DIE ZEIT

Verspielt

Ein Denkmal, wie Georges Pompidou es sich 1977 mit dem Beaubourg setzte, möchte François Mitterrand sich jetzt mit der Opera de la Bastille errichten.

Bestraft

Sechs Geschäftsführer eines Unternehmens, das gesundheitsgefährdende Leder-Sprays hergestellt hat, sind wegen Körperverletzung zu hohen Geldstrafen verurteilt worden.

Böse Blamage

Schlimmer hätte es nicht kommen können. Helmut Kohl steht in der Affäre um das von deutschen Firmen geplante und gebaute Chemiewerk in Libyen doppelt dumm da, unglaubwürdig und ungeschickt zugleich.

Von der Geschichte längst überholt

Selbst Franz Josef Strauß hat – ein wenig später zwar als andere – im Spätjahr 1987, als er aus Moskau zurückkam, resümierend festgestellt: "Die Nachkriegszeit ist endgültig zu Ende.

Arme Bundeswehr

In Wien haben die Diplomaten endlich die Tür zu Verhandlungen über konventionelle Abrüstung geöffnet. Und auf der Bonner Hardthöhe haben die Planer längst erkannt, daß die Bundeswehr – mit oder ohne Abrüstung – in den nächsten Jahren kräftig schrumpfen wird.

Zeitspiegel

Er ist sanft und scheu, gefühlvoll und gelegentlich melancholisch, zögernd und alles andere als zielstrebig – der Fische-Mann Michail Gorbatschow.

Worte der Woche

"Ich habe niemals an Bundeskanzler Kohls Entschlossenheit zur Kontrolle und Beseitigung von chemischen Waffen gezweifelt. Seine Integrität ist in dieser Hinsicht über allen Verdacht erhaben.

Am 29. Januar wählen die Westberliner. Auch wenn der Wahlkampf nur die übliche Parteienkonkurrenz bietet – Berlin braucht Perspektiven. Die Berliner Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan hatte einen Gesprächskreis "Berlin-Deutschland-Europa" mitbegründet. Hier zieht sie ihr Resümee.: Mitten im ganzen Europa

Mit zwei kardinalen Problemen muß jede Berlin- und Deutschlandpolitik umgehen: mit der aus dem Gegensatz der politischen Systeme folgenden Teilung zwischen Ost und West zum einen; und mit der traditionellen Brisanz der nationalstaatlichen Gegensätze in Europa, besonders der historisch gesättigten Sorge der europäischen Nachbarn vor einer deutschen Hegemonie zum anderen.

Wolfgang Ebert: Jagd auf Sündenböcke

"Das langt doch aber höchstens zum Staatssekretär für besondere Verwendung, nicht aber zum Verteidigungsminister", gab Frau Hannelore erbarmungslos zurück.

Zum Skandal in der Anatomie: Tod nach Kalender

Durch die internationale Presse gingen in den letzten Wochen Berichte, wonach Medizinstudenten an deutschen Universitäten angeblich noch immer mit Präparaten arbeiten, die den Körpern von NS-Mordopfern entnommen wurden.

Niedersachsen: Zeit für den Abschied

Hat je ein Politiker, jedenfalls öffentlich, über seinen Tod gesprochen? Ernst Albrecht tut es. Er wolle, sagt er fast gleichmütig, noch Kraft und Muße genug haben, um sich auf das wichtigste Ereignis im Dasein eines Menschen vorzubereiten: eben auf das eigene Ende – und auf die Zeit danach.

Verhaftungen in der DDR: Stur und starr

Was war los in Leipzig?" war ein Artikel in der FDJ-Zeitung Junge Welt vom Dienstag dieser Woche überschrieben. Der Leser rieb sich verwundert die Augen.

Kurzportrait: Abschied aus Bonn

Acht Jahre lang hat Richard Burt Ronald Reagan gedient – zuerst als Leiter der Unterabteilung für Sicherheitspolitik im State Department, dann als Unterstaatssekretar für Europa und schließlich, seit 1985, als Reagans Mann in Bonn.

Weltbühne: Schafe im Pferch

Als "Musterbeispiel" dafür, wie Kirchenporzellan zerschlagen werden kann, beklagte noch eben die Munchener Katholische Bistumszeitung den Ausgang der Kölner Bischofswirren.

Bonner Bühne: Belustigung auf Widerruf

Stoff für politisches Kabarett in Bonn, denkt man und blickt sich um, wird täglich neu frei Haus geliefert. Da muß man kaum texten, man braucht nur zu zitieren.

Nachlese: Verfolgen und Verhandeln

Schwerer Rückschlag für den baskischen Terrorismus: Als die französische Polizei letzte Woche in Bayonne mehrere Eta-Mitglieder verhaftete, ging mit "Josu Ternera" auch ein Kopf der Untergrund-Organisation ins Netz.

Zwei deutsche Staaten

Geduld — darf ein Burger, eine Bürgerin der Bundesrepublik Deutschland im Gesprach mit einem Burger,

Ab in die Container

Ronsdorf gehört zu den ruhigeren Vororten von Wuppertal. Auf den grünen Höhen des Bergischen Landes gelegen, fügt sich der Stadtteil malerisch ins Stadtbild ein.

Caritas-Affäre: Abgezweigt im Namen des Herrn

Vor dem Altar der Stuttgarter Sankt Josefs-Kirche macht der Herr in der mattgrünen Soutane wahrhaftig eine gute Figur. Mit beiden Händen stützt er sich auf die Kanzel, reckt den Kopf der Gemeinde entgegen und erzählt von "christlichen Urerfahrungen".

Lesen im Kaffeesatz

Wenn Wirtschaftspolitiker und Währungsexperten derzeit über den Dollar reden, fällt unweigerlich ein ganz bestimmter Satz:. "Eigentlich sollte der Dollarkurs fallen.

Augen zu und durch

Finanzminister Gerhard Stoltenberg ist für seine Zurückhaltung bekannt. So lag nahe, daß er am Montag zur jüngsten Entwicklung der Kampfstoff-Affäre um die Lahrer Imhausen Chemie GmbH in gewohnt kühler Manier erklärte: "Ich will mich nicht zu stark in kriminelle Details begeben.

Plastikflaschen: Symbolwert

Länger als fünf Jahre wurde im Bonner Umweltministerium der Gedanke hin und her gewälzt, wurden Gutachten und Gegengutachten geschrieben.

Hypothekenbanken: Doppelmoral

Schon die Kleidung signalisiert es: Auf Seriosität und Korrektheit legen Bankmanager größten Wert. Im dunkelblauen, gelegentlich auch grauen Anzug sitzen sie an ihren Schreibtischen und wickeln die Geschäfte ab.

Bonner Kulisse

Mit seinem Verzicht, die Position des Rüstungsstaatssekretärs nach dem Ausscheiden von Manfred Timmermann nicht mehr zu besetzen, spart Verteidigungsminister Rupert Scholz zwar dessen Jahresgehalt (rund 200 000 Mark), die Entscheidung kann ihn aber dennoch teuer zu stehen kommen.

Klaus-Peter Schmid:: Die Schlacht von gestern

Die Frage nach der wirtschaftspolitischen Kompetenz der SPD treibt viele um. Es waren vor allem ökonomische Argumente, die zum Abschied der Sozialdemokratie von der Macht in Bonn führten.

Frankreich: Auf Ehre und Gewinn

Zuerst stellte sich der Minister vor seinen Kabinettschef: "Ich bin ausschließlich von ehrlichen Personen umgeben", dann der Regierungschef vor seinen Minister: "Er hat mein volles Vertrauen.

Italien: Alfa Romeo fährt rückwärts

tisch, aber nichts zu tun", sagt Marco Marras über den 33jährigen Walter Molinari. Marras vertritt die kommunistische Metallgewerkschaft im Betriebsrat von Alfa Romeo in Mailand.

Der letzte Versuch

Schafft es Präsident José Sarney nun endlich im dritten Anlauf, die überbordende Inflation in Brasilien einzudämmen? Der Staatschef richtete am vergangenen Sonntag einen dramatischen Appell an die Nation und erläuterte vor den Fernsehkameras seinen Plan: Mit Preisstopp und Sparen, Lohnverzicht und Schuldenabbau sollen die Inflation von nahezu tausend Prozent besiegt und die tiefgreifende Wirtschaftskrise der achtgrößten westlichen Industrienation überwunden werden.

Markt-Report: Zinssorgen

Rascher als erwartet ist der deutsche Aktienmarkt in eine Konsolidierungsphase geraten. Den Anstoß dazu gab der feste Dollar.

Börsenspiel: Mit Zuversicht in die nächste Runde

Auch im dritten Jahr des ZEIT-Borsenspieles wetteifern drei Banken um den besten Anlageerfolg. Die Aktienexperten der Frankfurter Sparkasse, der DG-Bank und der Bank in Liechtenstein haben es in der Hand, mit wohlüberlegten Kaufentscheidungen aus dem Startkapital von 100 000 Mark in den nächsten zwölf Monaten möglichst viel Geld zu machen.

LÄNDER IM VERGLEICH

Die erfolgreichsten Landwirte der EG wirtschaften in den Niederlanden. Dort warfen die landwirtschaftlichen Betriebe so viel ab, daß 1988 auf jede landwirtschaftliche Vollarbeitskraft – zu den geltenden Wechselkursen umgerechnet – 50 410 Mark Einkommen entfielen.

ZEITRAFFER

Der Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung in der Bundesrepublik ist im vorigen Jahr weiter gestiegen: auf 39 Prozent gegenüber 36,5 Prozent im Vorjahr.

Lange darauf gewartet

ZEIT: Verkehrsminister Jürgen Warnke will der Bundesbahn von 1991 an 12,6 Milliarden Mark kriegsbedingter Altschulden abnehmen und außerdem einen Zuschuß zu den laufenden Kosten des Schienennetzes leisten.

Ein Übel weniger

Der Bundesgerichtshof verurteilt die Banken zu einer verbraucherfreundlichen Buchungspraxis

Warum mußten wir Kolonien haben?

Die deutsche Nation ist bei der Verteilung der Erde... leer ausgegangen", schrieb der Kolonialpolitiker Carl Peters 1883 in seinem Aufruf an das deutsche Volk.

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