Mörder in Mayerling

Eisig zog es in den Januartagen des Jahres 1889 durch Schloß Mayerling. Die Tür zu den Privatgemächern war verschlossen, das Klopfen des Dieners blieb ohne Antwort. Er drückte die Klinke. Jessas! Da lagen sie in ihrem Blute – Kronprinz Rudolf und seine Geliebte Baronin Maria Vetsera. Jeder eine Kugel im Kopf, so jung, so schön, so unglücklich – bis zum gemeinsamen Selbstmord. Aus Liebe gestorben, hieß von da an die Mayerling-Legende – bis in den kalten Januartagen des Jahres 1989 in einem Schweizer Kloster eine alte Dame zu sprechen beginnt. Für Zita, die letzte Kaiserin der Habsburger (97), war Rudolf Werkzeug in den Händen französischer Agenten. Den Haß des Kronprinzen auf das Bismarckreich wollten sie zu einem renversement des alliances nutzen, Habsburg gegen Hohenzollern und Rudolf gegen den eigenen Vater Kaiser Franz Josef – Gott hab ihn selig – aufwiegeln. Sohnesliebe siegte, Rudolf war wertlos, der Kronprinz mußte sterben. Mayerling wird wieder Rätsel, Hollywood darf an eine Neuverfilmung denken.

Sonntags nie

Fidschi – ein Modell für manchen westdeutschen Gewerkschafter und Gegner der Sonntagsarbeit? Die südpazifischen Insulaner nehmen es mit der Sonntagsruhe jedenfalls besonders genau. Rechtgläubige Methodisten zwingen mit Straßensperren ihre weniger prinzipientreuen Landsleute zur Bewegungslosigkeit: Am siebten Tag stehen auf Fidschi alle Räder still, weil ihr starker Arm es will. Weder Freizeitsportler noch Bauern im Erntestreß dürfen sich am Tag des Herrn auch nur mucken. In "Gottes Land", wie die christlichen Fundamentalisten ihr Inselidyll nennen, droht der mächtige Generalmajor und Laienprediger Rabuka der Regierung gar mit Putsch, sollte sie diese strengen Sitten nicht schützen. Es wäre Rabukas dritter Umsturz – und vor ihm wäre die Regierung selbst am Sonntag nicht sicher, denn die Militanten unter den Gläubigen scheuen sich nicht, sogar an diesem Tag Mitbürger zu drangsalieren und Autos zu ramponieren.

Geld für Glocken

Die Katharinenkirche in Danzig besaß einst das größte Glockenspiel der Welt. Im Krieg wurden die 37 Glocken für Rüstungszwecke demontiert. Ein ehemaliger Danziger, Hans Eggebrecht, bemüht sich seit Jahren, das Geläut zu restaurieren. Sein Verein sammelte 280 000 Dollar, ließ 37 neue Glocken gießen und beförderte sie nach Danzig – eine stiftete der Bundespräsident, eine Helmut Schmidt und eine der Senat der Stadt Hamburg. Jetzt fehlen noch etwa 100 000 Dollar für Installation und Techniker. Der Verein und die Danziger hoffen... Spendenkonto Nummer 1070 115 000 bei der Bremer Landesbank; Stichwort "Glockenspiel St. Katharinen Danzig".