Wie soll ein normaler Mensch das in eine Reihe bringen? Da melden die drei deutschen Großbanken prächtige Gewinne, und nur wenig später erhohen sie die Gebühren. Die stark gestiegenen Kosten des Zahlungsverkehrs, so heißt es unisono vom mächtigen Dreigestirn in der deutschen Kreditwirtschaft, zwängen zu einer Anpassung der Gebühren für laufende Konten, Schecks und Überweisungen – Anpassung nach oben, versteht sich.

Das mag so sein, aber merkwürdig ist es schon. Wieso steigen eigentlich permanent die Kosten des Zahlungsverkehrs, obwohl doch die Banken und Bankengruppen hierzulande stets von Erfolgen bei der Rationalisierung des Zahlungsverkehrs berichten? Was wird da zu wessen Nutzen rationalisiert?

Noch etwas muß die Bankkunden ärgern: Kein Außenstehender kann die Defizite im Zahlungsverkehr nachrechnen, der Schleier des Geheimnisses über diesem Geschäft ist dicht. Liegt da nicht der Verdacht nahe, daß die Kreditinstitute die Rechnung zu ihren Gunsten aufmachen? Dagegen ist im Grunde nicht einmal viel einzuwenden, denn schließlich darf jedes Unternehmen erst einmal so rechnen, wie es ihm am liebsten wäre. Schlimm wäre es allerdings, wenn es damit auch immer Erfolg hätte.

Mit anderen Worten: Außer in den Chefetagen der Banken weiß niemand, ob die Gebührenerhöhungen betriebswirtschaftliche Notwendigkeit oder Beweis für mangelnden Wettbewerb im bundesdeutschen Kreditgewerbe sind. Was bleibt, ist der Unmut oder die Suche nach einer neuen, preisgünstigeren Bankverbindung. bm