Der unmittelbar nach den Präsidentenwahlen in den Vereinigten Staaten einsetzende Rückgang des Dollars sorgte zunächst an den Börsen für Unruhe. Dies um so mehr, als der frühere Präsidentenberater Martin Felsenstein für die kommenden Jahre einen Dollarsturz um zwanzig Prozent voraussagte.

An den deutschen Aktienmärkten führten erste Verkaufsaufträge aus dem Ausland in vielen Standardwerten für rückläufige Notierungen. Die Ausländer verdienten zweimal. Einmal an den in den vergangenen Monaten gestiegenen deutschen Aktien, zum anderen an der festeren Mark.

Daß sich in einer solchen Situation inländische Anleger zurückhalten, liegt auf der Hand. Das wirft insbesondere bei Kapitalerhöhungen Probleme auf. Vorhersehbar war das Debakel mit den Asko-Bezugsrechten, die schließlich nur noch zu einem Markpreis von zehn Pfennigen notiert wurden. Auch das war noch kulant, denn rechnerisch war das Bezugsrecht wertlos geworden.

Mit wenig Begeisterung wurde das geplante Engagement der Aachen-Münchener Versicherungsgruppe bei der Volksfürsorge betrachtet. Es wird befürchtet, daß die AMB einen Teil der hierfür erforderlichen Mittel über die Börse beschaffen wird.

Dies alles hat die positive Grundstimmung für deutsche Aktien jedoch nicht beseitigt. Sie basiert auf günstigen volkswirtschaftlichen Daten, vor allem auf einem Gewinnwachstum bei zahlreichen Gesellschaften. K.W.