Immer wenn ihn der Hilferuf einer Universität erreicht, fühlt Dr. Günter P., Direktionsassistent der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA), sich geschmeichelt. In diesen Tagen erreichen die Hilferufe wirtschaftswissenschaftlicher Fakultäten deutscher Hochschulen volle Chorstärke. Dort weiß niemand, wie man mit der neuen Studentenschwemme fertig werden soll.

„Alle wollen Management und Marketing lernen“, klagt der Dekan einer renommierten Fakultät. „Aber möglichst als Kurzkurs und ohne irgendwelches Buchwissen. Könnten Sie nicht bei uns eine Gastdozentur übernehmen, über praktisches Management und Marketing?“

„Es gibt doch ältere Kollegen, emeritierte Professoren, die das sicher gern tun würden“, wendet Dr. P. ein.

„Nein“, sagt der Dekan, „das wirtschaftswissenschaftliche Pensionärspotential ist schon voll ausgeschöpft.“

„Es ist für mich ein Terminproblem“, überlegt Dr. P. „Mein Zeitmanagement hat einen hohen Grad an Komplexität erreicht. Aber ich könnte Ihnen vielleicht ein Skript zusammenstellen, die wichtigsten Wirtschaftstheorien, das Zusammenwirken von Staat und Wirtschaft und neue Trends im Management, so auf drei, vier Seiten.“

„Gekauft“, sagt der Dekan begeistert. „Mehr als vier Seiten schafft heute kein Student mehr. Was würden Sie zur Geschichte volkswirtschaftlicher Theorien denn aufschreiben wollen?“

„Daß Keynes die Arbeitslosigkeit durch Staatsverschuldung bekämpfen und Friedman die Staatsverschuldung mit Arbeitslosigkeit bekämpfen wollte, so daß wir jetzt in den großen Industriestaaten sowohl hohe Arbeitslosigkeit wie hohe Staatsverschuldung haben. Damit ist Gleichgewicht erreicht, was ja die Klassiker vollauf bestätigt.“