Von Rolf Michaelis

So wurde ich schon lange nicht mehr gefilzt. Unerschütterlich wühlt der bewaffnete Sicherheitsbeamte im Koffer. An zwanzig Tischen im Flughafen von Seoul die gleiche Prozedur für ein paar hundert Leute, die nach achtzehn Stunden Flug endlich unter die Dusche wollen. Aber wie ständen die Koreaner da, wenn es wirklich einem Verrückten gelänge, eine Bombe in die Olympiastadt Seoul zu schmuggeln?

Auch im Hotel wollen sie wissen, was im Koffer ist. Sechs Sicherheitswärter sitzen zu beiden Seiten der elektronischen Schleuse, deren schäbiges Aussehen Girlanden von Seidenblumen mildem sollen. Im Zimmer, dessen Fenster nicht zu öffnen ist, ein Merkblatt mit Verhaltensregeln für Notfälle. Jetzt wissen wir, wer die vielen adrett gekleideten Herren sind, die aufmerksam gelangweilt in der Hotelhalle stehen, wer der Muskelmann mit Sprechgerät ist, der mit dem wiegenden Gang eines Boxers im Flur auf- und abgeht. Und doch stellt die Direktion an jeden Aufzug eine junge Frau im wehenden, farbenprächtigen „hanbok“, der traditionellen Nationaltracht.

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„Was aber im Stadion vor sich geht, das wirst du nicht bestreiten, daß es deines Zuschauens unwürdig ist: Fausthiebe und Fußtritte, Ohrfeigen sowie jede Art von dreistem Verhalten der Hände und jegliche Verunstaltung des menschlichen Antlitzes ... Auch die Ringkunst ist ein Werk des Teufels: Die ersten Menschen hat der Teufel zu Boden gedrückt.“

Hat Hans-Dietrich Genscher diese Sätze des Kirchenvaters aus Afrika, Quintus Septimius Florens Tertullianus gelesen, der in seiner christlichen Schmähschrift gegen das antike Spielewesen, „De spectaculis“, vor 1788 Jahren die sportlichen Wettkämpfe verdammt hat? Jedenfalls hat der Außenminister vor zwei Jahren das Goethe-Institut in München gebeten, zum „Olympic Arts Festival“ in Seoul den offiziellen Beitrag der Bundesrepublik Deutschland zu verwirklichen.

Das Goethe-Institut handelte mit bekannter Zuverlässigkeit. „Spitzensport mit spitzer Feder“ heißt eine Ausstellung mit Zeichnungen von Karikaturisten, die in Deutschland leben. An der Yonsei Universität gibt es ein koreanisch-deutsches Seminar über „Auswirkungen des Hochleistungssports auf Kinder und Jugendliche“ und eine Ausstellung des Kindermuseums Wuppertal: „Sport ist Spitze“. Beim „Filmfestival preisgekrönter ausländischer Filme“ werden gezeigt: „Die Sehnsucht der Veronika Voss“ von Fassbinder und „Die bleierne Zeit“ von Margarethe von Trotta. Und zur Premiere einer „Koreanischen Adaption“ seines Einpersonenstücks „Wunschkonzert“ kam Franz Xaver Kroetz nach Seoul.

Aber, fragten sich die Leute im Goethe-Institut, soll das alles sein, was die Bundesrepublik nach Korea schickt, wenn sich dort, wie greise Funktionäre alle vier Jahre herunterleiern, „die Blüte der Jugend aus aller Welt“ zu Kampf und Spiel versammelt?

So entstand die Idee einer „Kunst Disco“, eines drei Wochen dauernden Happenings mit täglich wechselndem Programm in einem eigens zu schaffenden Gebäude. Wenn die Olympiade ein „Fest der Jugend“ ist, sollten wir dieser Jugend ein Fest bereiten und nicht noch ein Orchester oder eine Schauspiel- oder Tanz-Gruppe in die Zwölf-Millionen-Stadt am Han-Fluß schicken.

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„Oh, Kunst Disco“, sagt die Kellnerin im „Cöffee Shop“ des Hotels, als sie den Prospekt neben dem Frühstücksteller aufdeckt. Ungeniert prüft sie Zeitungen und Reiseführer auf meinem Tisch. Ein paar Augenblicke lang deutet sie Tanzbewegungen an. Ja, gestern abend war sie auf der Insel im Han-Fluß, wo Germany ein weißes Haus mit heißer Musik gebaut hat. Ehe sie sich in ihrem dunkelblauen Kostüm auf weißen Stöckelschuhen entfernt, lese ich auf dem Sicherheitsausweis, den sie mit Paßbild am Revers trägt: „Itchi Y. Wong“.

Dann lese ich in einem der Reiseführer: „Der Koreaner“ (eine Koreanerin wagt sich der Verfasser nicht vorzustellen) „ist bei aller Zuvorkommenheit asiatisch zurückhaltend. Richten Sie Ihr Verhalten danach.“

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„Ohne Sicherheitsausweis dürfen Sie das Hotel nicht verlassen“, sagt der Kontrolleur am Ausgang des Hotels. Ich suche meine Hundemarke im Plastiktäschchen mit Klammer, das man immer offen an Hemd oder Jacke tragen soll. Wer Freunde im Hotel treffen oder in einem der sechsunddreißig Restaurants des riesigen Gebäudes (mit eigenem Luxus-Kaufhaus über fünfzehn Etagen) essen will, bekommt eine Erkennungsmarke auf Kleid oder Anzug geklebt. Vor dem Hotel zwölf Polizisten in grauen, hell- oder dunkelblauen Blusen mit tadellosen Bügelfalten trotz des schwülen Spätsommertags. Weiße Kordeln über der Achsel und blütenweiße Strickhandschuhe lassen an Operetten-Soldaten denken. Doch der schrille Ton aus den silbernen Pfeifen, die sie selten aus den Zähnen lassen, holt uns rasch in die Wirklichkeit eines Polizei-Staates unter kaum gemilderten Bedingungen einer Militär-Diktatur zurück.

„Gewöhnlich unterliegt die Post der Zensur“, warnt der zur Olympiade in neubearbeiteter Auflage erschienene „Polyglott“-Reiseführer. Wir erinnern uns, daß bei dem nur unter Protest möglichen 52. Internationalen PEN-Kongreß in Seoul vor drei Wochen die Freilassung von Schriftstellern gefordert werden mußte, die nur deshalb in Haft sind, weil sie für Menschenrechte – also gegen die in Wahrheit noch immer herrschende Militär-Oberhoheit – gekämpft und Schreibverbot haben: Kim Hyon Jang, Lee Tae Bok, Lee San Ha, und das Ehrenmitglied des deutschen PEN Kim Nam Yu.

Können die geschniegelten Ordnungshüter vor einem Luxusschuppen, wo sich Sport-Funktionäre von Polizei-Motorradfahrern mit Sirene zum Dinner abholen lassen, all das Blut vergessen machen, das an den Händen des herrschenden Generals im Nadelstreifenanzug Roh, Tae-woo klebt? Sein Gegner bei der 16. Dezember 1987, Kim Dae-jung, war am 8. August 1973 aus einem Hotel in Tokio entführt, mit Zementblöcken an Armen und Beinen in einem Schlauchboot schon aufs offene Meer gebracht worden, um dort ersäuft zu wenden, als doch noch ein Hubschrauber des bisher alle „Aktionen“ billigenden amerikanischen Geheimdienstes CIA eingriff, weil die USA den Protest der Weltöffentlichkeit fürchteten.

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Ein leichtes, weißes, helles Haus aus viel Glas, weißen Eisenstreben und Sonnensegeln, die mit koreanischen Schriftzeichen locker bemalt sind: So bietet sich das Gebäude dem Betrachter dar, der zur „Kunst Disco“ auf dem Ankara-Park zwischen zwei Armen des Flusses Han kommt. Die noch nicht dreißigjährigen Architekten Peter und Julia Bohn haben ein Haus geschaffen, das allen Bunker-Assoziationen einer „Disco“ spottet. Klare Nüchternheit des Deutschen Bauhauses verbindet sich elegant mit Bauformen Ostasiens. An ein „Skelett“ haben die Architekten gedacht, das durch variable Wände, Wege und Ebenen zum „belebten Körper“ wird. „Darüber ein Dach“, erläutert Peter Bohn, „eine schwebende Fläche mit nach außen ansteigenden Flügeln, weit und leicht austragend wie Vogelschwingen.“

Wenn die „Kunst Disco“ um 17 Uhr öffnet (auch hier eine elektronische Schleuse und Sicherheitsbeamte mit Abtastgeräten), scheint noch die Sonne in das wunderbar durchsichtige Gebäude. Zwischen zwei Flußarmen des träge fließenden, breiten Han, auf dem nur Vergnügungsboote dümpeln, wirkt das Haus der Bohns selber wie eine Yacht – oder wie ein Schwimmbad.

Eine leichte, weiße Stahlbrücke führt an dem Gebäude in einem kleinen Park, im Schatten des 264 Meter hohen Daehan-Wolkenkratzers, vorbei und läßt auch Spaziergänger an dem Treiben in der 1500 Quadratmeter großen Halle teilhaben. Sobald es dunkel wird, beginnt der Glaskasten nach außen zu strahlen. Bunte Laser-Finger tasten dann auch die Industrie-Hochhäuser ab und locken Leute in diesen Mini-Glaspalast, in dem man sich von Anfang an wohlfühlt.

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„gam-sa-ham-nida“: so fünfsilbig will Miss Wong bedankt sein, wenn sie, wohl gegen den Willen ihres Arbeitgebers, Nachhilfeunterricht in Koreanisch gibt. Längst habe ich gelernt, daß sie keineswegs zur Schar der in rote Uniformen gesteckten Kellnerinnen gehört, sondern in ihrem schicken, blauen Kostüm eine der Rayon-Chefinnen des „Coffee-Shop“ ist. Also noch einmal zusammen, und es läßt sich nicht vermeiden, daß man Miss Wong dabei auf Lippen und Zähne schaut: „gam-sa-ham-nida“. Nun wissen wir, wie man „Danke!“ auf Koreanisch sagt.

Miss Wong hat gerade etwas Zeit, deshalb geruht sie mitzuteilen, viel wichtiger als Vokabeln lernen, dabei schubst sie Sprach- und Reise-Führer fast vom Frühstückstisch, sei es, den Geist Koreas zu verstehen. Da gebe es ein Wort, ja eben: nicht nur Wort, ohne das man sie, Miss Wong, und ihr „Land der Morgenstille“ nie begreife. „Kibun“ heißt das Zauberwort.

Es muß so etwas sein wie gute Stimmung, Harmonie zwischen Menschen, im Frieden mit sich selber und den anderen. Kibun sei ganz wichtig. Da dürfe man sogar ein bißchen schwindeln, nur um das Kibun vor einem anderen nicht zu kränken. Und weil ich aus Germany komme, das doch auch ein geteiltes Land sei, habe sie gleich gefühlt, da sei ein gutes Kibun zwischen uns.

Dann stöckelt sie mit wippendem Pferdeschwanz davon. Der Schneider, der die Uniformen der kleinen Soldatinnen des Kapitalismus in diesem Hotel entworfen hat, zwingt dazu, daß wir in Miss Wongs Kniekehlen lesen, bis sie in dem dieses Mal besonders kurz wirkenden Gang von vier Tischen entschwunden ist.

Dann lesen wir brav im Reiseführer, der (wieso der?) Asiate sei „letztlich unergründlich“.

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Da geht ja einer mit Kleidern in die Sauna, denke ich. Aber der Mann ist nur blau-rot-schwarz tätowiert, jeder Millimeter, bis auf Stirn, Handflächen, Fußsohlen. Alle glotzen auf den riesigen Bildschirm eines hinter doppeltem Glas versteckten Fernsehapparates. Im Vorraum spricht mich der Tätowierte an. Ein Professor. Ich, europäische „Langnase“, solle bloß nicht auf die „Olympic show“ des Regimes reinfallen. Sie, die für Demokratie kämpfenden Intellektuellen Süd-Koreas, hätten alles auszubaden, wenn wir Nobelgäste wieder aus dem Lande seien und sich niemand in der Welt für das immer unterdrückte Korea interessiere. Ob ich wisse, was für Koreaner der Mai 1980 in Kwangju bedeute, weshalb sein Sohn, ein Student noch immer „verschwunden“ sei?

Ja, ich weiß. Hätte ich deshalb lieber nicht nach Korea kommen sollen? „Kommt und seht“, sagt der Mann, „aber laßt euch nicht vom vermeintlichen Wirtschaftswunder Koreas blenden. Wo heute der Olympia-Park eure reichen Sportler verwöhnt, haben vor ein paar Jahren noch Menschen gelebt, die einfach enteignet und ohne staatliche Hilfe in Slums abgedrängt wurden.“

Im Mai 1980 hatte der heutige Präsident, Roh-Tae-woo, die Soldaten seines Sonderkommandos in Seoul unter Alkohol und Drogen gesetzt, um sie für einen „Einsatz“ zu präparieren, wie er unter so bestialischen Umständen nach 1945 in einem mit den USA verbündeten Land nicht denkbar schien. Noch immer weiß niemand, ob 1000 oder 2000 Menschen niedergemacht wurden. Aber noch immer ist das Verbrechen weder politisch noch rechtsstaatlich aufgeklärt, geschweige denn gesühnt.

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Im weißen Haus von Seoul, der deutschen Kunst Disco, geht es bei der täglichen Öffnung um 17 Uhr noch recht brav zu. Man hat den Eindruck, die Oberschülerinnen, es müssen ja nicht nur die paar tausend Mädchen sein, die Deutsch lernen, brächten ihre boy-friends in dieses vor Licht, Musik und Leben vibrierende Haus. Noch geht kaum jemand zu den Bars auf jeder Etage, wo neu komponierte Frucht-Cocktails in „Trinktüten“ ausgeschenkt werden, die man einfach in ausgebohrte Sperrholztheken und Tische stecken kann. Es gibt mit Stäbchen zu essen, Salate, Hühner- und Rindfleisch-Schälchen, alle eigens entworfen für seltsam geformte Aluminium-Tische. Und dann gibt es den von Bibs Hosak-Robb entworfenen „Göffel“, eine sohlenartige Kombination von Gabel und Löffel, mit dem man sich die Köstlichkeiten der Küche von Manfred P. Groneck reinschaufeln kann.

Michael Ody, ein Bildhauer der 1986 den Förderpreis der Modewoche in München erhalten hat, hält es mit Umberto Eco: „Ich spreche durch meine Kleidung.“ Aus Schaumstoff, Baumwollgaze, korkbeschichtetem Popeline oder besticktem Frottee entwirft er schöne Kleider, Hinguck-Garnituren, die den beiden verantwortlichen Frauen des Goethe-Institutes, Susanne Höhn und Sabine Lang, die bis Mitternacht reden, schlichten, die zweimal wöchentlich aus Deutschland einfliegenden Rockgruppen auf das neue Land einstimmen oder bei Laune halten, Gelegenheit geben, durchaus europäisch schöne Schultern zu zeigen, während das Schönheitsideal des Ostens der (ausrasierte) Nacken oder die großen Zehen sind.

Die Ströer Brothers, Hans Peter und Ernst Ströer, haben fünfundzwanzig junge deutsche Komponisten und Produzenten angeregt, neue Musik zu machen für eine „Kunst Disco“ zwischen „Jodel-Rap“ und elektronischer Marsch-Simulation, nach der die koreanische Jugend wie wild tanzt, so daß sich Abend für Abend eine lange Schlange vor dem Eingang bildet, weil mehr als 2000 Leute in dem wunderschönen Kunstschuppen alles verhindern: Gespräch, Tanz, Essen.

Howard Fine und seine Gruppe von Tänzern, viele von ihnen mit großer Begabung zu Clownerie und Improvisation, geben nicht nur tanztheatralische „Einlagen“, sondern mischen sich unters Publikum und sorgen für immer überraschende Zwischenspiele, die Uli Petzold an seinen Ton- und Licht-Pulten ebenso sicher steuert.

Daß unsere biedere Bundesrepublik den Mut hat, jüngeren Leuten eine Chance zu geben, macht einen in all dem fröhlichen Trubel der jungen Menschen in Seoul froh. Jürgen Drews, Musikreferent des Goethe-Institutes, kann sich in Korea (hoffentlich auch in Deutschland) für seine Idee einer Kunst Disco glänzend bestätigt finden. Die 4,6 Millionen Mark hat das Auswärtige Amt, haben also wir Steuerzahler, gut angelegt – auch die vielen Sponsoren.

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„Sie reisen zurück nach Germany?“, fragt Miss Wong. Sie scheint gute Beziehungen zum Hotel-Computer zu unterhalten. „Ja“, sage ich. „Es ist wieder Dienstag.“ „Ah“, sagt die kleine Koreanisch-Lehrerin, „bei uns heißt der zweite Tag der Woche ‚Feuertag‘, dann kommt, wie auf unserer Nationalflagge, die Sie jetzt täglich im Fernsehen sehen, der ‚Wassertag‘, dann der ‚Holztag‘, der ‚Metalltag‘, dann der ‚Erdtag‘. Am ,Sonnentag‘ wären wir wieder zusammen. Und wissen Sie, daß wir anders zählen als Sie in Europa? ‚ha-na‘ heißt wohl ‚eins‘, wenn Sie ihren ‚koopi‘ (Kaffee) bestellen, aber wenn es ums Datum oder Geld geht, haben wir in Korea andere Wörter, dann heißt ‚eins‘: ‚il‘. Erst ab der Zahl fünfzig kommen beide Skalen wieder zusammen.“

Sind es diese ungeheuren sprachlich-mathematischen Einsichten oder Miss Wongs freundlich spöttische Augen, die mich stumm machen? Endlich rappele ich mich auf zu dem lang geübten „Auf Wiedersehen“: „amjonghi kasejo!“ Da brechen Miss Wong und die inzwischen um sie versammelten Kellnerinnen in fröhlichstes Gelächter aus. „Viel noch lernen“, tröstet Fräulein Wong. „Bei uns Unterschied, wer geht, wer bleibt. Wer geht: ‚kjesejo!‘ ich, die bleibe, sage: ‚kasejo!‘“ Dann verbeugen wir uns, der Reiseführer will es so für „verehrungsvollen“ Abschied, dreimal tief.

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„Machen Sie den Koffer auf!“ Das sagt kein Landsmann von Miss Wong nach zwanzig Stunden, sondern ein zur Erfüllung des Diensteides ausgeschlafener Zollbeamter in Hamburg. Und ich erinnere mich an Verse aus dem Gedicht „Schreie“ des koreanischen Dichters Kim Chi-Ha, der 1941 geboren ist, 1974 zum Tode verurteilt, 1980 aus „humanitären Gründen“ freigelassen wurde:

Wie aus Sehnsucht nach grünen Bergen und Feldern

das in Ställen eingesperrte angekettete Vieh,

so brüllen wir und verlangen Freiheit.

O blutendes Land unserer Ahnen!

Mit der Sorge des Sohnes,

mit dem Bangen der Tochter,

die am Lager des todkranken Vaters

zerrissenen Herzens auf sein wildes Atmen lauschen,

so sind wir aufgestanden ...

Und sagen sie, für Demokratie und Freiheit zu kämpfen,

bedeute Aufruhr des Pöbels,

so wollen wir Pöbel sein für immer.