Fast 24 Stunden haben etwa 50 Männer die Kaserne eines Regiments in der Nähe von Buenos Aires besetzt gehalten. Sie waren, in ziviler Kleidung, am frühen Montag morgen gewaltsam in das Gelände eingedrungen und hatten Offiziere und Rekruten im Schlaf überrascht. Polizei und Armee griffen sofort mit Panzern und Artillerie an. Am Dienstag brach der Widerstand in der schwer zerstörten Militäranlage zusammen. Die Kämpfe haben mehr als 30 Tote und über 50 Verletzte gefordert.

Seitdem rätselt Argentinien: Wer waren die bewaffneten und im Häuserkampf offenkundig geschulten "Zivilisten"? Warum unternahmen sie das Selbstmordkommando? Den ersten und naheliegenden Verdacht, es handelte sich um Freunde der wegen früherer Putschversuche inhaftierten Offiziere, wies die Armeeführung sofort zurück. Womöglich organisierten Mitglieder des "Revolutionären Volksheeres" (ERP) den Überfall. Diese Gruppe hatte sich im Bürgerkrieg nach 1976 viele Scharmützel mit dem damals regierenden Militär geliefert. Melden sich das ERP oder die Monteneros, die zweite zerschlagene Linksorganisation, auf der politischen Bühne zurück? Vieles spricht dafür, nicht zuletzt die brutale Entschlossenheit, mit der die Armee die Kasernen-Besetzer bekämpfte und sofort von einer "bewaffneten Bande" sprach, der politische Beweggründe zu unterstellen "unnötig" sei.

Argentinien wählt in diesem Jahr einen neuen Präsidenten, der Kandidat der Peronisten hat zur Zeit den größeren Zuspruch. Seine Partei will ihren Frieden mit dem Militär machen, sogar eine Amnestie für die verurteilten Offiziere ist denkbar. Viele Argentinier fürchten, was seit Anfang der Woche möglich erscheint: Gegen die Einheit von Peronisten und Offizieren treten die linken Terroristen an, die schon einmal, 1976, einen Militärputsch herausgefordert haben, -bi