Es sei eine ergreifende Zeremonie gewesen, schwärmten Augenzeugen: Tausende von fähnchenschwingenden Angolanern standen am vergangenen Dienstag am Flughafen der Hauptstadt Luanda und jubelten Castros Soldaten zu – diesmal zum Abschied: Die ersten 450 von rund 50 000 kubanischen Internationalistas, die das marxistische Regime im Kampf gegen die pro-westlichen Unita-Rebellen unterstützt hatten, flogen heim.

Der Friedensvertrag, den Kuba, Südafrika und Angola am 23. Dezember in New York unterzeichneten, sieht den vollständigen Abzug der Hilfstruppen Havannas bis zum Sommer 1991 vor. Dreizehn Jahre waren die Kubaner im afrikanischen Busch präsent, nun gehen sie, doch der Frieden wird so schnell nicht kommen.

Denn die Unita-Guerilla unter der Führung von Jonas Savimbi setzt unbeeindruckt von aller Entspannung ihren blutigen Feldzug gegen den Erzfeind fort. Vor kurzem schoß sie eine Erdölförderstation bei Quinguila in Brand, in Andrada attackierte sie Diamantenfelder.

Die Unita, die in die Friedensverhandlungen nicht einbezogen wurde, will die Regierung Dos Santos am Lebensnerv treffen: Die Marxisten finanzieren ihre Fapla-Truppe überwiegend durch Deviseneinnahmen aus Ölverkäufen. Der Rohstoff wird von amerikanischen Gesellschaften gefördert. Eine absurde Situation, denn die Guerilla, welche die Bohrtürme zu zerstören trachtet, wird ebenfalls aus den Vereinigten Staaten "bezuschußt".

Selbst Optimisten müssen unterdessen einräumen, daß ein Ende des Bürgerkrieges nicht in Sicht ist. Mit ganz anderen Problemen werden die kubanischen Heimkehrer in ihrer Heimat konfrontiert sein: Es gibt kaum Arbeitsplätze für die 50 000 Söldner. ill