Dort wird die Lebensversicherungsgesellschaft ihre Beteiligungen an eine Holding abgeben, sobald das Aufsichtsamt seinen offiziellen Segen zur Umstrukturierung gibt. Damit verschieben sich Vermögenswerte, die mit 230 Millionen Mark zu Buche stehen, in Wirklichkeit aber ein Vielfaches wert sind. Die Erträge aus den teils mit Versichertengeld finanzierten Beteiligungen, 1987 allein 45 Millionen Mark, kommen nicht mehr der Mutter, und damit in Teilen den Lebensversicherten zugute, das Geld wandert über die Holding direkt in die Taschen der Aktionäre. Von einer Abfindung der Beitragszahler redet auch bei der Volksfürsorge niemand.

Allerdings ist der Nachweis tatsächlich schwer zu führen, was mit den Prämien der Versicherten und was mit dem Kapital der Gesellschaften angeschafft worden ist. Diese Undurchsichtigkeit geht Uwe Jens gehörig gegen den Strich. Deshalb forderte der Sozialdemokrat am Mittwoch vergangener Woche im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage auch, daß "in Zukunft eine klare Trennung zwischen Versicherten- und Aktionärsgeldern sicherzustellen" sei. Staatssekretär Friedrich Voss vom Bundesfinanzministerium meinte dazu, es sei durchaus möglich, Werte, "die den Versicherten zuzuordnen wären, aus den Vermögensmassen der Lebensversicherung" herauszulösen. Er verwies auf die fondsgebundene Lebensversicherung.

Bei dieser transparenten Form der Kapitallebensversicherung ist das schon heute der Fall. Zwar ist der Risikoanteil der zu zahlenden Prämie auch dort von Gesetzes wegen meist doppelt so hoch kalkuliert, wie eigentlich nötig. Doch der weitaus größere Sparanteil wandert nicht in den großen Topf der Versicherungsgesellschaft, sondern wird von einer externen Kapitalanlagegesellschaft verwaltet. In der Bundesrepublik vertreiben nur wenige Versicherer derartige Policen neben der traditionell undurchsichtigen Kapitallebensversicherung. Die Manager der Assekuranz geben eben nur allzu ungern Geld aus dem eigenen Einflußbereich ab.