ZEIT: Frau Breuel, in Ihrer Partei sind Sie offensichtlich eine der wenigen, die sich Gedanken über eine ökologische Ausrichtung des Steuersystems machen...

Breuel: Da muß ich Ihnen widersprechen. Es gibt mittlerweile eine intensive Diskussion in der CDU zu diesem Thema.

ZEIT: Was scheint Ihnen das bessere umweltpolitische Instrument: Steuern oder Abgaben?

Breuel: Bei meinem Konzept stehen eindeutig die Steuern im Vordergrund, weil sie besonders gut geeignet sind, die Wirtschaft und die Verbraucher auf umweltfreundliche Möglichkeiten hinzuweisen. Nach dem Motto: Umweltsünder zahlen, Umweltschützer sparen.

ZEIT: Wie geht das konkret?

Breuel: In dem Moment, in dem ich nicht mehr den Hubraum zur Bemessungsgrundlage der Kraftfahrzeugsteuer mache, sondern Abgase und Lärm, werden die umweltfreundlichen Autos billiger, die anderen entsprechend teurer. Die ganze Industrie würde ihre Kraft darauf setzen, in Zukunft nur noch umweltfreundliche Autos herzustellen.

ZEIT: Höhere Steuern bedeuten Mehreinnahmen für den Staat. Wollen Sie die wieder zurückgeben?