Schwerer Rückschlag für den baskischen Terrorismus: Als die französische Polizei letzte Woche in Bayonne mehrere Eta-Mitglieder verhaftete, ging mit "Josu Ternera" auch ein Kopf der Untergrund-Organisation ins Netz. Nun will die Regierung in Madrid die Gunst der Stunde offenbar zu Verhandlungen mit den gewalttätigen Separatisten nutzen.

Erst im November des vergangenen Jahres hatten spanische und französische Sicherheitsexperten vereinbart, die Beschattung mutmaßlicher Eta-Terroristen zu intensivieren und den Informationsfluß zwischen Madrid und Paris zu verstärken: Jetzt tappte mit "Josu Ternera" ("Josef, das Kalb") ein Eta-Terrorist in die gemeinsame Falle, der schon am Attentat auf den spanischen Ministerpräsidenten und Franco-Günstling Carrero Blanco 1973 beteiligt gewesen war. Die Verhaftung ihres als skrupellos geltenden Führers trifft die ETA besonders hart, weil sich die Reihen der alten, auf den bewaffneten Kampf eingeschworenen Garde ohnehin stark gelichtet haben: Allein fünf langgesuchte Terroristen kamen in den letzten beiden Jahren hinter Schloß und Riegel. Die Verhaftung von "Josu Ternera" wird die Infrastruktur der baskischen Terror-Organisation, die immer noch über zahlreiche Kommandos und erhebliche Geldmitttel verfügt, weiter schwächen.

Durch den jüngsten Erfolg ermutigt, will die spanische Regierung offenbar auf den zweiwöchigen Waffenstillstand eingehen, den die Eta bereits zum dritten Mal angeboten hat. Für ein Ende der Gewalt verspricht Madrid eine Wiedereingliederung jener Eta-Aktivisten, die kein Blut an den Händen haben. Bei den Geheimgesprächen, die vermutlich im algerischen Schlupfwinkel des im Exil lebenden Eta-Führers Echeveste stattfinden, geht es zunächst um die Verlängerung des angebotenen Waffenstillstands auf unbegrenzte Zeit. V. M.