ZEIT: Herr Diehl, wenn der EG-Binnenmarkt 1993 in Kraft tritt, soll auch der Duty-free-Verkauf innerhalb der Gemeinschaft verschwinden. Müssen Sie dann Ihre Firma schließen?

Diehl: Nein. Unsere Umsätze würden allerdings um dreißig Prozent sinken. Wir sind aber der Meinung, daß es auch nach 1993 mit Duty free in Europa weitergehen sollte, allerdings in anderer Form.

ZEIT: Was würde die Abschaffung des steuerfreien Einkaufs in der EG für die Branche denn bedeuten?

Diehl: Die Flughäfen müßten nach unseren Schätzungen auf einen Umsatz von 1,5 Milliarden Mark im Jahr verzichten, die Betreiber von Fährschiffen auf etwa eine Milliarde Mark und die Fluggesellschaften auf 665 Millionen Mark. Die Fluglinien müßten zum Beispiel ihre Tarife um zehn Prozent anheben, wenn der Duty-free-Handel an Bord entfiele.

ZEIT: Binnenmarkt ist nun einmal Binnenmarkt. Da gibt es eben keinen grenzüberschreitenden Verkehr mehr.

Diehl: Auch nach 1993 wird es noch erhebliche Unterschiede in der Steuerbelastung von Alkohol und Tabak geben, etwa zwischen Portugal und Dänemark. Solange dies so ist, gibt es auch noch Grenzkontrollen und damit eine Grundlage für Dutyfree-Geschäfte.

Kein zollfreier Verkauf mehr – das würde über eine Milliarde Mark Gewinnausfall in der betroffenen Wirtschaft und entsprechend geringere Steuereinnahmen bedeuten. Wir würden uns doch nur selbst schaden. Fast hundert Prozent des zusätzlichen Umsatzes werden doch mit Waren aus EG-Produktion erzielt. Die fänden dann keinen Absatz mehr.