Rascher als erwartet ist der deutsche Aktienmarkt in eine Konsolidierungsphase geraten. Den Anstoß dazu gab der feste Dollar. Während er früher wegen der besseren Exporterlöse eher stimulierend auf den Aktienhandel wirkte, ist es diesmal genau umgekehrt. Jetzt beherrschen Zinssorgen den Markt.

Zur Verteidigung der Mark, so ist die Meinung der Börsianer, wird die Bundesbank in der Bundesrepublik das Geld verteuern müssen, insbesondere im kurzfristigen Bereich. Die ersten Schritte dazu hat sie getan.

Ein höheres Zinsniveau zwingt zu einer Überprüfung des Aktienkursniveaus. Vorerst hat es zu einer Zurückhaltung der Anleger geführt, die ohnehin von zahlreichen Banken vor neuen Engagements gewarnt worden waren.

Das Ende der allgemeinen Abwärtsbewegung hatte sich schon in der Vorwoche abgezeichnet, als es nämlich auf den sogenannten Nebenmärkten zu hausseartigen Sonderbewegungen gekommen war. Bei der Suche nach angeblich zurückgebliebenen Papieren gab es bei ihnen Kurssprünge, die von der wirtschaftlichen Seite her nicht zu rechtfertigen waren. Erste Anzeichen für eine Überhitzung.

Das hat sich inzwischen wieder gelegt. Es zeichnet sich aber ab, daß künftig dem Immobilienbesitz der Unternehmen mehr Bedeutung beigemessen wird. Steigende Grundstückspreise regen die Phantasie vieler Spekulanten an. K. W.