"Brennende Betten"

von Pia Frankenberg

Auch wenn in Pia Frankenbergs neuem Film (der zweite nach "Nicht nichts ohne Dich") so manches in Flammen aufgeht, brauchen wir nicht zu befürchten, wieder, einer ,Flambierten Frau" im Kino zu begegnen. Pia Frankenberg führt uns mitten hinein in einen Hamburger Slum, wo sich Gina (von der Regisseurin selber gespielt) trickreich in eine heruntergekommene Wohnung einmietet. Sie hat das Leben mit Karl satt, weil alles zu langweilig und vorhersehbar abläuft.

Die Wohnung freilich hat einen Haken. Gina kann sie nicht allein bewohnen. Harry Winfield (Rockstar Ian Dury) hat hier auch ein Heimatrecht. So arrangiert sich das ungleiche Paar mehr schlecht als recht, als eine Art "gemischte Raubtiernummer", um in Ginas Jargon zu sprechen Harry: Engländer, Pauker an der Oper und leidenschaftlicher Hobbyfeuerwerker. Gina: Kfz-Prüferin beim TÜV und wild entschlossen, jeden Abend auf Männerfang zu gehen. Ob neutraler Schweizer, Punk oder harmloser Daddy, wenn "You’re a lady, I’m a man" auf dem Plattenteller dudelt, wissen wir, was sie tun. Harry gibt währenddessen ein Drummer-Solo oder brät sich in englischer Manier ein Ei. Vier Bierflaschen, ein Grilleinsatz, Spiritus und Streichhölzer ersetzen den heimischen Gasherd.

Feuer allerorten: nicht nur in der Küche, auch in Ginas Schlafzimmer züngeln die Flammen. Und zwischen Gina und Harry entzünden sich wahre Feuerwerke aus Worten und Blicken. Das kann nicht gutgehen, denkt der angefeuerte Zuschauer. Tatsächlich zieht Harry aus und läßt eine gar nicht fröhliche Gina zurück. Da sitzt sie nun auf ihrem Bett, traurig, zündelt ein bißchen, und als die Leopardendecke in Flammen aufgeht, weiß sie, was ihr fehlt. Tusch und Happy-end.

Eine in rasantem Tempo gedrehte, von britischem und deutschem Wortwitz inspirierte Liebeskomödie ist zu Ende; noch nicht screwball comedy, aber nahe dran. Anne Frederiksen

"Heart of Midnight"