Die seit Jahresanfang geltende Quellensteuer auf Kapitalerträge sorgt für erstaunliche Neuerungen. Das jüngste Beispiel: Die Finanzbehörde hat die Geldinstitute angewiesen, auf sämtlichen Belegen über Zinszahlungen den Vermerk einzutragen "Zinsen sind einkommensteuerpflichtig". Dieser Merksatz wird künftig auch in die Sparbücher gedruckt. Damit will der Fiskus anscheinend eines erreichen: Die Anleger sollen nicht auf den Gedanken kommen, die Zinsen für Sparbücher mit gesetzlicher Kündigungsfrist brauchten nicht in der Steuererklärung angegeben zu werden, nur weil diese Sparguthaben von der neuen Vorabbesteuerung ausgenommen sind.

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Die Deutsche Pfandbriefanstalt (Depfa) in Wiesbaden erhöhte die Hypothekenzinsen. Bei zehnjähriger Zinsbindung änderte sich der Satz von 7,25 Prozent Nominalzins auf 7,30 Prozent bei hundertprozentiger Auszahlung. Der anfängliche effektive Jahreszins wird aufgrund neuer Berechnungsgrundlagen mit unverändert 7,50 Prozent angegeben. Bei einer Zinsbindung über fünf Jahre beträgt der Nominalzins 6,85 (ehemals 6,75) Prozent. Als anfänglicher effektiver Jahreszins wurden 7,10 (nach 6,9) Prozent errechnet.

Das Bonner Finanzministerium erhöhte die Renditen für fünfjährige Bundesobligationen. Die Papiere mit einem Nominalzins von sechs (bislang 5,5) Prozent kamen vergangene Woche zu einem Ausgabekurs von hundert (bislang 98,80) Prozent auf den Rentenmarkt. Damit stieg die Rendite von 5,78 auf sechs Prozent. Mit weniger Zinsen muß sich begnügen, wer eine neue fünfjährige Anleihe der österreichischen Kontrollbank kauft. Das mit 5,5 Prozent verzinste Papier wird zu einem Kurs von 100,75 Prozent angeboten. kah