In den vergangenen Tagen haben deutsche Aktien neue Jahreshöchstkurse erreicht. Daß es dabei immer wieder zu Schwankungen und Rückschlägen gekommen ist, beunruhigt die Börsianer wenig. Sie meinen, die überraschend positiven Konjunkturdaten könnten von den Anlegern auf Dauer nicht ignoriert werden.

Wenn die Aufwärtsbewegung gleichwohl zögerlich verläuft, hat das mit der nach wie vor auf Vorsicht abgestellten Anlagepolitik der großen institutionellen Gruppen und der Banken zu tun. Letztere trauen ihrem eigenen, zur Schau getragenen Optimismus nicht. Für ihre Börsenabteilungen gilt die Devise: Verluste vermeiden!

Die neuen Gipfelkurse sind nicht zuletzt den Ausländern zu verdanken, die sich wieder mehr für deutsche Aktien zu interessieren beginnen. Dabei stehen die alten Favoriten wie Siemens, Deutsche Bank, die Großchemieaktien und neuerdings auch wieder Daimler im Vordergrund.

Bankaktien gelten auch für Inländer als interessant. Denn kommt es zu einem Stopp des Zinsanstiegs, wie er sich im Augenblick abzuzeichnen scheint, würden sich die Abschreibungen auf die Rentenbestände in bescheidenen Grenzen bewegen. Die konjunkturelle Aufwärtsbewegung sorgt zudem für eine Belebung des Kreditgeschäftes. Dabei lassen sich offensichtlich die Zinsmargen ausweiten. Aus heutiger Sicht dürften sich die Jahresabschlüsse für 1988 positiv darstellen. K.W.