Eigentlich bleiben von diesem Wochenende mit Titaninnen nur düstere Bilder einer gescheiterten Hoffnung, Diese Amazonen sind Frauen mit Männerphantasien, Gnome der Emanzipation.

Kazuko Watanabes Bühne begrenzen blaue Segel. Ein Meerhorizont, der manchmal rot aufleuchtet. Davor tapern wie Lemuren die Piraten, verschwinden in den Kajüten unter Deck, treffen sich zur Orchesterprobe.

Da kommt noch ein Schiff daher. Wie eine Spielzeugseilbahn zieht es die um Ausstattungseffekte bemühte Kazuko Watanabe über die Bühne auf den Zuschauerraum zu. Es gehört der Fürstin Etmal. Die Piraten wollen es entern. Aber die Fürstin bittet sie freundlich zum Frühstück. Aus dem Piraten- ist ein Narrenschiff geworden.

Zwei Theaterabende (und ein einziges Bild, das bleibt): Dieses verfluchte Schiff, das in brütender Hitze in den Sümpfen verrottet. Seit langer Zeit ist es nurmehr im Kreis gefahren, und der Steuermann ist blind.

Ja, dieses Schiff ist uns allzu gut bekannt. Flüsternd rinnt der Schweiß des Kritikers auf seine leeren Seiten. Helmut Schödel