Sweet Honey In The Rock: "Breath... The Best of"

Ein Dutzend Gesänge, und jeder hat etwas Beschwörendes an sich – durch eine gewisse melancholische Unerschütterlichkeit, eine Art versonnener Inbrunst, die sich mahnend oder fröhlich in den Liedern wie im Gesang dieses Sextetts schwarzer amerikanischer Frauen mitteilt. Ihre Darbietung ist nicht so geschliffen, wie man es etwa vom Vokalsextett "The King’s Singers" kennt, sondern urwüchsiger, gelassener, und so ist auch ihre musikalische Botschaft ungleich direkter. Man fühlt sich an den Gospelsong erinnert. Meist führt eine Stimme, während die anderen den Chor bilden und in oft regem Wechselgesang darauf reagieren.Es geht in den Liedern um die Kraft der Herkunft, um Fremdheit, die sich schwerlich überwinden lasse, um die Solidarität mit einer Frau, die sich ihrer Haut gewehrt hat: es werden schwarzes Arbeiterbewußtsein, das Risiko der Arbeit – Silikose, Radioaktivität – (auch hustend) beschworen, und der Frieden, und es wird daran erinnert, daß Kinder niemandes Eigentum seien. Es gibt ein trauriges Lied über Soweto, aber auch zwei Stücke, die sehr kunstvoll gesetzt und ausdrücklich kunstvoll gesungen werden, (entente 833 088-926/BMG; Ariola; Aris) Manfred Sack

Ute Lemper: "Ute Lemper singt Kurt Weill"

Die Parodie, die in vielen Weill-Songs steckt, kann überhört werden, wenn der Gesang nur dem Text nachspürt; dem Brechtschen Text, der die Musik so zum Kontrapunkt, zum süßlichen Hintergrund verkleinert. Ute Lempers kühles, biegsames Timbre gibt den Songs das Als-ob, die heitere Parodie, die sie so unbeschwert traurig macht. Das von John Mauceri geleitete Rias Berlin Kammerensemble bringt die feinsinnigen Weillschen Arrangements so deutlich und pointiert zu Gehör, daß man nur staunen kann, wie viel mehr manche der Songs zum Thema "sagen" als die Texte. Die sanfte Brutalität im Lied des Lotterieagenten, das die Lemper mit samtig-gläserner Stimme singt; der Alabama-Song, die haltlose Anbetung des Dollar-Mondes, die sie mit zynisch-ausschwingendem Tremolo zelebriert. (Polydor 820760

Martin Ahrends

Nachbemerkung zum "Glockenspiel der Garnisonkirche zu Potsdam – Märsche und Kammermusik am Hofe Friedrichs des Großen": Die auf der Plattentasche vermerkte Bestellnummer (Teldec UNS D 22 758) ist keine. Wir bitten um Entschuldigung. Einzige Bezugsquelle ist: Hannelore Auras-Blank, Schützenstraße 64, 581 Witten, Tel.: 02302/12068