ZEIT: Die Flugzeugfirma Boeing ist durch mutmaßliche Schludereien beim Bau ihrer Flugzeuge ins Gerede gekommen. Sind die Boeing-Jets, die auch die Lufthansa hauptsächlich fliegt, unsicher geworden?

Abraham: Das kann man so nicht sagen. Aufgrund hoher Nachfrage kämpft Boeing seit einem Jahr mit den Auswirkungen einer sehr starken Produktionssteigerung bei allen Typen. Wir gehören zu den Luftfahrtgesellschaften, die sich eine eigene Bauaufsicht bei den Herstellern leisten, und wir haben uns auf die Situation bei Boeing voll eingestellt. Wir haben unser eigenes Kontrollpersonal dort von zwei auf sechs Personen verstärkt.

ZEIT: Gab es auch Mängel an Lufthansa-Flugzeugen, die im Einsatz sind?

Abraham: Wir hatten keine Befunde.

ZEIT: Aber der Flugzeugabsturz von England mit 44 Toten und die in verschiedenen Boeing-Flugzeugen gefundenen Verkabelungsfehler deuten eindeutig auf Nachlässigkeiten beim Bau der Jets hin.

Abraham: Bei dem Absturz in England ist die Ursache noch nicht klar. Trotz intensiven Suchens ist noch kein Hinweis darauf gefunden worden, daß es vertauschte Kabel gab. Verkabelungsfehler, die später bei Kontrollen gefunden worden waren, betrafen einen anderen Flugzeugtyp. Dieses Flugzeug fliegen wir nicht. Aber es stimmt, daß dort eine bemerkenswerte Häufung von Fehlern aufgetreten ist.

ZEIT: Zwei japanische Linien und British Airways haben sich öffentlich über die Boeing Qualität beschwert. Was tut die deutsche Staatslinie?