Der Jahrestag, als der Tag, an dem das Jahr sich jährt, an dem es also aus seinem zeitlichen Ursprung heraus in den Bereich der reinen Jahrheit tritt, welche zugleich die Wahrheit über die Vollendung des Seins im Aufgang seiner Zwiefalt als arché und Epoche ist, erfüllt das Maß des Seienden als eines zu Bemessenden über alles menschliche Meinen, Messen oder Meckern hinaus.

Martin Heidegger in Vorahnung seines 100. Geburtstages

Umzug, des Rätsels Lösung

Noch ganz überwältigt von der Fülle der Einsendungen, der Beileidsbekundungen und Solidaritätsadressen, geben wir heute die Auflösung unseres literarischen Sylvester-Rätsels "Der Umzug oder Möbel und Mächte" bekannt: Text 1 stammt von den Gebrüdern Grimm ("Das Märchen vom Fischer und seiner Frau"), Text 2 aus Anton Tschechows "Kirschgarten", Text 3 aus Luigi Malerbas "Geschichten vom Ufer des Tibers", Text 4 aus Franz Kafkas "Das Schloß", Text 5 aus Peter Handkes "Kindergeschichte", Text 6 aus Karl Valentins Szene "Der Umzug", Text 7 aus "Niemand anderes" von Botho Strauß, Text 8 aus Michail Bulgakows Prosaband "Ich habe getötet", Text 9 aus Richard Wagners "Rheingold", Text 10 aus Thomas Bernhards "Heldenplatz", Text 11 aus den "Lieblosen Legenden" von Wolfgang Hildesheimer und Text 12 aus Ferdinand Raimunds Zauberlustspiel "Der Alpenkönig und der Menschenfeind". Bei den schönen Menschen vor dem windschiefen Haus handelte es sich natürlich nicht um die Mitglieder des ZEIT-Feuilletons, sondern um Buster Keaton und das Ensemble seines Films "One Week". Sonst aber stimmte einfach alles.

Über die Namen der Preisträger und die feierliche Preisverleihung demnächst mehr.

Fritz Kempe

Urteile über Fritz Kempe mündeten oft in unübersehbare Huldigungen. L. Fritz Gruber, der ehemalige Kulturchef der Kölner "photokina", schrieb: "Fritz Kempe ist für die Hansestadt (Hamburg, d. Red.), und nicht nur für sie, zum Glücksfall geworden ... Humanität, Ethik und Ästhetik sind seine Leitmotive, denn nur auf dieser Basis scheint ihm ein Sinn in der Anwendung technischer Erfindungen zu liegen." Kempe war 1949 bis 1974 Leiter der Hamburger Staatlichen Landesbildstelle. Seine enorme Aktivität erschöpfte sich aber keineswegs in der Versorgung von Schulen mit audiovisuellem Lehrmaterial. Er hat viele Vorlesungsreihen veranstaltet, annähernd 160 000 Gäste haben daran teilgenommen. Er hat fast dreihundert Ausstellungen organisiert. Ungefähr ein Dutzend Bücher tragen seinen Namen, darunter ein Band mit Porträts, die er aufgenommen hat und die seinen Ruf als Photograph bekräftigt haben: "Hamburger, Versuch einer Topographie". Sein wichtigstes Werk ist wohl "Daguerreotypie in Deutschland – Vom Charme der frühen Fotografie", 1979 erschienen. Kempe, der 1909 geborene Sohn eines Greifswalder Photographen, war zwar Photohistoriker, aber er bekannte einmal: "Mich hat eigentlich nie was anderes als das Porträt interessiert." Die Liste der Ehrungen, die Kempe erfuhr, ist lang, 1982 verlieh ihm der Hamburger Senat den Professorentitel. Kempe, der am 27. Dezember in Hamburg starb, hat das kulturelle Leben mit einer weit ausgreifenden Aktion bereichert, deren Ergebnis Bestand haben wird. Er hat im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe die schon vorhanden gewesene Photosammlung geordnet und wesentlich erweitert.