In einem Beschluß zur Schadstoffhöchstmengenverordnung forderten auch die Bundesländer den Umweltminister erneut auf, alsbald entsprechende Werte für Cadmium, Blei, Quecksilber allgemein, Thallium und Arsen in das neue Regelwerk aufzunehmen.

Das hat sich Umweltminister Klaus Töpfer auch vorgenommen. Und nun könne er den Querelen mit der Lebensmittelwirtschaft gelassen entgegensehen, denn mit der jetzt gefundenen "pragmatischen Lösung" habe man "einen Fuß in der Tür", hoffen die Beamten im Umweltministerium. Ein bestehendes Regelwerk zu erweitern, sei "immer leichter, als ein neues zu schaffen". Bei allem Optimismus glauben aber auch sie nicht an schnelle Wunder.

Die Wissenschaft freilich hat die Bonner Erkenntnisse schon überholt. Inzwischen wissen Toxikologen mehr über die polychlorierten Biphenyle. Die ausgewählten sechs Verbindungen jedenfalls seien nicht die mit der "humantoxikologisch größten Bedeutung", stellt der Kieler Spezialist Hermann Kruse fest. Dem Bundesumweltminister kann er daher nur bescheinigen, "eine Verordnung mit völlig unbrauchbaren Werten" erlassen zu haben.