Die Gesellschafter der Fried. Krupp GmbH – die Krupp-Stiftung und der Iran – hatten es eilig, den Aufsichtsrat ihres Unternehmens wieder zu komplettieren. An Stelle des Veba-Chefs Rudolf v. Bennigsen-Foerder, der sein Amt zum Jahresende demonstrativ niedergelegt hatte, wurde der frühere GHH-Chef Manfred Lennings in das Aufsichtsratsgremium berufen.

Weil Lennings Berater der Westdeutschen Landesbank (WestLB) für Industriebeteiligungen ist, gibt das Spekulationen über ein Engagement der Bank bei Krupp neue Nahrung. Im vergangenen Jahr war die Rede davon, die WestLB wolle im Verein mit anderen Banken dem an Krupp nicht mehr sonderlich interessierten Iran seine Beteiligung von knapp 25 Prozent abkaufen und später über die Börse streuen.

Vor dem VW-Transporterwerk in Hannover wehte am Dienstag dieser Woche die Fahne von Toyota, des größten japanischen Automobilherstellers, neben der von Volkswagen. Und drinnen lief das erste, japanische Auto, das Toyota-Pick-up-Modell Hilux unter der Bezeichnung VW-Taro vom Band einer deutschen Autofabrik.

Mit der kleinen Lizenzfertigung bei VW in Hannover möchte Toyota den Willen zur friedlichen Koexistenz in Europa beweisen: In diesem Jahr sollen 7500, im kommenden Jahr 15 000 Toyota-Pickups in Hannover produziert werden – zwei Drittel davon mit VW-Emblem am Kühlergrill, ein Drittel mit Toyota-Zeichen. Daneben wollen die Japaner dasselbe Modell aus japanischer Fertigung importieren, trotz Einfuhrzoll von elf Prozent zu erheblich geringeren Kosten. VW spart durch diese Kooperation die Entwicklungsaufwendungen für das Modell und kann nebenbei die Technik der Fernostkonkurrenz lernen, Autos noch billiger und besser herzustellen.

Ein paar hundert Millionen Mark jährlich wollte die Veba Oel AG als Gewinn bei ihrer Tochter Mark Producing im texanischen Houston kassieren. So jedenfalls sah der Plan aus, als sich die Veba-Tochter 1981 daran machte, Konzessionen im Golf von Mexiko zu kaufen und dort eine eigene Förderung – vorwiegend Gas und nur wenig Öl – aufzubauen.

Aber dann kam doch alles ganz anders. 1986, als das erste Geld fließen sollte, brach der Ölmarkt zusammen. Von Gewinn war nun keine Rede mehr, und im Geschäftsbericht der Veba Oel für 1987 heißt es zu Mark Producing lapidar: "Die Gesellschaft weist einen Verlust aus." Bei anhaltend niedrigen Ölpreisen, die auch die Gaspreise beeinflussen, ist eine Änderung vorerst nicht in Sicht.

Veba Oel hat Mark Producing deshalb für 245 Millionen Dollar an ein amerikanisch-japanisches Konsortium verkauft. Investiert wurden dagegen mehr als eine Milliarde Mark. Da kann man einem Sprecher von Veba nur zustimmen: "Per saldo ein schlechtes Geschäft."