ZEIT: Herr Döding, die sogenannte Altersteilzeitarbeit soll die Vorruhestandsregelung ablösen, die zum Jahresende ausläuft. Beide Modelle waren im Ursprung einmal Ihre Idee. Sind Sie mit dem jetzigen Kompromiß zufrieden?

Döding: Nein, ganz und gar nicht. Erhalten geblieben ist nur der Gedanke, älteren Menschen die Chance zu geben, sich allmählich auf den dritten Lebensabschnitt vorzubereiten.

ZEIT: Also der humanitäre Aspekt...

Döding: Ja. Aber angesichts der ausgesprochen dürftigen finanziellen Ausstattung ist daraus jetzt eine Altersteilzeitarbeit de Luxe geworden, die sich nur wenige Arbeitnehmer leisten können.

ZEIT: Nach der mühsamen Einigung der Christdemokraten soll ein Arbeitnehmer rund siebzig Prozent seines bisherigen Bruttoeinkommens bekommen, wenn er sich mit 58 Jahren entschließt, nur noch zwanzig Stunden pro Woche zu arbeiten.

Döding: Und davon müssen noch sämtliche Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden. Was bleibt denn da übrig!

ZEIT: Die Tarifvertragsparteien können ja draufsatteln, wie sie es beim Vorruhestand auch getan haben.