Verschuldet und verschachtelt — auch damit ist das ganze Elend, in dem sich die co op Gruppe befindet, noch nicht komplett beschrieben. Was Hans Schaefer zutage förderte, früher Chef der erfolgreichen Hannoveraner Handelsgruppe Schaper und jetzt im Saniererteam für die künftige Handelskonzeption der co op zuständig, hätte wohl auch ohne die Bilanzkünste des geschaßten Managements nur schwer zu Gewinnen führen können. Zu hohe Zentralkosten, kein Kostenbewußtsein, desolater Einkauf, zu hohe Miet- und Personalaufwendungen sowie zu geringe Umsätze pro Quadratmeter Verkaufsfläche, so lautet seine Analyse. Schon im vergangenen Jahr hatten sich diese Negativposten ausgewirkt.

Als schließlich in der vergangenen Woche der trostlose Zustand des Handelsgiganten offenbar wurde, drohte die Lage kritisch zu werden. Denn ein Zusammenbruch rückte in greifbare Nähe. Immer mehr Lieferanten gaben ihre Ware nur noch unter Eigentumsvorbehalt oder gegen Bares ab, Post und Zoll wurden nur gegen Vorkasse tätig, die Konkurrenz stand bereits mit attraktiven Angeboten bei den Vermietern der Läden vor der Tür. Und etliche Banken — für die Liquidität der Läden zuständig — wurden nervös.

Die Sanierer gerieten unter Druck. Denn nach den Regeln des Aktiengesetzes hätte Aufsichtsratschef Friderichs am 1. März zum Konkursrichter gehen müssen — wenn es nicht in letzter Minute zur Rettungsaktion gekommen wäre. So verlief denn die eilends einberufene Bankenkonferenz am vergangenen Freitag und Sonntag dramatisch. Der Beginn der Tagung der Gläubigerbanken am frühen Freitag nachmittag im Frankfurter Arabella Hotel schien geradezu verpatzt. Empörung machte sich nämlich breit, als Hans Friderichs