DIE ZEIT

Künstler, Brandstifter

In Frankreich brennen Filmtheater – tatsächlich. In Wien brennt das Burgtheater – einstweilen nur auf einer obszönen Photomontage der Neuen Kronen Zeitung.

Im Schatten der Schande

Im kommenden Jahr wollen die beiden deutschen Staaten den 40. Jahrestag ihrer Gründung begehen – getrennt, wie sich versteht.

Weiter auf Reagans Kurs?

Amerikas Wahlkampf-Marathon ist zu Ende, nicht jedoch der sechsmonatige Urlaub von der Weltgeschichte, den es sich alle vier Jahre gönnt: Erst am 20.

Gekämpft bis zum Umfallen

Es hat ihm nichts genutzt, dem kleinen stählernen Mann, daß er gekämpft hat bis zum Umfallen. Auch seine Wandlung vom Eismann zum mitreißenden, leidenschaftlichen Redner hat keine Früchte mehr getragen.

Worte der Woche

„In der Arbeitslosigkeit ist die Frage nicht, noch mehr zu wissen, sondern zu bewirken, daß mehr geschieht. Die Politiker müssen sich auf die Sache konzentrieren, nicht auf das Geflüster aus den Kulissen hören.

Zeitspiegel

Wäre es nicht so ernst, könnte es als schlechter Scherz gelten: Ausgerechnet als nationalistische Exilorganisation mit dem alten Draker-Emblem des heulenden Wolfes tarnte sich der rumänische Geheimdienst, um Gegner der Ceausescu-Diktatur in der Emigration aufzuspüren und zu bedrohen.

Ein Mann, der schwer zu fassen ist

Nun endlich ist George Bush am Ziel seiner Wünsche angelangt. Lange genug hat er sich vorbereitet, hat er gedienert, gekämpft und geackert, um als Präsident ins Weiße Haus einziehen zu können.

Neues Denken in der Neuen Welt

Trotz aller Skepsis hoffen die Amerikaner auf einen Wandel in den Beziehungen der Supermächte

Gewitterwolken über der Klagemauer

Der Ausgang der Wahl war wie ein Schock, der verstört und lähmt. Zum erstenmal in der gerade 40jährigen Geschichte Israels blieben die Religiösen als Sieger auf der Walstatt der zwölften Parlamentswahl.

Ben Witter: Angetippt

Was machen wir mit dem Tod? Die Tage mit den Nebelschüben kommen wieder, an denen man sich auch ganz offiziell mit ihm beschäftigt, pflichtgetreu und entsprechend geübt.

Komplimente für die Lady

Margaret Thatchers Auslandsreisen haben in den letzten Jahren immer mehr den Charakter von Kreuzzügen angenommen. Beflügelt vom Erfolg der Radikalkur, mit der sie Großbritannien vor dem Niedergang bewahrt hat und gestärkt durch ihre unbestrittene Sonderstellung unter den westlichen Regierungschefs, läßt sie keine Gelegenheit verstreichen, die Botschaft von den Vorzügen des Thatcherismus, von Markteffizienz und Liberalisierung auch außer Landes zu verkünden.

Thatcher-Besuch an der Weichsel: Balsam für die kranke Seele

Bravo Maggie", riefen begeisterte Warschauerinnen, als sich Englands prominenteste Hobby-Hausfrau in einer Markthalle nach dem Lebensmittelangebot erkundigte und bei dieser Gelegenheit eingemachte Pilze und geriebenen Meerrettich für ihre Vorratskammer in der Downingstreet 10 kaufte.

Um den letzten Mann

Wetten werden noch angenommen: Schafft es Gerhard Schröder diesmal, oder verfehlt er wiederum knapp das hochgesteckte Ziel, Ministerpräsident einer SPD-Regierung in Niedersachsen zu werden? Mit dem Antrag auf Selbstauflösung des Parlaments, über den gegen Monatsende abgestimmt werden soll, wird er wohl scheitern, die erforderliche Zweidrittelmehrheit nicht bekommen.

Änderung in der SED-Spitze: Immer schön im Kreis herum

Auf Erich Honecker paßt genauso gut, was Wolf Biermann einst über Walter Ulbricht schrieb: "Also schreitet dieser voran im Kreise/ und sieht auch vor sich nichts, als abertausendmal eigene Spur im Lehm/ Jahr für Jahr wähnt er also, der Einsame/ den Weg zu gehen der Massen.

Kölner Wirren“: Ein guter Hirte wird gesucht

Kein Heiliger und kein Herrscher wird gesucht, eigentlich nur ein guter Hirte. Doch eben solcher ist in der katholischen Kirche Deutschlands schwer zu finden – so scheint es wenigstens, wenn man das länger als ein Jahr dauernde Gerangel um die Nachfolge des verstorbenen Erzbischofs Höffner von Köln zum Maßstab nimmt.

Waldschadensbericht: Wankende Eichen

Gerade erst vor zehn Jahren forsteten die Apokalyptiker im Lande die deutsche Sprache mit dem Begriff "Waldsterben" auf. Die Regierung machte sich diese Untergangsvokabel freilich nicht zu eigen, sondern erfand – weil auch sie nicht mehr über die hinsiechenden Forsten hinwegsehen konnte – den Terminus "neuartige Waldschäden".

Nachlese: Meyer tritt zurück

Der Bremer Innensenator Bernd Meyer wird nun doch zurücktreten. Der 42jährige SPD-Politiker zieht die Konsequenzen aus dem Geiseldrama von Gladbeck und Bremen, das im August drei Menschenleben gefordert hatte und über weite Strecken vor der Fernsehkamera abgelaufen war.

Weltbühne: Väter und Söhne

Die Franzosen nennen ihn fils à papa, bei uns heißt er Muttersöhnchen: Jener Erbe, der zu wohlbehütet aufwächst und danach alles falsch macht.

Neues Grab für Nagy

Der nach dem Ungarnaufstand von 1956 hingerichtete Ministerpräsident Imre Nagy soll jetzt eine würdige Grabstätte erhalten. Nagy und eine unbekannte Zahl exekutierter Arbeiter und Studentenführer liegen bis heute in namenlosen Einzel- und Massengräbern an einer fast unzugänglichen Seite des Budapester Zentralfriedhofs.

Bonner Bühne: Heilige Überzeugungen

Edmund Stoiber will die Gesellschaft nicht nur davor bewahren, daß sie sich durchmischt und durchrasst. Er schwingt sich nun auch noch zum Hüter der reinen christlichen Lehre auf, der die Gesellschaft "für viel zuwenig durchkircht" hält.

Die Rächer der Tiere

Für das Lebensrecht der gequälten Kreatur greifen radikale Tierschützer zur Gewalt

Ein Tribunal der Tiere?

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Haschisch & Photomodelle: Sturz eines Oberstadtdirektors

Oberstadtdirektor Alfred Dahlmann galt als dynamischer, ehrgeiziger Macher. Der nicht weniger ehrgeizige Oberbürgermeister Dieter Pützhofen (CDU), der sich gern "Kennedy vom Niederrhein" nennen läßt, hatte den 55jährigen Verwaltungsjuristen vor zwei Jahren in die "Samt- und Seidenstadt" Krefeld geholt.

Unter schlechtem Stern

Wenn es ums Prinzipielle geht, ist Otto Graf Lambsdorff um einen starken Spruch nie verlegen. So gab er im Mai 1987 zum Stichwort „Aktive Industriepolitik“ zu Protokoll: „Eingriffe in marktwirtschaftlichen Strukturwandel erfolgen nicht nur zu dem Zweck, das Gestern zu bewahren.

Bonner Kulisse

Weniger von ihren Feinden als von ihren Freunden mußte sich die Bundesregierung immer wieder den Vorwurf anhören, sie habe ihre als Jahrhundertwerk gepriesene Steuerreform schlecht verkauft.

Ruhrgebiet: Geld winkt

An zwei Dingen hat das Ruhrgebiet keinen Mangel: an Arbeitslosen und Konferenzen darüber, warum die Lage so desolat ist. Aufgeschreckt vom Protest der Rheinhausener Krupp-Arbeiter, hatten Anfang des Jahres Politiker, Unternehmer, Gewerkschafter und Verbändevertreter auf gleich zwei Montan-Konferenzen medienwirksam über Abhilfe nachgedacht.

Brauereien: Salz schadet

In der Brauwirtschaft gärt es wieder. Die verlorene Schlacht um das Reinheitsgebot ist noch nicht ganz vergessen, da droht den Bierproduzenten neues Unheil: Das Brauwasser ist nicht rein genug.

Goldene Zeiten

So ändern sich die Zeiten. Als vor einem knappen Jahr die Konjunkturpropheten ihre Prognosen für 1988 abgaben, war ein Plus von zwei Prozent bei den Investitionen das allerhöchste der Gefühle.

Zeitliches aus der Uni: Alma Vater

Köln, Zülpicher Straße, Neue Mensa, Dienstag morgen, 8 Uhr: Trotz „nachtschlafender“ Zeit drängen Studenten zu Hunderten in den Speisesaal mit der schönen Bezeichnung „EG Süd“.

Verlage: Kurzer Friede

Nach einem Gerichtsurteil könnte der Streit um die Burda-Beteiligung an Springer wieder aufbrechen

Schwaches Wachstum, überalterte Bevölkerung, leere öffentliche Kassen – die soziale Sicherung in den Industriestaaten wird unbezahlbar. Doch Sparen reicht nicht. Der Wohlfahrtsstaat braucht neue Konzepte. Eine ZEIT-Serie: Das unmögliche Volksheim

Nach den Sätzen der Lehrbuch-Ökonomie kann der schwedische Wohlfahrtsstaat mit seiner außerordentlich hohen Steuerbelastung und seinen weit ausgebauten sozialen Sicherungssystemen unmöglich funktionieren: Hohe Steuerbelastung tötet, so die Lehrbücher, jegliche Arbeitslust ab, und bei umfangreichen sozialen Sicherungen braucht man sich nicht mehr selbst anzustrengen.

Passagiere gesucht

Mit der neuen deutsch-französischen Gesellschaft Euroberlin France erhöht sich das Platzangebot drastisch

Wirtschaftsbuch: Ein früher Sozialliberaler

Nein, das ist keine verlegerische Glanzleistung. Da hatte nun jemand im Hause Rowohlt die ausgezeichnete Idee, ein zu Unrecht nahezu in Vergessenheit geratenes Buch aus den Anfängen unseres Jahrhunderts, aus dem Jahre 1913, neu aufzulegen, und da machte man das auf so lieblos ungeschickte Art.

Markt-Report: Im Wartestand

Auch diesmal wurden die Börsentage um die Präsidentenwahlen in den Vereinigten Staaten wieder von Unsicherheit geprägt. Schließlich vermag niemand zu sagen, wie die Wirtschaftspolitik der neuen Regierung aussehen wird.

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