine.

Sein landwirtschaftliches Wissen vermehrte er beim Absammeln der Steine von den Äckern, den empfindlichen Maschinen aus England zuliebe, beim Rübenverziehen, Hacken, Stallausmisten bei Schweinen, Kühen, Pferden, bei einer jeden Arbeit, deren Anblick einen Erwachsenen zu dem Ausruf bringen konnte: Du, Jung–! (In die Schmiede wird er selten gekommen sein, da gab es was zu lernen.) Wenn die von Haases Saisonarbeiter hielten, waren ihm ein paar Worte Polnisch geläufig, oder mehr als die notwendigen; die schwedischen Wanderarbeiter blieben mittlerweile aus. – Hurra die Enten! hiess es im Herbst, wenn die Wildenten einfielen und die Jagd anfangen konnte; mochte er etwas anderes rufen, treiben gehen musste er doch im Winter. Dass er Korn binden kann ohne Blick mit Gedanken anderswo, das habe ich gesehen. Wenn die Knechte noch das erste Fuder in achtsamem Schweigen aufluden, um die Mäuse aus den Scheunen zu bannen, ein liberaler Gutsherr mit berliner Gewohnheiten wird auch geringen Vorteil hingenommen haben.

In der Gegend wurde immer noch an Wotan geglaubt, sie traten dem nicht mit seinem eigenen Namen zu nahe, als de Wulf sprachen sie ihn an, oder als de Oll; am Ende hat Cresspahl noch mitgebetet beim Überreichen der letzten Garbe an die gnädige Familie: Gondag, gondag in’n Herrenhus, / wi kamen mit ’n Ollen von ’t Feld to Hus, / wi hebben mit em in de Wedd bunnen, / de Oll de hett den Sieg gewounnen...

Ran musste er beim Ausnehmen der Kartoffeln, bei einigem Glück mit einem deftigen Sackfetzen unter den Knien, mit dem kurzstieligen Kratzer hinter die Staude schlagen, sie vorreissen, die Knollen absammeln in den Korb, so in der zweiten Reihe, den Korb rücken, voranrutschen, mit den drei breiten Zacken zuschlagen, reissen, bei aller Eile zurückbleiben hinter den Grossen, die vier Reihen ausräumten. Die Ferien auf dem Lande hiessen nach dem Tüffelwracken, sie waren länger als in den Städten. Wie war es anders abzusehen, als dass er nach Palmarum 1902 fürs Leben bi de Lüd kam, wenngleich in einer träumbaren Zukunft bi de Pird? (Es wurde schon in diesem Frühjahr konfirmiert, da er vierzehn Jahre alt werden würde und der Schulpflicht entledigt, bevor der Kantor die Winterschule überhaupt öffnen durfte. Noch der Bibelspruch zu meines Vaters Konfirmation entgeht mir; er muss, er mag damals versucht haben, ihn zu beherzigen.)

Dennoch, Herr von Haase genehmigte das bescheidene Gesuch des Rademachers, seinen Sohn auf den Herbst nach Malchow in eine Tischlerlehre geben zu dürfen. Ein Gutsjunge in städtischer Lehre, Herr Dr. Julius Kliefoth will da nur eine Ausnahme begreifen. Aber Kliefoth kennt eher rangnähere Spielgefährten und die Knaben in der Bürgerschule als die fremden bei Handwerkern. Womöglich stand in Cresspahls Zeugnis für das Fach Kopfrechnen die Note „schwach“, was damals zu übersetzen war in „Religion: fleissig“, und die Herrschaft wünschte ihn auszuzeichnen. (Es träfe nur ihn, mein Stolz ist nicht einverstanden. Demnach bin ich auf meinen Vater stolz?)

Im Alter habe ich ihn Holz hacken sehen, da zerfiel ein Klotz unter wenigen Schlägen in handliche Scheiben, die wiederum spritzten in akkuraten Stäben davon (die wir der Massen elegant nicht brauchten. Lieber unbequem als unsauber arbeiten). Solch Anmachholz mit einem Streifen Bast umwunden, es mag dem Kind im Schloss Belohnung erworben haben, andere Anstelligkeit auch. Oder, die Haases zogen in der Einrichtung die alte Mode der altdeutschen vor und sahen voraus, der Junge werde zurückkommen als ein Holzhandwerker, der zwar Deichseln und Wagenräder bauen konnte, obendrein aber Kunstmöbel in gutem Stande halten. Nur Möglichkeiten für ihn, und war doch mein Vater, keine von ihnen darf ich wählen. Bis auf die eine, die schaffte er ab: zurück in den Gutsdienst kam er nicht so bald.

Stadt Malchow am See, 1902.

Das Kind vom Lande war bekannt mit der Stadt, er hatte sie besucht, zu Fuss mit dem Stock hinter den Gänsen, auf dem Milchwagen mit Einkaufzetteln, ein wenig wie ich ankam in Gneez, die Stadt brüllte ihn nicht unverhofft an wie mich New York; mir aber war schon Jerichow erschienen wie eine Stadt, er war gewöhnt an Pracht in Gestalt des herrschaftlichen Schlosses, selten einmal eines wohlbestallten Bauernhofes. Es war ein Anderes, hier anzukommen mit der Aussicht auf vier Jahre Bleibens, ein erstes Mal inmitten fremder Menschen unter einem dieser Dächer zu schlafen:

Malchow im Herzogthum Schwerin, gestiftet vom Herrn Nikolaus III. zu Werle 1235, belegen auf einer Insel im eigenen See, zählt 457 Wohnhäuser mit 1075 Haushaltungen und 4033 Einwohnern.

– Biholl wat du sühst, ok wenn du ’t nich verstehst: hat Cresspahl mir geraten, als ich von Jerichow in eine grössere Stadt zu leben ging; vielleicht war das wie er sich einrichtete in seiner ersten Fremde: alles behalten, was es zu sehen gibt, am Ende gibt es nach und lässt sich begreifen. Im ersten Lehrjahr wird er vom Handwerk kaum mehr dazugelernt haben als die Namen der Werkzeuge, eben damit er sie zuzureichen wusste. Er war „de Jung“ im redebrechtschen Haushalt, ein Glied der Familie im Guten wie im Bösen, wenn man Herrn Dr. Julius Kliefoth glauben soll; der aber erlernte in der Bürgerschule das Latein, seine Familie gehörte zu den „guten, alten, besseren“ von Malchow, ihrem Namen zum Trotz. Redebrechts Lehrjunge war Erzieher, Pfleger, Ernährer des häuslichen Schweins, er kochte ihm Kartoffeln, bereitete sein Lager, hielt es sauber; weh ihm, wenn das Tier schrie. Wat kümmert mi, wat achter mi passiert, säd de Jung, as hei Schlag kreeg. Da waren die Hühner zu wecken und auf die Stange zu schüchern, Wasser zu tragen, die Werkstatt auszufegen, für die Frau zu laufen, wenn sie einen Einkauf vergessen hatte. Da er Logis im Haus hatte, war er Laufjunge für alle im Haus, vom Hahnenschrei bis der Hahn einschläft. Freizeit: vom Steg hinter dem Garten angeln, jedoch für die Küche der Meisterin. Ankucken darf man die Gesine, Redebrechts Enkelin, ankucken schadt ihr nich, is nich verboten.

Die andere Obrigkeit waren die beiden Fussgendarmen der Stadt, Wachtmeister Hagen (Militärdienstkreuz und Ehrenmedaille des Ordens von Oranien-Nassau in Silber) und Wachtmeister Rodau (Militärdienstkreuz und Landwehrdienstkreuz), Briefträger August Gutow, Stationsvorsteher II. Klasse der Friedrich Franz-Eisenbahn Friedrich Dallüge, ganz oben Friedrich Zelck, Bürgermeister, Rechtsanwalt beim Amtsgericht, Syndikus am Kloster Malchow, Polizeirichter für das ritterschaftliche Polizeiamt und dennoch bloss geschmückt mit der Friedrich Franz III. Gedächtnismedaille, zu tragen am Bande des Greifenordens auf der linken Brust. Denn jener war verschieden. zu Cannes, 1897 gefolgt von Friedrich Franz IV., Grossherzog zu Mecklenburg, Fürst zu Wenden etc.

Im ersten Lehrjahr bekam Cresspahl einen wöchentlichen Lohn von zwei Mark, wer eenen Schilling verdeenen kann, dörf ok eenen vertehren, ein Wert des Geldes war ihm in der Stadt aufgegangen: 90 Pfennig nahmen die Bauern für das Pfund Butter, im Laden kostete es 1,20 Mark, Brot dreizehn Pfennig das Doppelpfund, das halbe Kilo Salz wegen der Steuer von acht Pfennig ganze zehn Pfennig das Pfund. Jedoch wurde er im Hause verköstigt, er hatte keine Briefe zu schreiben an die Eltern für vier Pfennig Porto im Landzustellbereich, er mag zwei Doppelkronen erspart haben bis Ende 1902, vierzig goldene Mark.

1903, versteht sich, baut die Deutsche Bank die Bagdadbahn. Versteht sich, der erste Termin des Malmöer Vertrages von 1803, wonach das Königreich Schweden gegen eine Zahlung von 5 625 000 Mark die Stadt Wismar mit Poel und Neukloster an Mecklenburg verpfändete, vorbehaltlich des Rechts, in hundert und aber hundert Jahren gegen Zahlung dieser Summe durch Zinseszins um drei Prozent vermehrt das Pfand von neuem zu erwerben; das Jahr, in dem Schweden es vorzog, diese 108 041 200 Mark zu behalten, mit vorgetragenem Verzicht für den 19. August 2003; patriotische Umtriebe zu Wismar in Anwesenheit des Grossherzogs samt hochgestellter Verwandschaft. 1903 gab der alte Redebrecht an den Sohn ab. In den Wahlen zum Reichstag, Juni 1903, wurden in Mecklenburg für die Konservativen 33,7 Prozent, für die Liberalen 25,7 Prozent, für die Sozialdemokraten 40,6 Prozent der Stimmen abegegeben, welches Ergebnis das Wahlgesetz mit Blick auf Besitz und Gewinn umrechnete in vier konservative, einen liberalen und einen sozialdemokratischen Volksvertreter. So as de een heet, süht de anner ut, un wat de een gelt, is de anner wiert.

Im Februar 1904 überfällt Japan die Flotte Russlands im Hafen von Port Arthur und eröffnet den Krieg etwas später auch schriftlich, im April verstehen England und Frankreich einander in einer Entente Cordiale, im Juli stand Heine Cresspahl mit Gesine Redebrecht auf dem malchower Kinderplatz zwischen den grossen leinenen Zelten des Volksfestes, von allen gesehen, von Niemand entdeckt, dat du min Leewsten büst, / dat du woll weist / kumm bi de Nacht, kumm bi de Nacht / ick weit wo du heilst. / Dat du min Leewsten büst / best man kein Geld ... im Oktober ging sie eines Nachts oben an das kalte Fenster und zeigte Cresspahl, wie sie mit aufgelösten Haaren aussah. „Ich war fünfzehn. Er war sechzehn. Es war nichts ausgemacht und nichts angesagt. Unten in den Büschen am Garten, da stand er.“ Bis dahin hatten die Familie wie die Gesellen dieser Liebschaft mit Neckereien eher nachgeholfen als geschadet, im Dezember nahmen der alte Redebrecht wie sein Sohn den Lehrjungen an die Kandare mit einer moralischen wie volkswirtschaftlichen Predigt über das Thema: wie Einer als Johann von ’n Lann’ nicht Meister wird und Nie; zu seinem Entsetzen. Es war ganz ausserhalb von ihm. So weit weg von ihr hatte er nicht denken können. Er verteidigte sich verworren, die Männer glaubten ihm, die Frauen hatten es von vornherein gewusst, der Gesine waren die Augen geöffnet worden, zwar wurde er nicht aus der Lehre geworfen, sie ging aus dem Haus, aus freien Stücken so weit wie in eine güstrowsche Pension. Hei säd mi so vel, un ick säd em kein Wurt, / un all wat ick säd, wir: Johann, ick möt furt.... später hat sie es anders wahr haben wollen. Woher weiss ich das. Woher mag ich das wissen. Es hat ganz anders abgehen können, von dem einen wie dem andern hat Cresspahl zu mir geschwiegen. Ich weiss, dass ich dies weiss. Da ist keine Stelle in meinem Gedächtnis, die sich meldete. Ich ahnte nicht, wo es aufbewahrt ist. Beweisen kann ich ihren Namen, meinen Namen, sonst fehlt alles. Es ist da, um ein Vielfaches kräftiger, sichtbarer, fassbarer als bloss der Wunsch, es möge so gewesen sein. Es ist nicht an dem, dass es so gewesen ist, weil ich es so brauche; nur, dass ich anders es nicht erkennte.

Zwar darf die Tochter wünschen. Sie darf den Männerturnverein von Malchow dem Bund der Malchower Schützen vorziehen. (Die Segler hätten Cresspahl abgeschlagen als Mitglied, selbst wenn er mit einem Boot angekommen wäre.) Der Vater als Schützenkönig von Malchow, oder als Inhaber von Schiesswürden Trostes halber, Erster und Zweiter Ritter, es geht ihr gegen den Strich. Lieber sieht sie ihn im Umzug hinter der Stange mit dem eichenlaubbekränzten Behelf, den vier F Frisch – Fromm / Fröhlich – Frei, bis endlich die Fahne gefunden wurde, die nach dem Verbot von 1848 ein halbes Jahrhundert im Versteck lag (oder: stand). Cresspahl (singend?) in der Turnerfeuerwehr von Malchow, mit einem Krug Bier in der erhobenen Hand bei der Turnfestfahrt auf geschmückten Erntewagen, all das will die Tochter hinnehmen, bleibt ihr der Schiessport, e.V. seit 1884, und ihm erspart. Die Herkunft des Wunsches ist ihr bewusst. Damit hört es auf, Nachweis oder Auskunft fehlt. Mit dem Wünschen geht es nicht weiter dahin, wo er zu sehen wäre.

Am Jahr 1905 haben wir lange lernen müssen, fast ein halbes Schuljahr in Geschichte wurde vollgepackt mit der russischen Revolution im Januar, dem Aufstand der Schwarzmeerflotte vor Odessa und Konstanza im Juni. (1905 heiratet der deutsche Kronprinz, Wilhelm, die Prinzessin Cecilie von Mecklenburg-Schwerin.) 1905 verschwindet mein Vater noch mehr aus der Sicht, was immer ich um ihn stelle an Möglichem, Notwendigem, selbst wenn es ihn erwischt haben muss, und er bleibt weg für viele Jahre. Militärdienstpflichtig mit dem vollendeten 17. Lebensjahr, wurde Cresspahl nach Ostern 1905 aufgefordert, „mit reingewaschenem Körper und Hemd“ vor der ärztlichen Kommission in Waren a.d. Müritz zur Musterung anzutreten. Ein neues Hemd, er wird es haben bezahlen können, er bekam mittlerweile drei Mark die Woche. Für diensttauglich befunden, wurde er dem Holsteinischen Artillerie-Regiment Nr. 24 in Güstrow zugeteilt.

Durch Kliefoth weiss ich: Das Holsteinische Artillerie-Regiment Nr. 24 lag mit fünf Batterien in Güstrow und mit einer in Neustrelitz (das war die „Salutbatterie“). Die Kasernen in Güstrow habe ich ohne Absicht, ohne Ahnung gesehen, tiefrote Ziegelblocks hinter niedrigen Mauern mit Zierkronen, ein Karree zwischen Friedhof und Barbarastrasse, so dass es wohl später auch ein russisches Viertel abgegeben haben wird, mit grüngestrichenen Sichtblenden. Inzwischen zu Zivilwohnungen hergerichtet; noch ist zu erraten, wo die Wache stand. Cresspahl wurde da nicht als Kanonier ausgebildet, sondern als Fahrer, mit Sporen an den Stiefeln. Er musste nicht die Geschütze putzen, sondern die Pferde striegeln. Die Artillerie hatte damals noch die blauen Kanonen, ohne Rücklauf. „Die Bohrung des Geschützes heisst Seele, ihr Durchmesser das Kaliber.“ Von den Gemeinen wurden einige nach dem ersten Jahr wegen „Anstelligkeit“ zum Gefreiten befördert. Dann wurden sie Stubenälteste, oder sie mussten Unteroffiziersdienst mitmachen. Nach zwei Jahren wurden sie entlassen in die Reserve.

Inzwischen war die Einkreisung des Deutschen Reiches vollständig. Die europäische Öffentlichkeit lachte, wenn Willy Zwei nur den Mund auftat. (Im Inland wurde er mittlerweile zitiert als Lehmann, ohne Herr, oder als Lèman.) Die Rekruten sangen schon vor der Entlassung Reserve-Lieder, was aber streng untersagt war. Reservistenlieder habe ich keine gefunden. Bei der Entlassung wurde ihnen der Mobilmachungsbefehl ausgehändigt. Da ist keine Spur von Cresspahl für mich, nicht einmal das unvermeidliche Gruppenfoto mit der Schiefertafel und den neckischen Gebärden. Als wünschte er abermals ungesehen zu sein. Ungesehen zu werden.

Cresspahl als Rekrut hätte noch einem vielfach vorbestraften Schuster gehorchen müssen, wollte er in der Uniform eines Offiziers die Stadtkasse von Güstrow berauben, aber eine löbliche Polizei verwies jenen Wilhelm Voigt im Mai 1906 der Stadt Wismar und der Mecklenburgischen Lande, so wurde er Hauptmann von Köpenick. 1906 fällt der Kanzler von Bülow im Reichstag ohnmächtig zu Boden, während Bebel ihm die marokkanischen Leviten verliest. 1907 brachten die Reichstagswahlen 37,8 % mecklenburgischer Stimmen für die Konservativen, 22,8 für die Liberalen, 39,4 für die Sozialdemokraten. 1907 gingen die Briten auch noch mit den Russen in einen Vertrag. 1908 zieht Willy Zwo einhundertfünfzig Schutzleute ins Berliner Schloss, weil er sich fürchtet vor unbotmässigen Bürgern in der Stadt, den Briten hingegen lässt er im Daily Telegraph ausrichten: Ihr Engländer seid verrückt, wie Stiere, die Rot sehen! und diesmal bleibt ihnen das Lachen stecken. Auf beiden Schweriner Landtagen scheitert der Entwurf zu einer mecklenburgischen Staatsverfassung an der Ritterschaft; Mecklenburg bleibt das einzige Land im Deutschen Reich ohne allgemeine Wahlen, der letzte ständische Staat, Ritterschaft, Domanium, Landschaft, ernst angetan mit Mittelalter, die komische Figur Europas. 1908 war Cresspahl wieder zu Hause. Bei den Eltern nur zu Besuch, obwohl seine Dienstzeit ihm Anwartschaft verlieh auf den Posten eines Gespannführers oder gar Kutschers für die Herrschaft. Bei welchem Verein immer er sich zurückmeldete in Malchow, in der Stadt machte er seine Gesellenprüfung. Was könnte ich mir schon vorstellen als Probearbeit: ein Türschloss aus keinem anderen als hölzernen Teilen, einen Rollsekretär nach amerikanischer Art und doch mit Geheimfach; wozu. 1909 ging er los. Von nun bis er in meine Nähe kommt, da verkneife ich mir, willentlich nach ihm zu suchen.

Er wird auf Wanderschaft gegangen sein. Es war die Sitte. Warum sollte er schon mit zwanzig Jahren sich anders anstellen als nach der Regel? Die erste Zeit in Mecklenburg. Das darf ich denken, es festzubinden mit Worten wie Griese Gegend oder Fischland ist mir versagt. Wenn er es eilig hatte in die Residenz, er wird sich haben gedulden müssen, denn dort lebten AllerhöchstDieSelben Herrschaften weiterhin im Glauben, die sozialdemokratischen Volksaufwiegler aus den grossen Städten seien für die Benutzung von Personenzügen zu verwöhnt, weswegen ein Abkommen der FriedrichFranzBahn mit der Preussischen Bahnverwaltung die Schnellzüge fernhielt von Schwerin in Mecklenburg. Wenn ich will trug er schon in diesem Jahr die Karte dieser Partei für sozialistische Demokratie in der Tasche, einer zugeknöpften Tasche allerdings, und dachte angesichts des vaterländischen Aufwallens zum 100. Todestag der Königin Luise, was Die Neue Zeit ihn lehrte, ganz schamlos gegenüber dem bürgerlichen Aufschrei: „Wenn jetzt in einem sich wissenschaftlich nennenden sozialdemokratischen Organ in wahrhaft niederträchtiger Gemeinheit versucht wird, das Bild dieser Fürstin in den Schmutz zu ziehen...“

Es braucht nicht dieses Jahr 1910 zu sein. Aber sie müssen ihm aufgefallen sein mit ihren Kundgebungen gegen das Dreiklassenwahlrecht in Preussen mit sechstausend Leuten und Polizei in Essen, mit Polizei in Braunschweig, mit 150 000 Leuten auf dem treptower Wahlrechtsspaziergang in Berlin, denn es mochten die Mecklenburger Nachrichten das in die Ecke stellen, in der Volkszeitung aus Rostock war es zu finden. Japan annektiert Korea. Im Dezember wurden die Deutschen gezählt und meldeten sich zu 64 Millionen, davon in den beiden Herzogtümern Mecklenburg 746 305, ein Sechsundachtzigstel. Den Mindestbeitrag von dreissig Pfennigen im Monat hätte er aufbringen können, und seit dem vorigen Jahr und Parteitag galt der Partei als zugehörig jedermann, der sich zu den Grundsätzen des Erfurter Programms bekannte, da mögen ihm fürs erste gefallen haben die Fordeurng nach „Selbstbestimmung und Selbstverwaltung des Volks in Reich, Staat, Provinz und Gemeinde“ wie die progressiv gestaffelten Steuern auf Einkommen und Vermögen, kaum aus Neid. De ein sleit den Nagel in, de anner hängt dor den Hot up.

Zum Glück weiss ich das eine: jede seiner Sündenlisten fing er an mit dem Parteitag von 1910, da hatte eine Frau namens Luxemburg nicht ausreden dürfen. Im Mai 1911 eröffneten der Grossherzog und seine hohe Gemahlin in Schwerin am Faulen See eine Mecklenburgische Landes-Gewerbe- und Industrie-Ausstellung. Denn diese Familie wünschte die Industrie nur als Gast, liess Fabrikgründern abwinken, und bekundete ihren Sinn für das Höhere durch Duldung einer Klaviermanufaktur und erwies ihre Gnade lediglich den Bierbrauereien. In Schwerin hätte ein Tischlergeselle leichter Arbeit gefunden als ein Arbeiter. Nächstens denke ich noch: er hielt an in Schwerin! dabei konnte er Crivitz und Rostock und Parchim vielfältiger beschreiben, mehr als bloss die Wege von den Bahnhöfen.

Im September 1911 feierte die deutsche Turnerschaft die Eröffnung eines Turnplatzes in der Berliner Hasenheide vor hundert Jahren; er mag eins dieser Feste erwischt haben unterwegs. 1910 bis 1914, es ist eine lange Zeit für Wanderer, vielleicht ein Jahr zuviel. Sohnestreue klingt anders. Anhängliches Wesen ist so nicht offenbar. Vielleicht also erfuhr er aus einer italienischen Zeitung, daß die S.P.D. 1912 als stärkste Partei in den Reichstag zog, wenn auch nur mit einem Abgeordneten aus den sieben mecklenburgischen Wahlkreisen. Mecklenburg in einem italienischen Munde 1912! das nehme ich zurück. Meyer spricht von einer Berner Klause namens Chiusa, sodann erstirbt ihm das enzyklopädische Wissen. Auch die Fella ist ihm unbekannt, erst beim Tagliamento gerät er wieder ins Conversieren. Chiusaforte, ein Arbeitsplatz. Bis ich ein Bild von diesem Chiusaforte aufgetrieben hatte! Eine graue Fotografie zeigt eine gedrungene Stadt, vielstöckige Steinhäuser, an der unteren Fella, zwischen den Kalkmassen der Venetianer und der Julischen Alpen. Im Sommer ist das Geröllbett des Flusses fast so breit wie das ganze Tal, von dünnen Wasserfäden durchrieselt; die Platzregen im Herbst werfen einen mächtigen Strom ab, einen torrente, der wiederum Geröll und Erde von den kahlen Abhängen reisst und mitnimmt. Da will ich hin, das will ich sehen, diesen November.

1913 Tod Bebels, zweiter Balkankrieg, Albanien wird noch rasch selbständiges Fürstentum, Deutschland feiert in einem fort das Jahr 1813, und Mecklenburg feiert für sich ein Mädchen aus Friedland (Mecklenburg-Strelitz), das bei jenem Krieg in Männerzeug mitgemacht hatte. Willy Zwo begeht das fünfundzwanzigste Jahr im Amt und in Schlesien Manöver, Alle Dag wat Nieges, säd de Katt, dor verbrennt sei sick de Tung an de heite Melk‚ das letzte Kaiermanöver, das weiss er nicht, das ahnt er nicht, er deckt noch einen Leutnant, der seine Rekruten lehrt, das zivilistische Pack mit der Waffe niederzustrecken, wenn es frech vorkommt. Da nicht dies Cresspahl zurückholte in die Heimat, versagte auch die Sturmflut vom 30. Dezember 1913, nicht so wild wie die von 1872, aber sie biss kräftig am Ufer der Insel Poel umher, riss einen deftigen Brocken Erde am Strand der Rostocker Heide ab, liess die Warnemünder noch zu Silvester auch in ihren Strassen Boot fahren. Er hatte wohl Niemanden so dicht an der Ostsee, und im Lande würden sie wohl allein fertig mit dem Schnee, der Norddeutschland zudeckte Meter hoch.

Cresspahls Schule war nicht von der Art, dass er sich ein Chiusaforte hätte ausdenken können. Mir passt auch, dass es die südlichste Gegend ist, in die er sich gewagt hat: lat mi man lachen, du. In einem Brief schreibt er, sein unaussprechliches Hochdeutsch, von „den italienischen Ebenisten des 18. Jahrhunderts“; so streng hielt er sich damals fern von mir, aber Italien hat er mir zugegeben, das nimmt mir keiner weg, es wird mir reichen bis zum Herbst. Ümsünst springt kein Hund oewer ’n Tun, hei möt weiten, wat dor achter is.

Da ist eine Stelle, die von innen zu kennen wehre ich mich. Nie habe ich ihn gefragt, es zu wissen war ich gedrängt, von ihm zu hören hätte ich nicht ertragen: was zu seinen Zeiten das Liebesleben hiess. Stünde es in Briefen, ich würde es lesen, voller Scham es meines Mangels an Scham, obendrein müssten es Briefe sein an andere als mich, zweifacher Einbruch in sein Geheimnis, ich täte es ungeachtet meines eigenen Verbotes.

Da sagen sie mir: in Güstow stand das amtliche Bordell an einer Strasse, die heisst Glewiner Mauer. Was soll ich damit! Da bin ich fix bei der Hand: die Löhnung reichte zu keinen solchen Sprüngen, da hätte er als Mannschaft auf Offiziere treffen können, nun nimm mal Haltung an... Ich kann aufsagen, was mir passiert, wenn ich mich entscheide für das Ungewünschte: Amüsement, Trauer, kumpelhaftes Billigen – lieber verweigere ich die Entscheidung.

Ob ich bei Güstrow, Parchim, Malchow, an der Fella Halbgeschwister leben habe, er hat es mir verschwiegen, ein anderes, in England, ausdrücklich genannt; was er mir vorenthielt, war überlegt. So bestimme ich es. Hier bin ich im Unsicheren sicher; hier lauert keine Katze Erinnerung.

1914 baute Cresspahl sein Meisterstück. Im Frühjahr machte er sich auf den Weg nach Malchow/Mecklenburg/Deutschland. Bei Pontebba musste er schon wählen. Links die steilen Pässe bis fast vor Salzburg, rechts der freundliche Abstieg nach Kärnten; den einen Weg war er gekommen. So möchte ich denken: Graz und Pressburg, Krakau und Warschau, Thorn und Posen, Stargard und Penzlin, Jabel, Nossentin, Silz, Karlshof, Malchow am See. Für den ganzen Weg von Mecklenburg in den Süden, den Osten, den Norden möchte ich gern denken, er habe unterwegs jeweils ein paar Tage geholfen mit den fortschreitenden Ernten, mit einem Blick auf das Wirtschaften der ungarischen und polnischen Bauern, mit einem anderen Blick aufs Essen und einen Mundvorrat. Sparsam war er. Geld brachte er mit.

In der Innung redeten manche, stimmte keiner gegen ihn, sie Hessen ihn zu für die Prüfung, sie nahmen seine Arbeit ab (es muss etwas gewesen sein, das kann ein Mann bequem tragen), sie sprachen ihn zum Meister. In Malchow bleiben hiess Gesine auf dem Möhlenberg treffen, die hiess nunmehr Gesine Zabel, De Fisch mücht de Katt woll, se mag sick man blot de Föt nich natt maken, er ging weg nach Waren, da redete ein Tischlermeister von Verkaufen. Er war mit dem fast einig, da genügte ein Attentat in Sarajevo, das Warten war vorbei.

Russland wünschte die Aufteilung der Türkei zu seinen Gunsten, wollte auch mehr das Sagen haben auf dem Balkan; Frankreich gedachte sich Elsass-Lothringen zurückzuholen, auch in Afrika etwas zu gewinnen; Grossbritannien benötigte das Sagen auf den Weltmeeren für sich allein, konnte die deutschen Kolonien gut brauchen, auch paar Stücke Türkei; Österreich hoffte zuversichtlich auf russischen Boden und darauf, das Sagen zu bekommen auf dem Balkan; Willy Zwo bedurfte all dessen auch, sowie des deutschen Sagens in Europa, weiterhin des Kanoniers Heinrich Cresspahl an der Barbarastrasse in Güstrow.

Redaktionelle Verantwortung: Rolf Michaelis