Soweit man die Korrespondenz zugrunde legen kann, hat es in der Verbindung Johanna und Otto von Bismarck nie ernsthafte Streitigkeiten oder gar Entfremdungen gegeben. Sie war für ihn der "irdische Engel", das "Allerliebste" auf dieser Welt. Er wurde von ihr geradezu vergöttert, ähnlich wie es die englische Königin Victoria mit ihrem Prinzgemahl Albert getan hat. Der engeren Außenwelt ist dieses gute Verhältnis der beiden Eheleute nicht verborgen geblieben. Kein geringerer als Kaiser Wilhelm I. stellte in seinem Glückwunschtelegramm zur Silbernen Hochzeit im Sommer 1872 fest: "Daß Ihnen beiden unter so vielen Glücksgütern, die Ihnen die Vorsehung für Sie erkoren hat, doch immer das häusliche Glück obenan stand, das ist es, wofür Ihre Dankgebete zum Himmel aufsteigen."

• Ingelore M. Winter:

Mein geliebter Bismarck

Der Reichskanzler und die Fürstin Johanna. Ein Lebensbild mit unveröffentlichten Briefen; Droste Verlag, Düsseldorf 1988; 290 S., 38,– DM