Immer wenn die Königlichschwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm den Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften bekanntgegeben hat, muß Direktionsassistent Dr. Günter P. von der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) im Auftrag der Geschäftsleitung feststellen, (a) um wen es sich handelt und (b) was der Anlaß der Preisverleihung sein könnte. Darüber hinaus erwartet die Geschäftsleitung fundierte Spekulationen, was man so educated guesses nennt, wer im nächsten Jahr den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhalten könnte.

Für Dr. P. sind (a) und (b) über die Jahre zur Tortur geworden, von der er sich gern mit educated guesses – nun schon für 1989 – erholt.

Nach der diesjährigen Verkündigung schickte Dr. P. der EMMA-Geschäftsleitung ein konzises Memo:

a) Bei dem Nobelpreisträger handelt es sich um Professor Maurice Allais, einen französischen Wirtschaftswissenschaftler;

b) die Verleihung des Nobelpreises erfolgte, soweit feststellbar, weil es sich um einen französischen Wirtschaftswissenschaftler handelt.

Die EMMA-Geschäftsleitung wollte mehr wissen.

Dr. P. telephonierte mit den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten mehrerer deutscher Universitäten sowie mit führenden Mitarbeitern der Königlich-schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm. Ergebnis: Ein Allais, Maurice, ist nirgendwo bekannt. Dr. P. stellte fest, daß die wichtigsten Werke Allais’ vor 40 beziehungsweise 45 Jahren erschienen waren (zudem auf französisch), machte für sich die Gnade der späten Geburt und fehlende Französischkenntnisse geltend und bat die EMMA-Geschäftsleitung, nun über 1989 spekulieren zu dürfen.