DIE ZEIT

Brüskiert

Mag Margaret Thatcher gerade gewohnt gebieterisch das Ende des Kalten Krieges verkündet haben, mag sie auch selbst den persönlichen Kontakt mit Gorbatschow möglichst intensiv pflegen – das bedeutet noch lange nicht, daß die andere First Lady des Landes ihren Fuß ins Sowjetreich setzen darf.

Erste Frau und zweiter Mann

Ein Stoßseufzer von zeitloser Wahrheit, als sei’s ein Satz von Rita Süssmuth angesichts ihres neuen Amtes: "Ich sträubte mich dagegen.

Brillant

Der scheidende deutsche EG-Vizepräsident Karl-Heinz Narjes hat sich in Tokio letzte Woche mit einer kabarettreifen Pointe verabschiedet: Er verlangte von Japan eine nachträgliche Entschädigungszahlung für all die Jahre, in denen sein Markt Außenseitern versperrt blieb, während es selber überall in der Welt seine Marketing-Stützpunkte aufbaute.

Geglückter Wechsel

Der Zar ist tot, es lebe der Zarewitsch. Von dem Elan, mit dem die CSU in die Ära „nach Strauß“ eintrat, legen die 98,3 Prozent Zustimmung für den neuen Parteichef Theo Waigel ein beredtes Zeugnis ab.

Er mauert wieder

Seit 27 Jahren ist der Staat der deutschen Kommunisten nach Westen zugemauert. Nun mauert Erich Honecker auch nach Osten. Er dichtet Türen ab und verklebt Fensterritzen: Der Wind des Wandels, der seit Gorbatschows Amtsantritt immer mächtiger aus Moskau weht, soll in der DDR keinen Einlaß finden.

Zeitspiegel

Viele empörte Leserbriefe haben der polnischen katholischen Wochenzeitung Tygodnik Powszechny Taktlosigkeit, ja sogar Bosheit vorgeworfen, weil sie in letzter Zeit Photos „von unserem herrlichen Papst“ veröffentlicht hatte, auf denen er mit besorgtem, gequältem Gesicht und – im Sommerurlaub auf einem brüchigen Wandersteg – „gebeugt wie ein ratloser Mensch“ zu sehen war.

„Gott mit Euch, wir gehen“

Mal kürzer, mal länger, aber warten muß man immer vor der weißen Tür in der engen Eingangshalle des Regionalmuseums von Oppeln.

Fremde, die nie Heimat wird

Wunschkonzert für Gäste. „Das nächste Stück auf ganz spezielle Bitte von Marek aus Düsseldorf für seine Basia!“ verkündet der Discjockey in einem Danziger Restaurant, das den Besuchern neben dem kulinarischen auch noch ein Tanzvergnügen anbietet.

Ämterroulett in Washington

Finanzminister Nicholas Brady, den sein zukünftiger Chef soeben für die neue Administration nominiert hat, bedankt sich mit einer Eloge: „Es ist mir eine Ehre, mit ihm zusammenzuarbeiten.

Rumänien: Gottlob ist nicht geschleift

Für Reporter eines optisch-akustischen Mediums eine alte Erfahrung: Man sieht und hört, was man ganz anders gelesen hat. Es gibt in den Printmedien Trends, die übermächtig werden.

Nach den Wahlen in Pakistan: Ein Sieg voller Risiken

Der berühmte Astrologe Professor Mohammad Afzal muß jetzt um seinen Ruf fürchten. Er hatte einen klaren Sieg der Islamischen Demokratischen Allianz (IJI) bei den Wahlen zum pakistanischen Nationalparlament vorausgesagt, und nun ist alles so ganz anders gekommen – nicht nur zur Überraschung des Professors.

Wolfgang Ebert: Antiamerikanisch

Wer sich ein unverfälschtes Bild von einem Land und seinen Bewohnern machen will, der muß von dessen Intimbereich ausgehen, muß es also bei seiner Badezimmerkultur packen.

Wahlen in Kanada: Das kleinere Übel

So unentschieden waren die Kanadier noch vor keiner Parlamentswahl: Vier Wochen vor dem Urnengang lagen die Konservativen von Premierminister Brian Mulroney „uneinholbar“ in Führung.

Bonner Bühne: Es kommt der Tag...

Noch zwei kurze, schnelle Schritte und eine angedeutete Verbeugung vor der künftigen Bundestagspräsidentin, dann ein aufmunterndes „Guten Morgen“ hinein ins mäßig besetzte Plenum.

Weltbühne: Die Väter der Bombe

Was Andrej Sacharow mit Edward Teller verbindet, ist ein Stück Vergangenheit. Was sie trennt, sind Welten. Jetzt standen sich die Väter der Wasserstoffbombe in Washington zum ersten Mal leibhaftig gegenüber.

Schwarze Wüste

Es dauerte nur wenige Minuten. Die jungen Birken brachen wie Streichhölzer, dröhnend rollten Panzer über Äste und Wurzeln. Chris Alvermann stand am Rande des Forstes.

Mun-Sekte: Erst den Campus, dann die Welt

Die bohrenden Fragen des Richters nach Namen und Zweck der Studentenvereinigung wollen die Kläger nicht verstehen: „Das Kennwort ist doch beides, Name und Inhalt.

Abschiebung: In der Nacht nach Ghana

Um ein Uhr nachts wurde der Nigerianer Sunday Kehinde Atere aus seiner Isolierzelle in der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel geholt.

NS-Prozeß: Nichts gewußt, alles vergessen

Mit Tumulten endete nach vierzehn Monaten vor dem Bonner Schwurgericht einer der letzten NS-Prozesse. „Assasin, Mörder“, rufen die aus Paris angreisten Juden, Angehörige jener 220 Opfer, die laut Anklage unter der Regie des angeklagten Modest Graf Korff in den Jahren 1942/43 von Frankreich nach Auschwitz deportiert und dort vergast wurden.

Endspiel um Europa

Mit dem spektakulären Einstieg bei Plessey rückt Siemens im Telephongeschäft an die Spitze

Klaus-Peter Schmid:: Das Märchen vom Moloch

Die Extreme sind leicht festzumachen: auf der einen Seite der Nachtwächterstaat, der – wirtschaftspolitisch abstinent – weder Ziele bestimmen noch Weichen stellen will; auf der anderen der gefräßige Moloch, der in der Wirtschaft immer weniger Spielraum für die Individuen läßt.

Bonner Kulisse

Nicht sonderlich ausgeprägt ist die Bereitschaft deutscher Landwirte, ihre Acker wenigstens zeitweise unbearbeitet zu lassen und statt dessen eine Prämie zu kassieren.

Verbraucherschutz: Faules Geschäft

Man nehme vier Eier auf das Kilo Mehl...“, nach diesem Rezept bereitete Johanna K. in Schwäbisch Hall die Zutaten für ihre Spekulatiusplätzchen vor.

Zwischen Dortmund und Disneyland

Nur eine Woche und einige hundert Meter trennten die beiden Veranstaltungen – und doch lagen Welten zwischen ihnen. Beinahe überschäumender Optimismus bei einer Pressekonferenz der Industrie- und Handelskammern (IHK) des Ruhrgebiets in Dortmund, Sorgen über Sorgen auf dem Kongreß der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie in der Westfalenhalle.

Zeitliches aus Berlin: Deutsch-deutsches Windei

Was habt ihr denn da vor?“ fragte der FDP-Vorsitzende Otto Graf Lambsdorff erstaunt seine Berliner Parteifreunde. Die hatten in ihrem Arbeitskreis Deutschlandpolitik die Idee einer deutsch-deutschen Bank ausgebrütet und sie am Wochenende in einem Beschluß der Konferenz der Fraktionsvorsitzenden ihrer Partei untergebracht.

Rudolf Engen: Yuppies im Risikorausch

Immer wenn Direktionsassistent Dr. Günter P. von der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) als Gast in betriebswirtschaftliche Seminare einer Universität eingeladen wird, um aus der Praxis von Managing und Marketing zu referieren und mit den Studenten zu diskutieren, ist er verblüfft, wie sich die Manager von morgen für ein freies Unternehmertum engagieren und welche Schlüsse sie aus aktuellen wirtschaftspolitischen Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland ziehen.

Privatfernsehen: Neuer Start

Mit den Millionen seines Vaters will Thomas Kirch den Münchner Sender Eureka attraktiver machen

Bank und Börse: Gutgemeinter Tiefschlag

Praktisch mit einem Federstrich sorgte der schweizerische Nahrungsmittelgigant Nestlé Ende voriger Woche für einen gewaltigen Wirbel in den eidgenössischen Börsensälen.

Zeit und Geld: Spar-Aktie zu 250 Mark

Turbulenzen an den Devisenmärkten, Streit um die amerikanische Wirtschaftspolitik, handelspolitische Dissonanzen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa, nichts, so scheint es, kann den japanischen Aktienmarkt beeindrucken.

Markt-Report: Anleger warten ab

Obgleich die Kette positiver Nachrichten aus dem Bereich der Unternehmen auch in den vergangenen Tagen nicht abriß, ließen sich in- und ausländische Anleger nicht zum Erwerb deutscher Aktien animieren.

ZEITRAFFER

Fußballeuropameisterschaft undOlympia haben sich für den Elektro-Einzelhandel gelohnt. Rund siebzehn Milliarden Mark werden die Bundesbürger in diesem Jahr für Unterhaltungselektronik ausgeben.

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