Wer in den Ferien gerne viel kauft, sollte die Ausfuhrbestimmungen seines Urlaubslandes kennen. Beschränkungen gibt es nicht nur in den Ostblockstaaten.

In den vergangenen Tagen war in den Zeitungen zu lesen, daß die Sowjetunion für eine Reihe von Konsumgütern eine zweijährige Exportsperre verhängt hat. Vom I. Februar 1989 an ist es verboten, Kaffee, Kinderkleidung, Kühlschränke, Fernsehgeräte, Näh- und Waschmaschinen auszuführen. Nach Aussage des stellvertretenden Leiters der sowjetischen Zollbehörde, Witali Bojarow, so eine AP-Meldung, gelten diese Bestimmungen jedoch nicht für Urlauber und Geschäftsleute aus dem Westen. Gegen "harte Währung" können sie nach wie vor alles kaufen und mitnehmen – ob Pelzmützen, Wodka oder Kaviar.

Die Ausfuhrverbote der DDR und der Tschechoslowakei dagegen betreffen grundsätzlich alle Besucher. Aus der Tschechoslowakei dürfen etwa Fleischwaren, Gewürze, Trockenfrüchte, Tee und Kakao nicht ausgeführt werden. Exportverbot besteht außerdem für Hygiene- und Toilettenartikel, "rostfreies Geschirr", Baby- und Kinderkleidung, Schuhe und Strümpfe, Leder und Lampen.

Aus der DDR darf man Meißener Porzellan, Bleikristall und Jenaer Glas, Photoapparate, Gardinen und Tapeten, Videokassetten, Briefmarken und Schmuck nicht mitnehmen. Ähnlich wie in der Tschechoslowakei bestehen Ausfuhrverbote für zahlreiche Nahrungsmittel und Bekleidungsartikel. Vergleich bare Richtlinien gehen für Polen-Urlauber.

Neben diesen speziellen Bestimmungen gelten die auch in den meisten anderen Ländern üblichen Beschränkungen. Kunstwerke, Antiquitäten und archäologische Funde darf man nicht oder nur mit Genehmigung aus dem Urlaubsland, sei es im Osten, im Westen oder in Übersee, ausführen. "Wenn Sie etwa Wikingermünzen im Boden finden, dürfen Sie die natürlich nicht mitnehmen", sagt Petra Smith, Pressesprecherin des Dänischen Fremdenverkehrsamts. Die Frage, ob bereits 50 oder erst 100 Jahre aus einem Gebrauchsgegenstand eine Antiquität machen, wird von Land zu Land unterschiedlich beantwortet.

Ausfuhrverbote gelten in der Regel auch für Funkgeräte, Waffen und Munition jeder Art, verschreibungspflichtige Medikamente, Tiere und Pflanzen, die unter die Washingtoner Artenschutzkonvention fallen, sowie daraus hergestellte Produkte.

Aus Australien darf man zum Beispiel keine Korallen, aus Israel keine Muscheln mitbringen. Mexiko verbietet den Export von Kakteen. Wer keine verlabt, solle weder Tierfelle noch Elfenbein im Gepäck haben, und Kanada-Urlaubern ist es verboten, ihre "Jagdtrophäen" mit nach Hause zu nehmen.