Hamburg

Um ein Uhr nachts wurde der Nigerianer Sunday Kehinde Atere aus seiner Isolierzelle in der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel geholt. Mitgefangene wollen nur einen kurzen Schrei gehört haben, dann sei Atere an Händen und Füßen gefesselt und mit zugeklebtem Mund in einen auf dem Hof wartenden Kleinbus gesetzt worden. Etwa fünfzehn Männer seien an der Aktion beteiligt gewesen, einer von ihnen in weißem Arztkittel. Wenige Stunden später saß Atere im Flugzeug nach Afrika.

Der Mann wurde abgeschoben.

Alles war rechtens.

Gnadenlos und unbarmherzig sei hier das Recht exekutiert worden, klagt der Fuhlsbüttler Anstaltspfarrer Josef Stallkamp: "Man kann ja über viele Dinge verschiedener Meinung sein, aber hier ist das Maß voll." Nicht die Tatsache der Abschiebung, sondern die Umstände sind es, die den katholischen Geistlichen so empören.