In der Brauwirtschaft gärt es wieder. Die verlorene Schlacht um das Reinheitsgebot ist noch nicht ganz vergessen, da droht den Bierproduzenten neues Unheil: Das Brauwasser ist nicht rein genug. So sieht es jedenfalls Dieter Soltmann, neuer Vorsitzender des Deutschen Brauer-Bundes.

Soltmanns Klage: Nitrat versalzt den Brauern das Wasser und – wenn sie nicht aufpassen – auch bald das Geschäft. Viele Brauereien verwenden für ihren Gerstensaft Wasser, das mehr als 25 Milligramm Nitrat pro Liter enthält. Das ist der Richtwert, den die EG für Trinkwasser empfiehlt.

So weit, so schlecht. Ein bißchen aber wundert die Sorge um die Reinheit des Wassers, hatte die Brauereiwirtschaft doch bisher argumentiert, es gebe nichts Reineres auf der Welt als das deutsche Bier. In Sachen Reinheit hielt man es offenbar nicht so genau mit der Wahrheit.

Apropos Reinheit: Für Brauwasser gibt es keine zwingende Vorschrift für den Nitrat-Gehalt. Die Bierproduzenten orientieren sich lediglich an der Trinkwasserverordnung. Und die schreibt einen Grenzwert von 50 Milligramm vor – also doppelt so viel, wie die „Bierpanscher“ aus Brüssel. ls