An den Börsen ging es in den vergangenen Tagen verhaltener zu. In der Hauptsache war es der schwächere Dollar, der den Anlegern Sorgen bereitete. Sie fürchteten, daß Ausländer nun dazu übergehen könnten, die abgefallenen Gewinne zu realisieren. Bisher kann davon allerdings keine Rede sein. Auffällig ist lediglich, daß Kaufaufträge aus dem Ausland in dieser Woche nur noch sehr sporadisch kamen.

Mit einem gewissen Mißtrauen wird die Zunahme der Kapitalerhöhungen verfolgt. Sehen die kapitalsuchenden Unternehmen einen Endpunkt der jüngsten Aufwärtsentwicklung und wollen kassieren, solange sich noch hohe Ausgabepreise für junge Aktien durchsetzen lassen? Vor diesem Hintergrund wurde das angekündigte Bezugsrecht der Dresdner Bank keineswegs als Hausse-Moment empfunden. Hinzu kommt, daß der Kurs der Dresdner Bank in den vergangenen Wochen im Zusammenhang mit Gerüchten über eine angebliche Verbindung zur Allianz-Holding schon kräftig zugelegt hat.

Eine Sonderbewegung gab es bei der AEG, deren Kurs innerhalb weniger Tage von 171 auf über 190 stieg. Ausgangspunkt war die Daimler-Zusicherung, die AEG "nicht ausschlachten", sondern nur umstrukturieren zu wollen. Aber ist das allein ein Grund, AEG-Aktien zu kaufen? K. W.