DIE ZEIT

Kein Maß, kein Mittelmaß

Die Spanne seines öffentlichen Wirkens erstreckte sich über vier volle Jahrzehnte: Länger als irgend jemand sonst nach dem Kriege stand Franz Josef Strauß aktiv in der politischen Verantwortung.

Worte von Franz Josef Strauß

„Ich weiß gar nicht, ob Herr Brandt persönliche Schwächen hat...............................................................

Der Letzte der Olympier

Niemand polarisierte die Republik wie Franz Josef Strauß: vergöttert von seinen Freunden, verdammt von seinen Feinden

Dokumentation: Die Macht des Alters

„Liebe Genossen, natürlich bin ich traurig darüber, daß sich meine Situation im Zentralkomitee der Partei verändert. Doch das Alter ist unerbittlich, ihm kann man nicht entkommen.

Nachlese: IRA-Urteil in Gibraltar

Ginge es allein nach der britischen Regierung, könnte die Akte über die Gibraltar-Aktion der Antiterror-Einheit SAS jetzt ein für allemal geschlossen werden.

Bonner Bühne: Architekt im Außenamt

Hans-Dietrich Genscher drängt, aufs neue: „Jetzt geht es darum, die Architektur für das ganze Europa zu entwerfen.“ Welches ganze Europa? „Kein Volk in dem großen Raum vom Atlantik bis zum Ural kann und darf.

Weltbühne: Rückenwind aus Moskau

Die polnische Krise erfordere eine schnelle Lösung unabhängig von der Entwicklung in der Sowjetunion, hatte ein Berater von Solidarnosc noch am letzten Freitag auf die Frage erklärt, welche Konsequenzen eine Niederlage des Gorbatschowschen Reformkurses für Polen haben könnte.

Das letzte Manuskript

Im Urteil über Schmidt verrät Strauß auch viel über sich selbst und seinen Begriff der Politik

„Wir denken, seine Ziele sind richtig“

Am Kiosk, im Warenhaus, im Papiergeschäft – überall in Vilnius (Wilna) werden die runden Anstecker angeboten: gelb-grünrot-gestreift, in den Farben der Fahne des unabhängigen Litauens.

Wolfgang Ebert: Störenfriede

„.. und stecken überall ihren Rüssel rein, wo’s Stunk gibt. Vor allem tauchen sie ausgerechnet haargenau in kritischen Situationen auf und zwar nur, um anschließend dem Image der Polizei zu schaden, indem sie völlig unbegründet von brutalen Polizei-Einsätzen phantasieren.

Papst-Epistel über die Frauen: Nachdenken und Nach-Hinken

Warum soll nicht auch einmal ein Papst laut nachdenken? Wenn aber das Ergebnis solcher "Nachdenklichkeit, die anderes als Schlagzeilen sucht" (so drückte es Kardinal Ratzinger aus), als Lehrschreiben an alle Katholiken der Welt gerichtet wird, dann setzt sich der Autor doch der Frage aus, ob die Menge des bedruckten Papiers – 130 Seiten – auch dem Gewicht der Aussagen entspricht.

Gnade für Putschisten?

Seit ihr Mann vom Militärgefängnis in Alcalá de Henares in das Hospital Goméz Ulla verlegt wurde, nimmt Francisca Diez de Rivera fast jeden Tag denselben Weg.

Ärzte in Wackersdorf: Protest als Prophylaxe

Wir sind dienstlich hier“ – Diese lakonische Auskunft gibt Dr. Uwe Hilke, fragt man ihn nach dem Sinn der weißen Kittel. Die große Mehrzahl der etwa 600 Ärzte aus Deutschland und Österreich steht an diesem 1.

6000 Quadratmeter gegen Nato-Kommandobunker: Friedensacker

Maria G. geht mit Dackel und Ehemann Peter am Moolberg spazieren. Es ist Herbst 1985. Auf dem Flurstück, nahe dem niederrheinischen 500-Seelen-Dorf Linnich-Glimbach gelegen, blockieren an diesem Morgen 200 Friedensbewegte die künftige Baustelle für den neuen Nato-Bunker „Castle Gate“.

Krach mit dem Kanzler

Vor vier Wochen schien die Welt noch in Ordnung. Da fand Helmut Kohl vor den Delegierten des IG-Chemie-Kongresses anerkennende Worte für die Gewerkschaften und sprach von gemeinsamen Interessen und gemeinsamen Aufgaben.

Ladenschluß: Stolpersteine

Der Pakt war fast absehbar. In Berlin haben sich Einzelhandel und Gewerkschaften darauf verständigt, in Betriebsvereinbarungen den Ladenschluß auf 18 Uhr 30 festzuschreiben.

Rüstungshilfe: Geschenk

Bislang hatte man in Bonn stets nur den Sozialdemokraten nachgesagt, sie könnten nicht mit fremder Leute Geld umgehen. Spätestens seit der letzten Reise des scheidenden Bonner Wirtschaftsministers nach Griechenland weiß man, daß es auch noch andere gibt, auf die das zutrifft.

Bonner Kulisse

SPD-MdB Karl Diller, im Haushaltsausschuß für den Agraretat zuständig, fand beim Durchforsten des Etatentwurfs für 1989 ein Projekt, das – glaubt man dem CSU-Abgeordneten Hermann Fellner – zur Lösung der EG-Agrarüberschüsse beitragen soll.

Bernhard Blohm:: Einsichten ins Unvermeidliche

Das ist gewiß: Mit seiner Rede vor Journalisten im Dachgartenrestaurant des Berliner Interconti trug der mächtigste deutsche Bankier Anfang voriger Woche Unruhe in die wohltemperierte Bankenwelt.

EG-Handelspolitik: Zu billig für Europa

Friedrich Beseler hat in Brüssel einen Job, der manchmal kriminalistischen Scharfsinn verlangt. Er ist der oberste EG-Beamte für das Aufspüren unerlaubter Niedrigpreispraktiken, und selbstverständlich sieht er alles korrekt nach juristischen Normen und strikt Gatt-konform zugehen, also in Übereinstimmung mit den Vorschriften des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens.

Bank und Börse: Windige Geschäfte

Eine Traumvilla in Cannes entpuppte sich kürzlich als Zentrale eines international operierenden Betrügerrings, der sich auf den Verkauf von fast wertlosen amerikanischen Aktien spezialisiert hatte.

Markt-Report: AEG-Aktien vorerst im Abseits

Trotz des günstigen Umfelds war der Börsenstart in das letzte Quartal dieses Jahres verhalten. Psychologisch mag dabei eine Rolle spielen, daß sich der Börsenkrach vom vergangenen Jahr gerade in diesem Monat jährt.

ZEITRAFFER

Zur Entlastung der Umwelt hat der Strukturwandel der Industrie in der Bundesrepublik nicht beigetragen. Der Rückgang der Schadstoff-Emissionen aus Branchen wie Bergbau und Stahlindustrie ist nach Angaben des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung durch den zusätzlichen Ausstoß der expandierenden Chemie und der wachsenden Stromwirtschaft überkompensiert worden.

LÄNDER IM VERGLEICH

Die Spanne der Netto-Verdienste von Industriearbeitern in Europa ist weit. Die Schweiz steht mit 30 190 Mark an der Spitze. Und am Ende der Skala – in unserer Tabelle nicht mehr angeführt – steht Portugal.

Banken sollen zahlen

Pick: Aus Sicht der Sozialdemokraten gibt es mehrere Möglichkeiten. Die haben wir in einem Gesamtkonzept zusammengefaßt, das dem Bundestag jetzt als Antrag vorliegt und worüber die Parlamentarier in nächster Zeit diskutieren werden.

MANAGER UND MÄRKTE

In der Politik war er meist der Jüngste: Mit 24 Jahren bereits saß Andreas von Schoeler für die FDP im Bundestag, mit 28 war er Staatssekretär im Bundesinnenministerium.

Duell der Zahlenfresser

Kaum zu glauben, aber wahr: Die zündende Idee kam Falk-Dietrich Kübler, nachdem er einen Fachartikel gelesen hatte. Kollegen in England war es gelungen, einen sogenannten Transputer zu entwickeln, einen Artverwandten des Mikroprozessors, der das Herzstück eines jeden Computers ist.

Übernahmen: Immer Ärger mit Harry

Südafrikas mächtigster Konzern sorgt für den Fall vor, daß die weiße Herrschaft im Apartheidstaat zusammenbricht. Die Oppenheimer-Gruppe will durch die Fusion von zwei Unternehmen ihres Einflußbereichs einen Konzern schmieden, der einen beachtlichen Vorteil hätte: Seine weitverzweigten Interessen in Goldminen und Metallbergwerken, Öl und Baumaterialien sowie Industriefirmen würden außerhalb Südafrikas liegen, das wegen seiner Rassendiskriminierung zunehmend politisch isoliert und ökonomisch bedrängt wird.

„Ich habe nichts zurückzunehmen“

ZEIT: Herr Mansholt, Sie gelten als Schöpfer des europäischen Agrarmarktes. Heute erweist sich die gemeinsame Agrarpolitik immer mehr als schwere Belastung für die Europäische Gemeinschaft.

Die Probleme der Rentenversicherung erfordern drastische Änderungen – so plädierte vergangene Woche der Kronberger Kreis. Dem widerspricht Professor Winfried Schmähl, der Vorsitzende des Sozialbeirats.: Kein Grund zur Panik

Wenn etwas seit langem unumstritten ist, dann die Notwendigkeit einer Reform der Alterssicherungssysteme. Im Durchschnitt aller OECD-Länder – und nicht nur in der Bundesrepublik – wird sich die Zahl alter Menschen im Verhältnis zu Personen im Erwerbsalter innerhalb von gut vierzig Jahren verdoppeln.

Gewässerschutz: Von Kollegen naß gemacht

Einst marschierte Jo Leinen an der Spitze von erlaubten und unerlaubten Demonstrationen gegen Atomkraftwerke, stellte fest, "daß letztendlich die Lobby der Industrie bei allen Umweltgesetzen noch immer die erfolgreichste ist", und forderte zur Blockade des Dreckschleuder-Kraftwerkes Buschhaus auf, "um den weiteren Betrieb ohne Entschwefelungsanlage zu stören".

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