Feuilleton

Hirnnahrung

Jetzt werden sie ihn überall feiern, Amerikas ewig jugendlichen Helden, John F. Kennedy.

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DIE ZEIT

Vertanes Votum

Vergebliche Wählermüh’? Die Hoffnung, Israels Wähler könnten die klaren Entscheidungen treffen, zu denen die Politiker nicht gefunden haben, hat wohl wieder einmal getrogen.

Provokant

Der runde Tisch mit einem Durchmesser von neun Metern ist fertig und steht im Jablonna-Palast unweit Warschaus. Aber ob die vorgesehenen Teilnehmer, die an ihm Gespräche führen sollen, je dort Platz nehmen werden, das erscheint höchst ungewiß.

Auf schiefer Bahn

Die Bundesrepublik Deutschland, ein Spaltprodukt des Zweiten Weltkrieges, ist nach und nach zum viertgrößten Waffenexporteur der Welt geworden.

Entrümpeln

Kaum jemand hierzulande weiß die Antwort auf diese Fragen. Deswegen leuchtet die SPD-Forderung ein: Auf den Tisch mit den Fakten! Nur die Fakten können einer gefährlichen Legendenbildung entgegenwirken.

Zeitspiegel

In der baskischen Stadt Gernika ließ der mörderische Luftangriff von Hitlers Legion Condor am 26. April 1937 kaum einen Stein auf dem anderen.

Worte der Woche

„Nicht jeder Arbeitsplatz kann und darf in der Bundesrepublik erhalten bleiben. Es ist ein Gebot der internationalen Solidarität, die Arbeitslosigkeit auch in anderen Ländern abzubauen und sie nicht noch dorthin zu exportieren, wo sie schon am höchsten ist.

Die Zicken und Zacken des Oskar Lafontaine

Traumwandlerisch sicher trifft er immer wieder auf den Nerv. Ja zu kürzeren Arbeitszeiten ohne vollen Lohnausgleich, nein zur überzogenen Deutschtümelei, ja zur Sonntagsarbeit, nein zum Verantwortungs-Imperialismus der SPD, ja zu Genscher, zum Unternehmertum und zur Marktwirtschaft ohne Wenn und Aber – schon lange hat man keinen Politiker erlebt, der es wie Oskar Lafontaine fertiggebracht hätte, in so kurzer Zeit mit so lapidaren Stichworten so leidenschaftliche Kontroversen in der Sozialdemokratischen Partei wie in der Republik auszulösen.

„Ich will nicht heim ins Reich“

Mir blutet das Herz, wenn ich an meinen Freund Schmilinski denke. Er hat seinen schönen, großen Bauernhof oben zwischen zwei Masurischen Seen, drei Kinder, vier Pferde, dazu Kühe und Schweine und natürlich Hühner und die unvermeidlichen Gänse.

Aussiedler oder Asylanten – um wen müssen wir uns in erster Linie kümmern? Darüber wird hierzulande gestritten, mit falschen Untertönen. Unter den Volksdeutschen selbst ist die Frage umkämpft: Bleiben oder gehen? Zwei direkt Betroffene beziehen gegensätzliche Standpunkte zu diesem inneren Konflikt.: Deutschsein – was heißt das?

Diesen Aufsatz schreibe ich im Zorn. Mit dem Zorn eines Deutschen auf die vielen, die nie oder kaum darüber nachgedacht haben, ob oder daß sie Deutsche sind, die Deutschsein gleichsetzen mit der Staatsbürgerschaft oder der Parteinahme im Sport und die sich irritiert fühlen durch den angeschwollenen Zustrom von Menschen aus dem europäischen Osten und Südosten, die als Deutsche in Deutschland (West) leben und anerkannt werden wollen.

Ben Witter: Angetippt

Auch Politiker, die in die Jahre kommen, lassen sich die Haare tönen; färben wäre zu radikal. Einer, der nicht mehr unter ihnen ist, jedoch noch ziemlich lange vom Himmel herunter hier unten „fensterln“ wird, tat ein Doppeltes: Er kämmte seine Haare plötzlich zurück.

Streit um Berlin: Gegenwind im Korridor

Die jüngste DDR-Note an die Westmächte, betreffend den Berliner Flugverkehr, bestätigt anscheinend die strenggläubigen Statusfetischisten, die meinen, man solle in Berlin am besten alles so lassen wie es ist.

Tschechoslowakei: Politik mit Knüppeln

Der Aufruf, mit dem die „Tschechoslowakische Unabhängigkeitsinitiative“ zu einer friedlichen Demonstration am 28. Oktober, dem Nationalfeiertag, auf den Wenzelsplatz einlud, klebte an zahlrei:hen Häuserwänden in Prag – doch nur einen Tag lang.

Spaniens Rechte: Don Manuel kehrt zurück

Noch immer gehört es zu den Besonderheiten des spanischen Parteiensystems, daß sich rechts von den regierenden Sozialisten keine schlagkräftige Opposition etabliert hat.

Großbritannien: Liberalität in Gefahr

Einer dünnhäutigeren Regierung müßte es in diesen Tagen und Wochen schrill in den Ohren geklungen haben. Ausgerechnet Südafrikas Präsident P.

Frankreich: Vorsicht regiert

Frankreichs Premierminister Michel Rocard zettelte um des Friedens willen einen Krieg der Worte an. In einer Volksabstimmung sollen die Franzosen am Sonntag über die Zukunft des bürgerkriegsgeplagten Neukaledonien entscheiden; doch groß scheint ihre Lust zum Urnengang nicht zu sein.

Begegnung in Leverkusen: Wie kommunistisch ist der ANC?

Liberale Buren, Russen und Joe Slovo, der Chef der in Südafrika verbotenen KP, trafen sich vergangene Woche in Leverkusen. Joe Slovo, in Litauen geboren, mit neun Jahren nach Südafrika gekommen, ist großbürgerlich, moderat, charmant, gebildet.

Schundkost aus der politischen Hexenküche

Wieviel Symbolwert kann ein altes Photo haben? Es stammt aus dem Jahre 1948, und die Demokraten lieben es: Harry Truman hält lachend eine druckfrische Ausgabe der Chicago Daily Tribune in die Höhe; die Schlagzeile lautet „Dewey schlägt Truman“.

Südtirol: Bomben vor der Wahl

Nur mit einem Glas Wein, nicht mit Sekt“ wollte der Landeshauptmann und Vorsitzende der Südtiroler Volkspartei, Magnago, auf den Kompromiß anstoßen, auf den er sich im Frühjahr mit der italienischen Regierung eingelassen hatte.

Weltbühne: Wahlkampf-Müll

Stippvisite in Chicago. Gedrückte Stimmung. Wahlen? Alles redet von den bevorstehenden Bürgermeisterwahlen. Kommt das Gespräch auf die Präsidentenwahlen, macht sich Betretenheit breit.

Bonner Bühne: Abgrund von Peinlichkeit

Zuerst singt die Bonner Bachgemeinschaft, mit dem Kantor der Synagogengemeinde, ein Lied aus dem Krakauer Getto: „’s brennt, Brüder, s’ brennt“.

Spanien: Ende einer Entführung

Spaniens längster und wohl spektakulärster politischer Entführungsfall ging unblutig zu Ende: Die baskische Untergrundorganisation ETA ließ den Immobilienkaufmann und ehemaligen Wurstfabrikanten Emiliano Revilla frei.

Strahlen und Krebs

Für radioaktive Strahlung gibt es zweierlei Maß. Mit Becquerel (früher Curie) messen Wissenschaftler die Radioaktivität von Stoffen: von Wasser und Gestein, von Milch und Fleisch zum Beispiel.

Juden in Karlsruhe: Es tut immer weh

Das bist ja du! – Ja, und das ist mein Bruder Rolle, und der da, das ist Moshe. Hier, der Kleine!“ Der „Kleine“ ist jetzt auch da, steht daneben und wird von dem „Groden“ in den Arm genommen.

Urteil gegen CDU-Politiker: Ein böses Spiel

Südbadische CDU-Politiker nennen die Schwangerschafts-Beratungsstelle „pro familia“ zuweilen „contra familia“. Die „Gesellschaft für Sexualberatung und Familienplanung“ ist ihnen seit Jahren schon verdächtig.

Mieterprobleme: Das Grün soll weg

Vor zwölf Jahren zog die Bildhauerin Inka Uzoma nach Hamburg-Eimsbüttel in den Langenfelder Damm 21 b. Damals fand sie hinter der Hoftür ein tristes Karree vor, Ascheimer, Sperrmüll, schmierige Platten.

Benzrepublik Deutschland

Edzard Reuter kann sich gratulieren. Dem Chef von Daimler-Benz scheint zu gelingen, was vor ihm kein deutscher Unternehmer schaffte: Er hat sogar die Bundesregierung davon überzeugt, daß für die Nation von Vorteil sein muß, was gut ist für seine Firma.

Wahnsinn in Wall Street

Allein in den beiden letzten Wochen im Oktober boten Geldanleger 35 Milliarden Dollar (rund 63 Milliarden Mark) für Unternehmen, die sie kaufen wollen.

Erika Martens:: Tanker auf neuem Kurs

Seit dem Beginn der achtziger Jahre wird sie immer wieder beschworen, die Krise der Gewerkschaften. Die Arbeiterbewegung, so die einhellige Analyse, läuft Gefahr, die Zeichen der Zeit zu verschlafen.

Börsenschluß: Ende offen

Wer glaubte, die weltoffenen deutschen Bankmanager und Börsianer seien weit fortschrittlicher als die Tarifpartner der bundesrepublikanischen Wirtschaft, hat sich geirrt.

Bonner Kulisse

Helmut Kohl hält viel von Männerfreundschaften und steht in Treue fest dazu. So ist es denn auch verständlich, daß er sich für arbeitslose Freunde einsetzt, so zum Beispiel für Hans Friderichs, ehemaliger Bonner Wirtschaftsminister, danach Vorstand bei der Dresdner Bank.

Berlin-Flüge: Höchste Zeit

Die Ruhe währte nur einen Sommer, doch dann wiederholte sich das Frühjahrsspektakel: Die Winterflugpläne für den Berlin-Verkehr waren gedruckt, aber die Fluggesellschaften konnten sie nicht in die Tat umsetzen, weil sich die Luftattaches der Amerikaner, Briten und Franzosen nicht einig waren.

Raubkopien: Zu bequem

Sind technische Entwicklungen aufzuhalten? Wird das Tonband die Schallplatte ersetzen? Ruiniert das Videoband die Kinos? Verdrängt der Photokopierer die Literatur? Solche Fragen wurden immer wieder gestellt und je nach Interessenlage beantwortet.

Rudolf Engen: Lauter Geheimtips

Immer wenn die Königlichschwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm den Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften bekanntgegeben hat, muß Direktionsassistent Dr.

Energieversorgung: Kein Klima für Atomkraft

Die Erkenntnisse sind alarmierend, die Konsequenzen tiefgreifend. Sonst eher nüchterne Wissenschaftler-Gremien übertreffen sich in der Beschreibung von Endzeit-Szenarien: Die Deutsche Physikalische Gesellschaft warnt vor der "drohenden Klimakatastrophe", die Meteorologische Gesellschaft beschreibt sie als "eine der größten Gefahren der Menschheit", und die vor wenigen Monaten bei der Weltklima-Konferenz in Toronto versammelte internationale Fachwelt kam zu dem Schluß, daß die Gefahr nur mit einem "globalen Nuklearkrieg" zu vergleichen ist.

„Das Normale ist oft unerwartet“

Die Virustraße ist eine der schönsten Straßen der estnischen Hauptstadt Tallinn. Kurz nach dem Viru-Tor, der früheren Lehmpforte Revals, mündet sie auf den Vana-Turg-Platz, den Alten Markt, der in der Geschichte der alten Hansestadt Reval, das heute Tallinn heißt, eine große Rolle gespielt hat.

Genußscheine

Genußscheine stehen zwischen Aktien und festverzinslichen Wertpapieren. Einerseits sind die Inhaber von Genußscheinen am Gewinn und am Verlust der Gesellschaft beteiligt, es besteht insofern also eine Parallele zur Dividendenzahlung auf Aktien.

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