Schwedens Sozialdemokraten bleiben die Musterknaben der europäischen Linksparteien. Seit 1932 waren sie nur sechs Jahre lang nicht am Regieren. Nun hat sie das Volk für weitere drei Jahre gewählt. Zusammen mit den Kommunisten verfügen sie im neuen Reichstag über die absolute Mehrheit. Weder politische Skandale noch wirtschaftliche Strukturprobleme warfen die Genossen aus dem Sattel. Und die bürgerliche Opposition vermochte sich nicht als regierungsfähige Alternative darzustellen: Sie verlor Stimmen an die Grünen, deren Vormarsch allerdings unter den Erwartungen blieb. Im Zweifel entscheiden sich die Schweden für ihre „Staatspartei“.

Für Ministerpräsident Ingvar Carlsson ist die Wahl ein wichtiger persönlicher Erfolg. Nach dem Mord an Olof Palme rückte er als Regierungschef nach; jetzt bekam er erstmals das Plazet der Wähler. Das stärkt seine Position innerhalb der Partei, wo sich bislang viele einen angriffslustigeren Führer nach Palme-Vorbild gewünscht hatten.

Der eigentliche Baumeister des Wahlsiegs aber ist der „Supermann im Hintergrund“, Finanzminister Kjell-Olof Feldt. Unumstritten in Unternehmerkreisen, oft gefürchtet bei Linken, gilt er als Ankurbler der Wirtschaft. Weit entfernt von marxistischen Theorien, steuert Feldt einen stramm marktwirtschaftlichen Kurs. Ohne Scheu verschreibt er Arbeitgebern wie Arbeitnehmern bittere Pillen, wenn es das Landesinteresse erfordert – so einfach ist das Erfolgsrezept der schwedischen Sozialdemokraten.

F.G.