Nicht sonderlich ausgeprägt ist die Bereitschaft deutscher Landwirte, ihre Acker wenigstens zeitweise unbearbeitet zu lassen und statt dessen eine Prämie zu kassieren. Nach den jetzt verfügbaren Zahlen werden die im Rahmen des EG-Programms zur Flächenstillegung bereitgestellten Mittel nur zu 64 Prozent in Anspruch genommen.

Noch im August hatte Staatssekretär Kurt Eisenkrämer nach einer Umfrage bei den Bundesländern "reges Interesse" gemeldet. Doch nach Ablauf der Meldefrist stellte sich heraus, daß vor allem die Bauern in Nordrhein-Westfalen und Bayern auch durch Prämien kaum dazu zu bringen sind, ihre Felder/nicht zu bearbeiten.

In Nordrhein-Westfalen wurden die Fonds nur zu 43 Prozent beansprucht, in Bayern (nach dem vorläufigen Stand) sogar nur zu zwanzig Prozent. Dagegen lassen sich offensichtlich die Großbetriebe in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, wo die Quote praktisch zu hundert Prozent ausgeschöpft wird, das Brachliegen ihrer minderwertigen Acker vom Staat bezahlen. Im ersten Jahr wird das Programm Bund und Länder etwa 170 Millionen Mark kosten.

Der gefragteste Ökonom der Republik heißt zweifellos Horst Siebert. Erst sollte der Professor von der Universität Konstanz Chef des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen werden, jetzt geht er als Nachfolger von Herbert Giersch nach Kiel, um das Institut für Weltwirtschaft zu leiten.

Siebert hat sich seinen guten Ruf mit zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen erworben, gleichzeitig aber auch Sinn für scheinbir unökonomischen Humor demonstriert. In fünfter, "füllig umgearbeiteter" Auflage erschien jetzt seine Nationalökonomologie (Verlag J.C.B. Mohr, Tübingen), die sich mit den "weniger düsteren Aspekten der Wirtschaftswissenschaft" befaßt. Da gibt es Aufschluß über die Ökonomik des Schlafens oder des Zähneputzens, über den lustvermehrenden technischen Fortschritt und über den geheimnisumwobenen "unterirdischen Käsestrom von Mausenhausen".

Ganz geheuer scheint Siebert der Ausflug in den höheren ökonomischen Nonsens allerdings nicht zu sein. Er versteckt sich vorsichtshalber als Herausgeber hinter dem Pseudonym Orestes V. Trebeis. Der Verlag äußerte die Hoffnung, Siebert könnte nach seinem Umzug ins Institut für Weltwirtschaft bald auf die Nationalökonomologie eine Mundialökonomologie folgen lassen.

Ungewöhnlich aggressive Töne schlug Hansjörg Häfele an, um die ab 1989 fällige Quellensteuer auf Kapitalerträge zu verteidigen. Der Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen verwahrte sich "gegen eine Kritik, welche die Tatsachen verleugnet und jedes Augenmaß vermissen läßt" – und teilte ungeniert Hiebe gegen die Banken aus.