DIE ZEIT

Erst Gesten, nun Taten

Der gute Wille beeindruckt immer wieder, mit dem die Amerikaner einem neuen Präsidenten begegnen. Welche Schwächen wurden George Bush nicht seit Jahren angekreidet, wie viele Blößen hat er sich noch im Wahlkampf gegeben? Nun trägt er die Würde und Bürde des hohen Amtes, und ihm wird erst einmal alles nachgesehen.

Noch ist Polen nicht gerettet

Werden den sieben Jahren des feindseligen Schweigens nun die Jahre des fruchtbaren Redens folgen – miteinander, gegeneinander? Anno 1981 wurde über die Polen das Kriegsrecht verhängt.

Helfen statt Holzen

Was lange nur ein Thema für engagierte Umweltschützer und einige Spezialisten war, hat inzwischen die politische Beletage erreicht: Minister Schneider kündigte an, daß künftig in Bundesbauten kein Tropenholz mehr verwendet werden soll.

Sündenbock

Wenn erst einmal tüchtig nach einem Sündenbock gesucht wird, wird zumindest eines klar: Es muß eine peinliche Sünde gegeben haben.

Signale

Als "nicht weltbewegend" schätzen Fachleute die jüngste Ankündigung aus Ost-Berlin ein, die Nationale Volksarmee werde nun, nach dem Vorbild der Roten Armee, einseitig ausgedünnt.

Zeitspiegel

Auch in Bonn tobt der Karneval, und sogar gesamtdeutsch. Auf der Gala-Prunksitzung der Stadtsoldaten wurde auch der neue Ständige DDR-Vertreter gesehen, seine Exzellenz Horst Neubauer.

Worte der Woche

"Ich denke, der Kalte Krieg ist nicht vorbei. Es kann Licht am Ende des Tunnels scheinen. Aber es kommt auf unser Verhalten an, ob dieses Licht von der Sonne kommt oder von einer heranbrausenden Lokomotive.

Rechtsstreit um einen Wahlspot der "Republikaner": Subtil gehetzt

Der Sender Freies Berlin (SFB) mußte im Wahlkampf um das Abgeordnetenhaus hinnehmen, was auch anderen öffentlichrechtlichen Fernseh- und Rundfunkanstalten schon widerfahren ist: Politische Rechtsausleger zwangen ihn mit Hilfe der Justiz, einen unerträglichen Wahlwerbespot auf die Bildschirme zu übertragen.

Ben Witter: Angetippt

Ihm ist es inzwischen egal, was Jenninger damals gesagt hatte; bei Jenninger war ihm Kiesinger wieder eingefallen und Filbinger, nicht zu vergessen.

Deutscher in Frankreich

Lange Jahre hat Ernst Weisenfeld – auch für die ZEIT – aus Frankreich berichtet und mit Behutsamkeit und Beharrlichkeit das Nachbarland verbaut gemacht.

Wachwechsel in Washington: George Bush als Supermann?

Plötzlich ging dann alles sehr schnell. Die Zeremonie, der über Wochen kunstvoll zu dramatischer Höhe stilisierte Augenblick der Amtsübergabe auf der Westseite des Kapitols, war kaum vorbei, da bestieg der neue Expräsident schon den auf der Ostseite wartenden Hubschrauber, um dem neuen Präsidenten auch optisch das Feld zu überlassen.

Weltbühne: Krönung und Kirmes

Mit wahrlich gemischten Gefühlen haben wir Westeuropäer den Trubel um den neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten verfolgt.

Hunger in Kabul

Erst der Krieg, dann der Hunger: Die Rote Armee zieht aus Afghanistan ab, der erste sowjetische Mehlbomber mit Nahrungsmitteln fliegt in Kabul ein.

Bonner Bühne: Die Frauen sind da

Manchmal geschieht eben alles auf einmal. Plötzlich sind die Frauen da. Zum Beispiel Rita Süssmuth in ihrer neuen Rolle, zwar nicht zum erstenmal im Präsidentenstuhl des Bundestages, aber mit ihrer verspäteten Antrittsrede, die in der vorweihnachtlichen Hektik nicht auf die Tagesordnung paßte.

Argentinien: Im Schlaf überrascht

Fast 24 Stunden haben etwa 50 Männer die Kaserne eines Regiments in der Nähe von Buenos Aires besetzt gehalten. Sie waren, in ziviler Kleidung, am frühen Montag morgen gewaltsam in das Gelände eingedrungen und hatten Offiziere und Rekruten im Schlaf überrascht.

Menschen vor Gericht: Karabas’ Taten und Tod

Wenigstens ist es Karabas erspart geblieben, sein Herrchen so sehen zu müssen: Da sitzt es, im Saal 215 des Amtsgerichts Hamburg-Altona, gebeugt auf einem abgewetzten Stuhl, knetet verlegen die breiten Hände, mit denen es sonst Autos auseinanderbaut, Vergaser reinigt, Reifen montiert, und blickt den Mann in der schwarzen Robe leicht von unten an, fast so, wie der junge Karabas immer sein Herrchen angesehen hat.

Privatkrieg: Gutsherr im Gefecht

Günter Schmidt wohnt beneidenswert: auf einem ehemaligen Klostergut an der Weser bei Hannoversch Münden, umgeben von Feldern, Wald und Wiesen.

Neuauflage des "Katzenkönig"-Prozesses: Hilflos: das Gericht

Als im Sommer 1986 plötzlich das realistische Motiv der Eifersucht die von Barbara inszenierten Spukwelten kreuzte, begann sie, den Wahn des Michael R in die Logik eines Mordplanes einzufügen Ihr ehemaliger Freund, in Jahren der Trennung nicht aus ihrer Erinnerung verschwunden, hatte geheiratet Seiner Ehefrau, der Blumenhändlerin Annemarie N.

Striktes Limit für Sünder

Es liegt an und in der Luft: Auf deutschen Autobahnen, dem weltweit letzten Reservat ungebremster Tempobolzerei, ist die gewohnte Hackordnung in Gefahr.

Bonner Kulisse

Ach Europa! Was können Debatten im Bundestag schon Neues bieten, wenn zum Stichwort "Europapolitik" drei Dutzend Punkte zusammengefaßt und in einem Aufwasch zur Diskussion gestellt werden? Das Spektrum reichte vergangene Woche von einer großen Anfrage der CDU zur Vollendung des europäischen Binnenmarktes über einen Antrag der Grünen zur "Bewerbung der Bundesrepublik Deutschland für das Europäische Markenamt mit Standort in München-Haidhausen" bis zum Entwurf eines Vertrags zur Gründung der Europäischen Union.

Gentechnik: Weniger hilft mehr

Weltsensation" und "Weltpremiere" in Bonn? Was Professor Peter Hans Hofschneider, Molekularbiologe am Max-Planck-Institut für Biochemie in München, und Hans-Joachim Obert von der Pharmafirma Bioferon GmbH & Co Laupheim Anfang der Woche auf der Bonner "Wissenschafts-Pressekonferenz" vortrugen, hörte sich fast danach an.

Wolfgang Hoffmann:: Reine Willenssache

Während der Parlamentsdebatte über die nun ziemlich sichere Beteiligung deutscher Firmen am Aufbau einer Chemiewaffen-Fabrik in Libyen kam es beiläufig zu einem Wortgeplänkel, das nur am Rande beachtet wurde.

Agrarpreise: Skandal

Es ist immer das gleiche Spiel. Die Sprecher des von Großagrariern geführten Bauernverbandes lamentieren über die angeblich schwerste Krise der Zunft, und der Bonner Landwirtschaftsminister – als wäre er einer der Ihren – macht sich das Wehgeschrei der Lobby zu eigen.

Familienpolitik: Unfug

Mit dem Haushaltsdefizit nehmen auch die Hemmungen vieler Politiker ab, wieder kräftiger in die Kasse zu greifen. So will die Unions-Fraktion im Bundestag mehr Geld für Familienpolitik ausgeben.

Druckindustrie: Auf Streik programmiert

Heinrich Reiter hatte ein arbeitsreiches Wochenende. Der Präsident des Bundessozialgerichts in Kassel plagte sich mit Besetzungsvorschriften und Gesundheitssicherung, Nachtzuschlägen und Überstundenbegrenzung.

Markt-Report: Sorgenkind Daimler

Der deutsche Aktienmarkt befindet sich weiterhin in einer Konsolidierungsphase. Kurssteigerungen ergeben sich vornehmlich bei Papieren der "zweiten oder dritten Linie", wie die Spezialwerte in den Börsensälen genannt werden.

Zeit und Geld: Neue Hitliste der Fonds

Im Kursteil der ZEIT werden von dieser Ausgabe an die Aktien- und Rentenfonds aufgelistet, die nach Angaben des Bundesverbandes deutscher Investment-Gesellschaften (BVI) im vergangenen Jahr am besten das Geld der Anleger vermehrten.

Bank und Börse: Die Mär vom Zuschußgeschäft

Die Kundschaft von Banken und Sparkassen muß mit höheren Kontoführungsgebühren rechnen. Das ergibt sich aus der Reaktion des Geldgewerbes auf das jüngste Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) zur Buchungspraxis der Banken und Sparkassen (ZEIT Nr.

AUTOSELLER

Die deutsche Autobranche kann zufrieden sein. Im vergangenen Jahr stellte sie zwar keinen neuen Rekord auf, aber der Absatz im Inland blieb lediglich um 108 000 Pkw (3,7 Prozent) hinter der Bestmarke von 1987 zurück.

Wasser im Wein

Abraham: Das kann man so nicht sagen. Aufgrund hoher Nachfrage kämpft Boeing seit einem Jahr mit den Auswirkungen einer sehr starken Produktionssteigerung bei allen Typen.

ZEITRAFFER

Für die lange Zeit notleidende deutsche Bauwirtschaft war 1988 das bislang erfolgreichste Jahr in diesem Jahrzehnt. Im vergangenen Jahr nahmen die Bauinvestitionen real um 4,5 Prozent auf 260 Milliarden Mark zu.

MANAGER UND MÄRKTE

Unliebsame Post bekommen in diesen Tagen die Chefs von knapp zwanzig Zementfabriken in Süddeutschland. Absender ist das Bundeskartellamt in Berlin.

Blüm ohne Mitstreiter

Die Herren waren harmonisch gestimmt, als sie um neun Uhr früh zu einem abschließenden Gespräch zusammenkamen. In stillen Kontakten hatten sie über Wochen zuvor eine komplizierte und konfliktträchtige Materie beschlußreif verhandelt: Die Preise für alle wichtigen Arzneimittel auf dem deutschen Markt sollten zur Jahresmitte 1989 um rund zwanzig Prozent sinken.

Bauern: Kein Land in Sicht

Die Sorge um das tägliche Brot, ein altes Menschheitsproblem, scheint durch die moderne Agrartechnik gelöst zu sein. Wir haben in den wirtschaftlich hochentwickelten Ländern eine reichliche und vielseitige Ernährung wie niemals zuvor.

Kurzschluß bei der Post

Mit zwanzig Milliarden Mark will die Post in den nächsten vier Jahren das Fernmeldenetz modernisieren. Ob die Kunden die aufwendige Technik überhaupt nutzen wollen, ist völlig ungewiß.

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