Ulrich Ramm, seit kurzem Generalbevollmächtigter der Commerzbank und zuständig für das Image des Hauses, mochte seinen Augen nicht trauen. Das manager magazin mm machte in einer Anzeige seinen Chef Walter Seipp nieder. "Klar abgeschlagen" landete die Commerzbank laut mm in einem "einzigartigen Härtetest" der wichtigsten 500 deutschen Aktiengesellschaften "unter ferner liefen". Das mochte PR-Manager Ramm nicht hinnehmen und schaltete – bisher einmalig im deutschen Pressewesen – flugs eine Gegenanzeige in FAZ, Handelsblatt, Spiegel und der Neuen Zürcher Zeitung.

Doch nicht nur das schlechte Abschneiden der Commerzbank verwundert die Experten, überhaupt gibt die mm-Hitliste viele Rätsel auf. Da sind zum Beispiel die Kölner Fordwerke besser als Daimler Benz, und der Paderborner Computerbauer Nixdorf findet sich auf einer Qualitätsstufe mit dem Lampenbauer Brillantleuchten oder dem Bierbrauer Erste Kulmbacher wieder. Und warum etwa der Handelskonzern Asko fast 130 Plätze besser eingestuft wird als der weltweit agierende Elektrogigant Siemens, weiß wohl nur der Computer.

Mit Sport Auflage zu machen ist ein hartes Geschäft – trotz einer zig Millionen starken sportinteressierten Zielgruppe. Zu groß ist das aktuelle Angebot von Tageszeitungen, Hörfunk und Fernsehen. Wochen- oder gar Monatsblätter tun sich da gewiß schwer. Immerhin: Das wöchentlich erscheinende Sport-Bild, das der Springer Verlag mit einer Auflage von drei Millionen; Exemplaren im Februar dieses Jahres an den Start schickte, hat die angepeilte Auflage von 500 000 Exemplaren erreicht.

Zufrieden äußert sich auch der Gruner + Jahr Verlag, der im Februar 1987 das Monatsmagazin Sports auf den Markt brachte. Gut 109 000 Exemplare wurden im dritten Quartal dieses Jahres im Schnitt pro Ausgabe verkauft.

Im kommenden Jahr möchte das Hamburger Verlagshaus wohl gern einen größeren Auflagensprung tun. Denn von dem Deutschen Sportverlag in Köln wurde jetzt dessen Zeitschriftentitel Sport Illustrierte gekauft. Er wird zum Untertitel von Sports. Ob freilich auch die Leser und Abonnenten mitkommen, hatte die Sport Illustrierte eine Auflage von knapp 143 000, davon 63 000 Abonnenten.

Als die Ruhrgas AG ihren Aktionären in diesem Sommer auf 1,1 Milliarden Mark Aktienkapital 477 Millionen Mark oder 43,4 Prozent Dividende ausschüttete, gab es Ärger. Die Kunden des größten deutschen Gasversorgungsunternehmens argwöhnten, ihr Vorlieferant verdiene wohl zuviel Geld, und in Bonn wuchs die Neigung, dem Erdgas parallel zur Erhöhung der Heizölsteuer eine Abgabe aufzubrummen. Der Gewinn, so konnte man hören, gebe es ja offensichtlich her.

Im Jahr davor hatte die Ruhrgas auch nicht viel weniger verdient, sie hatte nur geschickter operiert. Von 424 Millionen Mark Bilanzgewinn wurden vorab 160 Millionen in die Rücklagen gesteckt und "nur" 264 Millionen ausgeschüttet. Das aber war den Aktionären – allen voran der BP and der Ruhrkohle – zuwenig. Weil sie in ihrem angestammten Geschäft mit Verlust arbeiteten, konnten sie die Ruhrgas-Dividende steuerfrei kassieren. Der Vorstand hat sich dem werbenden Drängen seiner Großaktionäre nicht widersetzt.