Das tragbare Radiogerät hängt an einem Lederriemen über seiner Schulter, die dann schief sitzt, weil der Kasten doppelstöckig ist. In der Hand könnte er ihn nicht lange halten, dieser wieselige Typ bringt höchstens dreißig Kilo auf die Waage, sieht aus wie vierzehn, aber ich lege einfach noch zwei Jahre drauf. Und wo geht’s hin? In den Park mit dem Ententeich. Da dreht und kurbelt, drückt und tastet er an seinem „Gepäck“ herum, bis ein Walzer herauskommt, der ganze Park kriegt ihn ab. Danach erstickt er kurzerhand den Nachrichtensprecher, und in einem anderen Sender stirbt gerade Marschmusik.

Der Musik-Regisseur läuft zum Kinderspielplatz; eine Rocknummer donnert aus seinem Kasten, und drei Jung-Mütter fangen an zu hopsen. Der nächste Bus ist seiner. Er stößt mit seinen Darbietungen jetzt in die City vor, läßt mitten im Gedränge einen Evergreen an die Luft, geigenfrisiert, so eine Nachmittagsmelodie für Frauen, die noch vorm Spiegel sitzen. Und er wühlt sich weiter vor, zieht einen Donnerrhythmus hoch, der alles in Grund und Boden fetzt, mittendrin schlägt ein Sänger zu, und das ist wie bei einem Unfall, wenn jemand zwischen das Blech kommt, und der Lärm nicht aufhören will.

Er stolpert beinahe, will da raus und verschnauft sich vor einem Blumenstand, bietet dem aber auch noch eine Einlage, da gibts so eine Art Serenade mit Harfe, Cello und Klarinette, die von einem Tango abgelöst wird, echt lateinamerikanisch – ratz-ratz – die Gitarren. Und er dreht, kurbelt, drückt und tastet nicht mehr. Hätte er wenigstens Geld erwartet oder einen Auflauf, von wegen, setzt seinen „Doppeldecker“ ab, steckt ihn in ein Futteral, als wär’s ein Instrument und düst ab. Rennt in ein Treppenhaus, wird gleich gestoppt, eine Frau reißt ihm seinen Apparat aus der Hand und schleppt ihn die Treppe rauf. Er könnte das viel besser.