Köln: "Made in Cologne".

Es muß nicht gegen eine Ausstellung sprechen, wenn man zunächst den Ort preist, der sie möglich macht: Mit der DuMont Kunsthalle besitzt die Stadt Köln seit kurzem ein fabelhaftes Gehäuse für die Präsentation von Kunst, so licht, so unprätentiös, so offensichtlich vielfältig nutzbar auf rund 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, daß man den Initiatoren für die Zukunft nur hinreichend Unterstützung, viele gute Themen und Möglichkeiten der Inszenierung wünschen kann. Fabrikhallen, auch Schalterhallen von Großbanken, das ist nicht neu, geben oft ein weitaus günstigeres Areal für die Darbietung bildender Kunst ab, als dies manches (moderne) Museum leistet, weil ihr Ausbau eine einfache, funktionale Zweit-Nutzung vorsieht und nicht architektonische Anstrengung. Jetzt besitzt Köln mit der Halle auf dem Firmengelände des Verlages DuMont Schauberg in Niehl einen dieser multifunktionalen Schauplätze, die sich gerade besonders gut für die raumgreifenden Ausstellungen aktueller Kunst eignen. DuMont wird dort künftig einige Veranstaltungen pro Jahr Übernehmen; doch auch kommunalen und anderen Aktivitäten soll das Haus offenstehen.

"Made in Cologne" heißt die von Klaus Honnef zur Eröffnung der Kunsthalle organisierte Schau – 25 Künstler in ihrer Eigenschaft als Markenartikel, präsentiert in einem Stellwandsystem mit Kojen von je 35 Quadratmetern und je einer sieben Meter langen Wand für Großformate (oder museale Reihung). Dank Haupt- oder Nebenwohnsitz oder irgendwie mit der Stadt verbunden (wie Markus Lüpertz, Berlin und Düsseldorf), bekräftigen die Beteiligten nicht nur für auswärtige Besucher die Attraktivität des Kunst-Standortes Köln. Wobei es sich, um Irrtümern vorzubeugen, bei den Exponaten nicht um eine DuMont-Privatsammlung handelt, sondern um private Leihgaben und Lieferungen des Kunsthandels. Bernard Schultze, Sigmar Polke und die Ehemaligen der "Mülheimer Freiheit", die Blumes und Michael Buthe, Ulrike Rosenbach und A.R. Penck, Karl Marx, Stefan Szcesny und Rosemarie Trockel – der gemeinsame Nenner heißt Köln; zu den Kojen, die auf eine größere Ausstellung neugierig machen, gehört die von Isa Genzken (Boltensternstraße, bis 16. November, Katalog 20 Mark).

Ursula Bode