Reismüsli oder Buchweizen? Sesam, Soja oder Roggenflocken? Die Zeit von lediglich Weißbrot und Marmelade, Käse und Kaffee zum Frühstück ist vorbei, zumindest für die, die es so wollen – die Hotels haben den Bio-Trend entdeckt.

Ob im Sheraton oder im Steigenberger, im Hilton oder im Marriott, im Mercure, Intercontinental, Dorint, Mövenpick oder Ramada Inn, in fast allen großen Hotels taucht mittlerweile auf dem Buffet auf, was bislang alternativen Frühstückscafes vorbehalten war – Kost, die sich "bio", "fit" oder "Vollwert" nennt.

Die Hoteliers haben das Frühstück als des Geschäftsmannes wichtigste Mahlzeit ausgemacht. Fitneß für den Verhandlungstisch, so heißt es, beginnt im Magen; wer sich dynamisch vom Frühstückstisch erhebt, hat den Tag über ein leichteres Spiel.

Als "Bio-Ecke" wird zumeist der Teil des Tisches betitelt, wo fern von Rührei, Aufschnitt und Schinken besonders Gesundes aufgebaut ist: Körner und Müsli sind gemeint, Dörrpflaumen, Naturjoghurt, Kleie, Leinsamen, Buttermilch, frische Früchte ...

Im Queens (vormals Crest-Hotel) kann der biobewußte Frühstücksgast sogar seine Körner selber mahlen; das ist allerdings die Ausnahme. Es lohnt sich auch, zu fragen, woher das Getreide kommt: Im Queens, Best Western, Mercure und Marriott soll es, zum Teil zumindest, aus biologischem Anbau stammen. Ein "aktiver Beitrag zur Erhaltung unserer natürlichen Umwelt", wie die Mercure-Hoteliers betonen.

Der Bio-Gast im Mercure (Hotels der Kette sind unter anderem in Bremen, Bielefeld, München, Stuttgart und Wetzlar) erhält darüber hinaus einen Sonderservice. Damit er auf der Suche nach möglichst viel Fitmachendem nicht um das Frühstücksbuffet herumirrt, bekommt er, minutiös aufgelistet, einen Frühstücksfahrplan in die Hand. Fünf Prototypen von Frühstücksmenschen stellen darin ihre Morgenmenüs vor. Da präsentiert eine entschlackungswillige Dame ihr "Leicht-Frühstück" (270 Kalorien): Brottrunk, Fruchtsaft, Honig, Vollkornbrot mit Kleieaufstrich und Kräutertee dazu. Der Geschäftsmann empfiehlt das Menü "Job"; wer abnimmt, wählt das "Linie"-Menü. Für den, der einen empfindlichen Magen hat, heißt das Frühstück "Wohl", mit magenschonendem Gemüsesaft und Reismüsli. Die geballte Ladung Energie sieht das "Sport"-Frühstück vor: Vollkornbrot, Müsli, Joghurt, Ei.

Tröstlich: Das Ganze ist, wie überall, im Preis für das normale Frühstücksbuffet inbegriffen. Der liegt, je nach Hotel, zwischen 15 (Mercure) und 25 Mark (Hilton). Barbara Supp