Im Ausland anlegende Aktienfonds erzielten sehr unterschiedliche Ergebnisse

Welcher Aktienfan kennt das nicht: Beim Studium des Kurszettels in der Tageszeitung kommt Trübsal auf, weil die deutschen Aktien einfach nicht steigen wollen, während im Ausland die Kurse beinahe täglich zu neuen Rekorden jagen. „Japanische Aktien müßte man haben“, mag so mancher angesichts des Höhenflugs der Papiere an der Tokioter Börse im vergangenen Jahr geseufzt haben.

Aber welche Aktien soll man kaufen? Was sind das dort für Unternehmen, kann man aus dem Ausland überhaupt so viele Informationen erhalten, wie es für eine vernünftige Anlageentscheidung notwendig ist? Besteht nicht die Gefahr, daß man nur viel zu spät reagieren kann, wenn etwa ein Unternehmen im fernen Australien mit schlechten Nachrichten aufwartet?

Das alles sind Fragen, die ein Anleger vor einer Anlageentscheidung sorgfältig prüfen muß, wenn er sich an ausländischen Aktienmärkten umtun will. Und, die Statistiken über das Aktienengagement deutscher Anleger im Ausland zeigen, daß nur relativ wenige private Aktionäre hierzulande offenbar befriedigende Antworten auf diese Fragen erhalten, nur eine verhältnismäßig kleine Zahl von Anlegern kauft direkt Aktien an ausländischen Börsen.

Wer dennoch sein Geld im Ausland anlegen will, hat eine Alternative: international anlegende Aktienfonds. Die Manager dieser Fonds nehmen ihren Kunden die oft schwierige Informationssuche ab, sie haben direkte Kontakte zu den ausländischen Börsenplätzen und kennen sich aus im Geschäft.

Insgesamt 38 international operierende Aktienfonds sind in die ZEIT/Südprojekt-Investmentanalyse einbezogen, die zwanzig besten des vergangenen Jahres werden in der Tabelle vorgestellt. Ein Blick auf die Spalte Südprojekt-Anlegerperformance (SAP) zeigt, daß die Ergebnisse dieser Fonds im vergangenen Jahr doch sehr unterschiedlich waren.

Auf dreizehn Prozent Ertrag brachte es die Nummer 20 in der Tabelle, der Interglobal von der Dresdner Bank. Mit knapp dreißig Prozent erwirtschaftete der beste Fonds, Akkumula von der Deutschen Bank, mehr als das Doppelte. Noch größer ist natürlich die Spanne, wenn alle Fonds betrachtet werden. Das Schlußlicht Formula Selection, ein von einer schweizerischen Bank verwalteter Fonds, glänzte gar mit einem Minus von knapp neun Prozent. Das ist wahrlich kein berauschendes Ergebnis.