Heiner Geißlers Politik einer Öffnung der Union wird nach und nach demontiert

Von Gunter Hofmann

Bonn, im November

Heiner Geißler wählt das Etikett "heilsame Unruhe", um den Zustand der Union zu beschreiben. Er findet das Wort richtig treffend und verkündet es nun über alle Fernsehkanäle, von denen es inzwischen viele gibt. Unruhe mitten in einer Wahlperiode sei eben normal, meint der Generalsekretär der CDU, und man könne sie nutzen.

"Sind denn alle verrückt geworden?" hat Helmut Kohl im Vorstand seiner Partei wieder einmal gefragt, als von Bernhard Worms bis zu Lothar Späth alle von einer großen Gereiztheit und Unzufriedenheit an der Basis berichteten. Verrückt geworden sind die Leute deswegen nicht, deutete der Stuttgarter Regierungschef im Adenauer-Haus an, die Nörgelei müsse wohl damit zusammenhängen, daß die Leute nicht genügend an der Politik beteiligt werden.

Die trüben Bilder von der CDU aus Hannover und das Köpfe-Rollen in Mainz, wo Bernhard Vogel einfach abserviert worden ist, dienten als Illustration dafür, was wirklich los ist in der Union. "Die da oben" hätten den Kontakt zu "denen da unten" eben zu häufig verloren, grübelten im Unionsvorstand manche. Unausgesprochen blieb die Frage, ob das, was für die Gemeinde oder ein bestimmtes Land gelten mag, auch auf den Bund zu übertragen ist.

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