Nichts zu lachen

Viele empörte Leserbriefe haben der polnischen katholischen Wochenzeitung Tygodnik Powszechny Taktlosigkeit, ja sogar Bosheit vorgeworfen, weil sie in letzter Zeit Photos "von unserem herrlichen Papst" veröffentlicht hatte, auf denen er mit besorgtem, gequältem Gesicht und – im Sommerurlaub auf einem brüchigen Wandersteg – "gebeugt wie ein ratloser Mensch" zu sehen war. Die Redaktion weigerte sich in einem Kommentar, sich dafür zu entschuldigen und schrieb: Wenn es zur Zeit Christi Photographen gegeben hätte, wären auch Bilder mit schmerzlichen Zügen entstanden. "Oder hättet ihr ein sonniges Lächeln am Kreuz sehen wollen, weil es ja eine Auferstehung geben wird?"

Golf im Galopp

Wie zu Eisenhowers Zeiten wird der Golfsport demnächst im Weißen Haus wieder die Gemüter bewegen. Vizepräsident Quayle spielt so ausdauernd und gut, daß sich niemand mehr über seine mangelnden intellektuellen Qualitäten wundert. George Bush hingegen besticht auf dem Golfplatz mehr durch Eifer als durch Können. Immerhin zeichnet sich der kommende Präsident durch Schnelligkeit aus. Bei seinem Urlaub in Florida bewältigte er kürzlich 18 Löcher, wenn auch mit Hilfe eines Elektrokarrens, in knapp zwei Stunden; durchschnittliche Spieler brauchen dazu mindestens drei. Bei aller Begeisterung Bushs für diesen Sport garantiert seine Spielweise demnach zumindest eines: So viel Zeit wie "Ike" wird der 41. Präsident nicht auf dem Golfplatz verbringen.

Makabre Prozedur

Dona Josefa starb am 4. Mai. Aber bis heute blieb ihr Leichnam unbestattet. Ihr Sohn, Ferdinand Marcos, will es so. Der ehemalige philippinische Diktator hat verfügt, niemand dürfe seine Mutter beerdigen, solange er nicht in die Heimat zurückgekehrt sei, die er vor fast drei Jahren verlassen mußte. Alle acht Wochen wird der Leichnam von Dona Josefa nun aus dem Metallsarg geholt, erhält frisches Formalin und ein neues Totengewand. Wie oft sich die makabre Prozedur noch wiederholen wird, ist ungewiß. Möglicherweise darf Marcos demnächst nun doch aus seinem Exil auf Hawaii auf die Philippinen zurückkehren – um sich vor Gericht wegen Korruption und Amtsmißbrauch zu verantworten. Dann findet vielleicht auch Dona Josefa ihre letzte Ruhe.