Die Menschenversuche an KZ-Häftlingen wirken weiter

Von Ralph Giordano

Der Inhalt des Buches ist übersichtlich gegliedert: "Der Versuch in der Geschichte" – "Menschenversuche im Nationalsozialismus" und "Menschenversuche aktuell" – aber so komplex und informationsdicht, daß er sich eigentlich einer kurzen Rezension entzieht:

  • Rainer Osnowski (Hrsg.):

Menschenversuche – Wahnsinn und Wirklichkeit

Kölner Volksblatt Verlag, Köln 1988; 173 S., 22,- DM.

Dennoch: Medizinische Experimente an Tier und Mensch, auch vivisektorische, gab es schon in der Antike. Das geht in der Anatomie und Physiologie zurück bis auf die Schule von Alexandrien im 3. Jahrhundert vor Christus. Dahinter steht Aristoteles. Die Römer übernahmen. Der Bericht des großen Arztes Galen von Pergamon zur Zeit des Kaisers Marc Aurel über die Funktion der Nieren und der Harnleiter durch vivisektorische Tierversuche mutet in seiner detaillierten Eindringlichkeit an wie die Vergrößerung unter der Elektronenlinse.